Rezension: „Zukunftsorientiertes Stiftungsmanagement“

Wie schreibe ich eine wohlwollende Rezension, wenn ich mit einem Buch so gar nicht warm werde? Am besten ist wohl, ich lasse die Katze mit dem ersten Satz gleich aus dem Sack…

Das Buch „Zukunftsorientiertes Stiftungsmanagement“ vereint im Herausgeber- und Autor*innen-Kreis namhafte und in der Stiftungsszene bekannte und teils langjährig erfahrene Persönlichkeiten. Der Klappentext verspricht „einen umfassenden Überblick des strategischen Managements von Organisationen im Stiftungswesen und der damit verbundenen Erfahrungen.“ Mein Respekt vor der Mühe, welche die Redaktion und die Koordination der vielen Autor*innen sicher ausgelöst hat und Dank den Autor*innen, ihr Wissen teilen zu wollen.

Doch nun zu den Inhalten und dazu, warum ich mit dem Buch nicht warm wurde: „Rezension: „Zukunftsorientiertes Stiftungsmanagement““ weiterlesen

Rezension: Fundraising zwischen Ökonomisierung und Mitmenschlichkeit

Masterarbeiten geht ja selten der Ruf voraus, wirklich Neues zu beschreiben. Und so war ich etwas skeptisch, als ich die Abschlussarbeit von Stefanie Hirschfeld im Rahmen des Masterstudiums „Mehrdimensionale Organisationsberatung“ in die Hände bekam.

Die Arbeit im überschaubaren Umfang von 120 Seiten beginnt mit einer fundierten Einführung in die Welt des Fundraisings, der konzeptionellen Grundlagen, der Professionalisierung, der Positionierung und der Ethik.

Im ersten Fazit kommt sie zur Erkenntnis, dass sich sowohl Fachzeitschriften als auch weite Teile der Fachliteratur primär mit der Perfektionierung einzelner Fundraising-Instrumente befassen und dass kritische oder belastende Themen kaum zur Sprache kommen, wenngleich diese dauerhaft präsent im Alltag von Fundraiser*innen sind. Fokus der Arbeit ist daher die spezifische emotionale, soziale und organisationale Herausforderung an die Berufsgruppe der Fundraiser*innen. Hierzu führte Stefanie Hirschfeld fünf ausführliche Einzelinterviews mit langjährig erfahrenden Fundraiser*innen aus unterschiedlichen Hilfsfelder des sozialen und kulturellen Sektors. „Rezension: Fundraising zwischen Ökonomisierung und Mitmenschlichkeit“ weiterlesen

Rezension: Quick Guide Bildrechte

Ob im Mailing, in Prospekten oder auf Websites und Social Media-Präsenzen: Ohne aussagekräftige Fotos kommt Fundraising nur selten aus. Und es dürfte nur wenige Fundraiser geben, welche sich noch nie mit dem Thema Bildrechte auseinandergesetzt haben. Doch wer von uns kennt sich damit wirklich aus? Viel Halb- und Falschwissen kursiert in der Branche.

Doch damit dürfte nun Schluss sein. Denn mit dem „Quick Guide Bildrechte“ bietet Autor Christian W. Eggers einen sachkundigen und leicht lesbaren Führer durch dieses zum Teil heftig verminte Gebiet. Als ich las, dass das Buch nun erschienen ist, habe ich es mir gleich einmal bestellt. Und ich habe es nicht bereut!

Der grundsätzliche Blick bei der Bildnutzung geht in zwei Richtungen. Einmal in die Richtung des Urheberrechts am Bild und einmal in die Richtung der Persönlichkeitsrechte abgebildeter Personen und des Kontextes, in welchem das Bild publiziert werden soll.

Wer das Buch liest, merkt erst, an wie vielen Ecken man aufpassen sollte und muss, um nicht am Ende mit einer kostenpflichtigen Abmahnung und Anwaltsgebühren im vierstelligen Bereich zu enden. „Rezension: Quick Guide Bildrechte“ weiterlesen

Rezension: Generation Y – wie wir glauben, lieben, hoffen


Wie kommt ein Buch über die Glaubensvorstellungen einer Generation auf die Rezensionsliste im Fundraising-Knigge? Nun, als Fundraiser*in geht es ohne fundiertes Wissen, wie Menschen „ticken“, einfach nicht. Wir sind weit mehr Psychologen und Soziologen als Betriebswirte, auch wenn Außenstehende oder Vorstände das oftmals nicht sehen (wollen).

