Kreativtipp: Kribbeln im Kopf – Creative Sessions

 Sechseckig und kreativ, so könnte man dieses Kartenset in der stabilen Box bezeichnen. Der Inhalt besteht aus beidseitig bedruckten Karten auf der

Psychologie: Soziale Bewährtheit

Zum Glück müssen wir nicht alles selber entscheiden. Wir bekommen Tipps. Der Online-Buchhändler zeigt mittels Sternen die Bewertung anderer Leser für das Buch an, macht sogar weitere Lesevorschläge. Was so vielen anderen gefällt, wird sicher auch mir gefallen.

Wenn eine lange Schlage vor dem Imbiss ist, dann muss das Essen dort gut sein (und nicht der Service lahm oder die Konkurrenz weit entfernt), so unsere Vermutung.

Wir lassen uns gerne und häufig von der Menge beeinflussen. Vielleicht nicht auf jedem Gebiet, aber doch häufig. Das nimmt uns viel Denk- und Entscheidungsarbeit ab und vereinfacht den Alltag sehr. Beispiele dafür sind „Tausende Internetnutzer haben bereits …“ oder „Käufer aus der ganzen Welt …“. Unbestimmte Mengen sollen angeblich sogar noch eher wirken als bestimmte Personen.

Dieser Effekt heißt „Soziale Bewährtheit“ oder im englischsprachigen Raum „Social Proof“.

Soziale Bewährtheit im Fundraising

Wo erleben wir soziale Bewährtheit / Social Proof im Alltag des Fundraisers? „Psychologie: Soziale Bewährtheit“ weiterlesen

Zitat: Es ist nie zu spät …

„Es ist nie zu spät, unsere Vorurteile aufzugeben; auf keine Ansicht, keine Lebensweise, und sei sie noch so alt, kann man sich ohne Prüfung verlassen.“

(Henry David Thoreau in „Walden – oder Leben in den Wäldern“)

Für Fundraiser ein wichtiger Hinweis. Auch wenn Weisheiten und Tipps in renommierten Lehrbüchern stehen, heißt das noch lange nicht, dass sie 1:1 für den eigenen Verein übernommen werden können. Nicht alles wurde in der Praxis erprobt, nicht alles passt für jedes Spender-Milieu.

Spenderglück: Alle Jahre wieder!

So um den 18. Dezember kommen sie. Ich höre sie schon den Flur zu meinem Büro entlanggehen.  Langsame Schritte, etwas außer Atem, dicker Wintermantel, schwere Tüten dabei. Seit einigen Jahren ist es das immer gleiche Ritual. Ich bin vorbereitet, habe mir schon vor einigen Tagen nochmals die Namen aus der Spenderdatei herausgesucht. Ich kenne doch mein Namensgedächtnis. Ein kleines Post-it mit den Namen hängt an der Pinwand.
„Hallo Herr Dörfner, wir sind wieder da!“ Sie stehen in meiner Tür, same procedure as every year: Zwei ältere Damen, ein Herr, die Backen gerötet, freundliche und erwartungsvolle Gesichter. Ich erkenne sie sofort und freue mich auch.

Die drei verbindet eine langjährige Tradition mit der Evangelischen Gesellschaft, der eva. Seit „ewigen“ Zeiten schon backen sie Jahr für Jahr zwei große Stollen – sicher 40-50 cm lang – und bringen sie gut verpackt in großen Plastiktüten hierher. Die Stollen sind für den „Stall“, unsere jährliche Weihnachtsfeier für Arme und Wohnungslose, zu der am 24. und 25. Dezember rund 1300 Besucher und 200 Ehrenamtliche ins Haus kommen und die Räume füllen. Aus ganz Württemberg erreichen uns für den „Stall“ Spenden: Gestricktes, Gebackenes, Geld. So können wir eine schöne Weihnachtsfeier gestalten und jedem Besucher eine Tasche mit einer „Bescherung“ mitgeben.

Die Stollen werden vorsichtig, sie sind auf der Fahrt in der S-Bahn hierher heil geblieben, auf meinen Schreibtisch gelegt. Dazu gibt es einen Umschlag, gleicher Inhalt wie jedes Jahr, für die Armen, für eva’s Tisch.

Wir plaudern einige Minuten, die Mäntel bleiben an, freuen uns am Wiedersehen, an diesem geteilten Ritual. Diese persönliche Übergabe von Stollen und Geld tut beiden gut, Fundraiser und Spendern. Es ist etwas Persönliches. Menschen geben Menschen. Stollen gegen ein gutes Gefühl?

Dann geht es für die drei weiter. Der Stuttgarter Weihnachtsmarkt wartet.

