Stilkritik: Zwei Appelle ans Christsein

einsiedelnInnerhalb weniger Tage erreichten mich zwei Spendenbitten. Beide fallen aus dem üblichen (etwas langweiligen) Rahmen, beide kommen von katholischen Organisationen und beide werben explizit mit einer kirchlich christlichen Tonart.

Die Pflicht zur Unterstützung der Armen findet sich in allen großen Religionen. Und Spenden aufgrund christlicher Prägung stellt sicher die stabilste, die verlässlichste Motivlage dar, an welche appelliert werden kann. Das gilt natürlich nicht nur für explizit kirchliche Organisationen und nicht nur für kichlich gebundene Menschen. Christlich geprägte Motive beim Geben sind als kulturelles Allgemeingut auch bei Kirchenfernen unterschwellig annehmbar.

Nun, von kirchlichen Organisationen dürfen wir getrost annehmen, dass es ihnen weder fremd noch gar peinlich ist, explizit ihren kirchlichen Hintergrund in den Vordergrund zu stellen und als Grundlage für ihr soziales Wirken zu benennen. Und es ist nachvollziehbar, dass versucht wird, den gemeinsamen religiösen Hintergrund mit ihren Spendern zu betonen, um Gemeinschaft zu konstituieren, die Spendenwahrscheinlichkeit zu erhöhen.

Die beiden Mailings, welche ich skizzieren möchte, sind von „adveniat – für die Menschen in Lateinamerika“ und vom „Malteser Hilfsdienst e.V.“. „Stilkritik: Zwei Appelle ans Christsein“ weiterlesen