Als Generation Y werden diejenigen bezeichnet, welche zwischen 1980 und 1999 geboren sind, heute also zwischen 18 und 37 Jahre alt sind – was auch schon eine ganz ordentliche Altersspanne darstellt.

Die Theologin und Autorin Stephanie Schwenkenbecher und der Theologe und ZEIT-Journalist Hannes Leitlein haben – beide gehören dieser Generation an – auf Anregung des Neukirchener Verlages diese Buch verfasst und dazu recherchiert. Da wir im Fundraising immer wieder über junge Menschen als Zielgruppe sprechen und andererseits religiöse Motive oder Prägungen für eine Spendenentscheidung hoch relevant sind, war ich auf das Buch sehr gespannt. Und als empirischer Dipl.-Soziologe mit Schwerpunkt Soziologie der Lebensalter interessiert es mich sowieso. „Rezension: Generation Y – wie wir glauben, lieben, hoffen“ weiterlesen

Rezension: Aus Führungsfehlern lernen

Jede Art von Führung ist anfällig für Fehler. Eine nicht funktionierende Führung hat meist mehrere Ursachen. In Non-Profit-Organisationen tragen Handelnde eine besondere Verantwortung, denn ihre Fehlentscheidungen können Auswirkungen auf einzelne Personen sowie die ganze Organisation haben. Führungskräfte stellen hier den Rahmen und sorgen für die notwendige Stabilität einer Organisation.

Das neue Handbuch „Aus Führungsfehlern lernen“ zeigt Fehlerquellen in den Rahmenbedingungen, das Verhältnis und die Spannung zwischen „Fehler und Lernen“ sowie typische individuelle Führungsfehler auf. „Rezension: Aus Führungsfehlern lernen“ weiterlesen

Rezension: Großspenden-Fundraising – Wege zu mehr Philanthropie

80:20 – das klassische Pareto-Prinzip. Nach diesem Verhältnis verteilen sich in vielen gemeinnützigen Organisationen die Zahl der Spendenden zur Höhe der gespendeten Beiträge. 80% der Spender/innen geben 20% der insgesamt eingeworbenen Spenden. Und rund 20% der Spender/innen sind kommen für 80% der Spendeneinnahmen auf. Ob es nun im Einzelfall 80:20, 70:30 oder 90:10 ist, spielt keine Rolle. Entscheidend ist, dass in den meisten spendensammelnden Organisationen eine vergleichbare Relation sichtbar ist. Und damit wird auch schlagartig klar, warum die Arbeit mit Großspender/innen so häufig als die Königsdisziplin im Fundraising bezeichnet wird. „Rezension: Großspenden-Fundraising – Wege zu mehr Philanthropie“ weiterlesen

Rezension: Profi-Handbuch Fundraising

20160515_130425-1-768x902Seit gut 10 Jahren gibt es das Profi-Handbuch Fundraising mittlerweile. Die nunmehr 3., aktualisierte Auflage zeigt das Interesse der Hauptautorin Barbara Crole und des Verlags, das Buch aktuell zu halten.

Der Titel „Profi-Handbuch Fundraising“ ist nicht ganz glücklich gewählt. Zum einen wendet sich dieses Buch in keiner Weise nur an Profis, sondern ist eine sehr praxisnahe und für Einsteiger hervorragend geeignete Einführung. Zum anderen aber suggeriert der Titel, dass es eine Abbildung des Fundraisings darstellt und das ist mir dann zu hoch gegriffen. Im Kern behandelt das Buch alles rund um das gute alte Spendenmailing, die briefliche Bitte um Unterstützung. Bei aller Bedeutung, welche das Mailing im Fundraising hat, gibt es in der Praxis noch sehr viele andere Fundraising-Instrumente, welche hier aber keine Berücksichtigung finden. Das ist nicht schlimm, aber dürfte im Titel zum Ausdruck kommen.