Und ich bringe die beiden Stollen, vorsichtig, vom 4. in den 1. Stock runter, wo schon die Freiwilligen dabei sind, Pakete auszupacken, Inhalte zu sortieren und die Taschen zu packen.

Bis in 12 Monaten wieder. Ich freue mich schon.

 

Wie hältst Du’s mit der Treue?

 Sind Sie ein treuer Spender?

 

Gute Frage, zumindest auf den ersten Blick. Doch was ist denn ein guter Spender? Die Antwortkategorien der Umfrage lauten:

  • Ja, ich spende zumeinst an dieselbe Organisation.
  • Nein, ich spende oft an eine andere Organisation.

Nun will ich nicht aus soziologischer Sicht über die Trennschärfe und Verständlichkeit dieser Frage schreiben, wenngleich das den Artikel deutlich verkürzen würde … 🙂  Diese Umfrage ist seit gestern (26.1.12) online auf dem Fundraising-Wiki. Und als ich diese Meldung heute auf Twitter las, kam spontan der Gedanke auf, ob es nicht viel sinniger wäre, folgende Frage zu stellen:

Bist Du eine treue Spendenorganisation?

Wie hältst Du als Spendenorganisation es denn mit der Treue zu Deinen Spendern? „Wie hältst Du’s mit der Treue?“ weiterlesen

Hall of Fame: Nachwuchsfundraiser für Hope Island

Konzert für Hope Island

Für eine Schule auf Hope Island, einer kleinen Insel im Golf von Bengalen, 5 Kilometer von der Indischen Küste entfernt, spielten diese beiden Jungs im Dezember 2011 im Scharnhauser Park Weihnachtslieder. Die vier Lieder auf Blockflöte und Kontrabaß gefielen den Wochenmarktbesuchern so gut, dass 44 Euro in einer knappen Stunde zusammen kamen. „Hall of Fame: Nachwuchsfundraiser für Hope Island“ weiterlesen

Grüne, rote und schwarze Worte

„Welche Farbe haben Ihre Worte?“ Diese Frage stellte ich beim Fundraising-Seminar in Hermannstadt/Sibiu (Rumänien). Zwei Teilnehmer kamen von ONKOS, einem Verein, der Krebskranken hilft, das Leben zu bewältigen. Es sollte im Rahmen einer Übung ein positiver Slogan für den Verein gefunden werden.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer taten sich recht schwer damit, denn die Situation der Krebskranken war zuvor in sehr düsteren – und leider nur zu realistischen – Worten beschrieben worden. „Grüne, rote und schwarze Worte“ weiterlesen

Den Himmel verdienen …

 Ökonomisch war die Entscheidung der Reformation gegen den Ablasshandel schwierig. Theologisch natürlich richtig.

(Bischof July beim Empfang der Landeskirchlichen Stiftung, 23.1.12)

Warum geben kirchlich gebundene Menschen?

Im Seminar frage ich die Teilnehmer immer wieder nach den besten Gründen, warum Menschen spenden. Und oft kommt als Grund „den Platz im Himmel verdienen“. Nun sind wir 500 Jahre nach der Reformation, der Ablasshandel ist – zumindest kirchlicherseits, nicht im Umweltbereich – abgeschafft und das Thema „Himmel verdienen“ sollte keine Rolle mehr spielen. „Den Himmel verdienen …“ weiterlesen

Reaktanz: Praxisbeispiel Stiftungsgründung

Reaktanz ist, kurz zur Erinnerung, der Effekt, dass wir auf das Einschränken von Verhaltensspielräumen, ein “Jetzt erst recht”-Gefühl entwickeln. Das Verbotene wird reizvoll (auch wenn wir es vorher überhaupt nicht wollten) und die als eingeschränkt empfundene Handlung wird als attraktiver als zuvor bewerten. „Reaktanz: Praxisbeispiel Stiftungsgründung“ weiterlesen

Reaktanz: Der „Jetzt erst recht“-Effekt

Man kennt’s: Wenn ich meinen Kindern etwas – auch im übertragenen Sinn – schmackhaft machen möchte, muss ich es ihnen nur verbieten.
Wenn Händler Waren loswerden wollen, verknappen sie das Angebot, legen nur einen oder sehr wenige Artikel aus. Die attraktivsten Früchte wachsen immer ganz oben, die Prohibition förderte erst so richtig den Alkoholkonsum, etc.

Das schwer Erreichbare zieht uns magisch an, das Verbotene, das vielleicht bald Verschwundene. Die Psychologen und Sozialpsychologen haben hierfür den Begriff der „Reaktanz“ geprägt. In vielen Studien und im Alltag ist er schon nachgewiesen worden. „Reaktanz: Der „Jetzt erst recht“-Effekt“ weiterlesen