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Regionales Fundraising – was ist das?

Was begrenzt den Begriff des "Regionalen Fundraisers"?

Was begrenzt den Begriff des „Regionalen Fundraisers“?

In den letzten Jahren fiel mir regelmäßig der Begriff „Regionale Fundraiser“ auf. Für diese Gruppe wurden Bücher verfasst, Seminare angeboten und Artikel geschrieben. Was ich aber nie so richtig fand, war eine allgemein anerkannte, griffige und abgrenzbare Definition, was nun einen regionalen Fundraiser ausmacht. Und zu welchen anderen Fundraisern erfolgt die Abgrenzung?

Am einfachsten scheint es, den Begriff wörtlich zu nehmen. Dann gäbe es lokal, regional, national und international tätige Fundraiser (irgendwann sicher auch intergalaktische, unterirdische gibt’s auch schon). Der Begriff regionaler Fundraiser bezöge sich dann darauf, dass das Fundraising innerhalb einer geographischen Region stattfände.

Jedoch: Betrachte ich mir die Inhalte der Seminare und Veröffentlichungen, so scheint mir mit diesem Etikett noch eine erweiterte Zuschreibung einherzugehen. Regionale Fundraiser scheinen eher für geringere Einnahmen verantwortlich und setzen nur eine kleine Auswahl an Fundraising-Instrumenten ein, verzichten beispielsweise auf Mailings und legen den Schwerpunkt auf Netzwerkarbeit.

Und zuletzt höre und lese ich heraus, dass Regionale Fundraiser häufig nicht Vollzeit im Fundraising arbeiten, sondern dies neben einer anderen Tätigkeit (Geschäftsführung, pädagogische Arbeit, Verwaltung etc.) betreiben.

Zusammengefasst scheinen regionale Fundraiser alle zu sein, welche nicht in bundesweiten Organisationen hauptberuflich arbeiten. Mein Eindruck ist, dass das Etikett „Regionaler Fundraiser“ damit für einen sehr großen Anteil der Fundraisenden zutrifft. Schön, aber irgendwie auch unbefriedigend, da nicht sehr trennscharf.

Denn das Etikett „Regionaler Fundraiser“ passt somit – unterschiedlich haftend – auf

  • Vereinsmitarbeiter, die einmal jährlich einen Spendenbrief an ihre Mitglieder versenden.
  • Ehrenamtliche oder Pfarrer/innen in Kirchengemeinden, welche in ihrer Gemeinde oder einem Kirchenbezirk fundraisen.
  • Mitarbeitende bei mischfinanzierten regional tätigen sozialen Trägern, welche eine breite Klaviatur der Fundraising-Instrumente bespielen.

Was ist denn Ihre / Eure Meinung dazu? Was kennzeichnet primär (!) regionale Fundraiserinnen und Fundraiser?

Welches Kriterium taugt am ehesten, um das Etikett "Regionaler Fundraiser" zu vergeben? (mehrere Antworten möglich)

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Aber natürlich freue ich mich auch über ausführliche Kommentare / Anmerkungen.

 

6 Kommentare

  1. Interessanter Blick. Ich halte ja nicht soviel von Definitionen, zumal wenn das wirtschaftliche Umfeld in dem Bereich auch entscheidend für den Erfolg ist. Was ich völlig ausschließen kann, ist das Kriterium Fundraising-Instrumente, denn die müssen zur Zielgruppe passen und nicht zum Fundraiser. Ich glaube das es um eine vornehmlich regionale Zielgruppe geht, der sich der Fundraiser regional anpassen muss mit allen Facetten die sowas mit sich bringt – akzentfreies Schwäbisch ginge in Sachsen ja noch, aber nicht in Preußen 😉

  2. Ich bezeichne mich als regionalen Fundraiser, da mein Tätigkeitsgebiet der Ruhrpott ist. Da es gleichzeitig meine Heimatregion ist, fühle ich mich hier verwurzelt und emotional zuhause. Das Revier hat seine Besonderheiten und Eigenarten, die ich bei meiner Arbeit als Fundraiser vielfältig nutzen kann. Die NPOs haben ebenso eine regionale Ausrichtung ihrer Mittelgewinnung und daher funktioniert diese Zusammenarbeit sehr gut.

    Anderseits arbeite ich neben meinen Hauptberuf als Firmenberater im Fundraising-Sektor. Dies hat aber rein persönliche Gründe, da ich meinen eigenen Mittelbedarf derzeit nicht durch die Fundraising-Tätigkeit erwirtschaften könnte. Selbst im Angestellten-Verhältnis einer Organisation wäre die Einkommenslücke deutlich zu groß.

  3. Ich kann dem nicht ganz zustimmen, vor allem dem Teil über die zu akquirierende Summe nicht und der Definition, dass regionale Fundraiser nicht hauptberuflich im Fundraising tätig sind.
    Für mich bezieht sich das Label „Regionale Fundraiser“ eher auf den Charakter der Organisation, für die man tätig ist. Eine Caritas oder Diakonie in Duisburg wird eben hauptsächlich Duisburger Spender_innen erreichen (es sei denn sie hat ein außergwöhnliches Projekt). Ebenso das Duisburger Tierheim, die lokale Kirchengemeinde, die Schule, etc. Trotzdem können hier Menschen hauptberuflich für das Fundraising zuständig sein und große Summen fundraisen (z.B. für Neubauten).

  4. Pingback: Fundraisingwoche vom 12.01.-18.01.2015 | sozialmarketing.de - wir lieben Fundraising

  5. Frage: War die Einführung des Begriffes nicht eher einem weiteren Fortbildungsprodukt der FR-Akademie entsprungen und somit Bezeichnung für eine Ausbildung kleineren Umfangs als der für den FR- Manager (FA) und man musste ihr eifach einen stimmigen einen Name geben?
    Möglicherweise folgen alle Definitionsversuche dann einer gefühlten Notwendigkeit, den Produktnamen mit Leben für die Fundraisingrealität zu füllen?
    Frage wäre ja auch: Wozu braucht es diese Unterscheidung, die dann durch Eingrenzung qua Definition quasi legitimert werden soll?
    Ich glaube, man kann auch stehen lassen, dass es eher ein Kuntsbegriff ist, der etwas anderes unterscheiden will (große Ausbildung/kleine Ausbildung) – und es mangelt ja nicht an Kreativität in der Szene bei der Begruffsschöpfung ;), mich selbst nicht ausgenommen…

    • Steile These, liebe Susanne. Aber ich gebe zu, dass mich der Gedanke in den Bann zieht. Ja, in der Praxis fiel mir dieser Begriff nie auf, nie hat ihn jemand in meinen Kursen oder Coaching-Gruppen verwendet. Nur bundesweit agierende Fundraiser waren ein Thema. Die These der „Künstlichkeit“ des Begriffs könnte erklären, warum es schwer fällt, ihn definitorisch in den Griff zu bekommen.

      Danke Dir für den Impuls!

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