Wie geschrieben, im Kern geht es um das Spendenmailing. „Rezension: Profi-Handbuch Fundraising“ weiterlesen

Rezension: Fundraising Management

FR-Management_seger_labaronneFundraising auf 76 Seiten, darin noch zahlreiche Abbildungen und in Farbe … geht das? Ja, das geht, wenn man eine klare Einschränkung in seinem Anspruch vornimmt. Umfangreiche – und oft ungelesene – Fundraising-Handbücher gibt es ja einige am Markt. Mit dem Band 5 der SML Essentials legen Leticia Labaronne und Bruno Seger, langjährige Lehrende des schweizer Diplom-Lehrgangs Fundraising Management (ZHAW School of Management) eine hochkonzentrierte Veröffentlichung vor.

Der Anspruch des Bandes ist, Interessierten einen ersten und möglichst umfassenden Überblick über Strategie, Hintergrund und Methoden des Fundraisings zu geben. Die (wenigen) Praxisbeispiele entstammen dem Schweizer Alltag, sind aber problemlos auf D/A übertragbar.

Der umfassende Überblick gelingt auf den 76 Seiten auch aufgrund zweier Merkmale: Schriftgröße und einen stark lexikalischen Charakter der Beiträge. Die Schriftgröße ist sehr gewöhnungsbedürftig klein geraten, was zwar zu einer gute Übersicht und geringem Seitenumfang führt, aber meiner Lust am Lesen merklich abträglich ist. „Rezension: Fundraising Management“ weiterlesen

Andreas Schiemenz: Das persönliche Gespräch – Fundraising durch Überzeugung

Andreas Schiement: "Das persönliche Gespräch: Fundraising durch Überzeugung"
Andreas Schiemenz: „Das persönliche Gespräch: Fundraising durch Überzeugung“

Haben Sie heute bereits mit einem Großspender oder einer Großspenderin gesprochen? Oder besser, lieber mit vier von ihnen? So sollte Ihr Tagessoll aussehen, wenn Sie als Fundraiser im Bereich Großspenden und Unternehmensspenden erfolgreich sein möchten.

Andreas Schiemenz legt mit seinem Buch „Das persönliche Gespräch: Fundraising durch Überzeugung. Großspender und Unternehmer erfolgreich ansprechen“ eine Bilanz seiner jahrzehntelangen Erfahrung im Vertrieb und im Fundraising vor. Er kennt dabei die Ansprüche im kommerziellen Bereich an den Vertrieb, aber auch die Fundraising-Perspektiven aus verschiedenen Organisationen – regional bis bundesweit -, einer Agentur und heute als Philanthropie-Berater einer Bank.

Die große Stärke des Buches liegt in seiner Anschaulichkeit. Als Leser verspürt man das Herzblut, mit welchem es geschrieben wurde. Man wird permanent aufgefordert, das Gelesene auch zu verarbeiten, selber aktiv zu werden. „Andreas Schiemenz: Das persönliche Gespräch – Fundraising durch Überzeugung“ weiterlesen

Julia Friedrichs: Wir erben – Was Geld mit Menschen macht

Julia Friedrichs: Wir erben - Was Geld mit Menschen macht.
Julia Friedrichs: Wir erben – Was Geld mit Menschen macht.

Erben Sie? Haben Sie bereits geerbt?

Wenn es nach der Erfahrung der Journalistin und freien Autorin Julia Friedrichs geht, sind dies – nach der Gehaltsfrage – zwei der tabubehaftetsten Fragen, welche wir stellen können. Denn die Frage nach dem Erbe tangiert nicht nur das deutsche Geld-Tabu.

Rund 250 Milliarden Euro werden hierzulande Jahr für Jahr vererbt. 70 Jahre ohne Krieg hinterlassen materiell ihre Spuren und so wird in den nächsten Jahren ein ungeahnter Vermögenszuwachs bei Kindern und Enkeln der Nachkriegsgeneration zu verzeichnen sein.

Das geht an der bundesdeutschen Gesellschaft nicht spurlos vorbei,  wie Julia Friedrichs in ihrer Recherche zeigt. „Julia Friedrichs: Wir erben – Was Geld mit Menschen macht“ weiterlesen