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Auch Einzelkämpfer brauchen den fachlich-persönlichen Austausch.
Auch Einzelkämpfer brauchen den fachlich-persönlichen Austausch.

Die meisten Fundraiserinnen und Fundraiser müssen ihren Job alleine erledigen. Oft noch neben einer Fülle anderer Tätigkeiten. Und ich bekomme häufig mit, dass dieses Einzelkämpfertum zur beruflichem Frust, Resignation und Stagnation führen kann. Ein Mittel dagegen kann die Installation einer internen Austauschgruppe (z.B. einer „Marketing-AG“) sein. Darüber bloggte ich bereits einmal. Heute möchte ich Sie ermutigen, den Austausch mit externen Kolleginnen und Kollegen zu suchen. Und Themen gibt es immer reichlich.

Externer Austausch

Im Rahmen der großen und der kleineren Ausbildung bei der Fundraising Akademie gibt es parallel so genannte Regionalgruppen. In diesen, ca. 5-7 Personen großen Gruppen, findet im Rahmen kollegialer Beratung und in vertraulichem Rahmen ein Austausch über die größeren und kleineren Probleme im beruflichen Kontext statt. Dies wird von den Teilnehmenden praktisch immer als eine sehr wertvolle Ergänzung zu den inhaltlichen Seminaren geschätzt. Denn hier kann jeder seine ganz persönliche Fragestellung einbringen und mit den anderen Teilnehmern reflektieren.

Solch ein Austausch, diese kollegiale Beratung, ist natürlich nicht an eine Ausbildung gebunden. Ich selber bin zum Beispiel in drei Austauschgruppen dabei, welche völlig unterschiedlich zusammengesetzt sind und auch ganz unterschiedliche Agenden haben.

Finden Sie Peers – ähnliche Kolleginnen und Kollegen

Wenn Sie Interesse haben, sich mit Menschen auszutauschen, welche in einem ähnlichen Kontext arbeiten, dann möchte ich Sie ermutigen, solch eine Gruppe zu initiieren oder zu suchen. Ansätze könnten sein:

  • Sie haben ein Seminar, ein Workshop, eine Fortbildung besucht und sich mit jemandem gut austauschen können. Nehmen Sie doch zu dieser Person Kontakt auf und fragen Sie an, ob Interesse zum fachlichen Austausch besteht.
  • Welche Kolleginnen und Kollegen arbeiten in einem Verein / einer Einrichtung vergleichbarer Größe und in vergleichbarer Position? Ich bin zum Beispiel in einem Austauschkreis von Fundraisern größerer diakonischer Einrichtungen.
  • Arbeiten Sie mit einem bestimmten Schwerpunkt im Fundraising? Wer macht das noch?
  • Besuchen Sie ein der Regionalgruppen des Deutschen Fundraising Verbandes. Diese stehen allen Interessierten offen. Neben den dort behandelten fachlichen Themen, können Sie dort beginnen ein Netzwerk aufzubauen. Vielleicht treffen Sie dort Menschen, welche die idealen Partner für eine kleinere Austauschgruppe wären.

Tipps für den Austausch

Damit solch ein beruflicher / persönlicher Austausch gelingt, ist es sinnvoll, sich im Vorfeld auf einige Regeln zu verständigen. Ideen dafür wären:

  • Vertraulichkeit: Das Gesprochene verlässt den Raum nicht. Wenn diese Regel eingehalten wird, werden die Treffen sehr fruchtbar sein und Sie werden staunen, welche hilfreiche Wirkung von ihnen ausgehen kann. In solch einem geschützten Rahmen sind leicht offenere Gespräche möglich als im Kontext des eigenen Vereins.
  • Grenzen kennen: Bei aller Offenheit – jeder sollte die Grenzen der beruflichen Verschwiegenheitspflicht kennen und wahren. Betriebsgeheimnisse müssen geheim bleiben. Man kann über vieles sprechen, wenn man sich etwas Mühe beim Anonymisieren gibt. Und Sie sollten auch niemanden bedrängen, mehr zu erzählen, als er darf oder möchte.
  • Struktur geben: Neben unverbindlichen Austauschrunden gibt es auch die Möglichkeit, jedes Treffen unter ein bestimmtes Motto / Thema zu stellen. Damit wird die Vorbereitung einfacher und der Austausch gewinnt an Tiefe. Denkbar ist auch, mit Hilfe von bewährten Hilfsmitteln – zum Beispiel der Methode der kollegialen Beratung – aus dem klassischen Präsentations- und Selbstdarstellungs-Schema auszubrechen. Aber auch eine kleine Gruppe kann z.B. einen externen Referenten / Dienstleister als thematischen Gesprächspartner einladen.
  • Größe und Zeit: Wählen Sie eine Gruppengröße, welche es ermöglicht, dass jeder Teilnehmer ausreichend mit seinem Thema / Gesprächsbedarf zu Wort kommt. 30-60 Minuten pro Person sind schnell erreicht. Ich empfinde Gruppengrößen von 4-6 Teilnehmenden für solch einen Kreis als optimal. Bei kleineren Gruppen leidet die Vielfalt, bei größeren Gruppen leidet die Qualität des Austauschs durch die Fülle der Informationen.
  • Oft und Häufigkeit: Schön ist es meist, wenn man sich direkt in der Einrichtung treffen kann und dadurch reihum die verschiedenen Arbeitgeber kennenlernt. Aber natürlich ist auch der Treff an einem neutralen Ort denkbar, sofern dieser eine gewisse Ruhe und Arbeitsatmosphäre zulässt. Als Sitzungsfrequenz haben einige Gruppen, welche ich kenne, einen halbjährlichen Rhythmus gewählt. Aber das entscheidet jede Gruppe natürlich für sich nach ihren Möglichkeiten und Bedürfnissen.

Trauen Sie sich! Die meisten Fundraiserinnen und Fundraiser, die ich kenne, schätzen den Wert einer solchen kleinen und vertraulich arbeitenden Gruppe. Ihre Arbeit und auch Sie persönlich können von solch einem Austausch nur profitiern.

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