Kopf, Herz und Hand (2)

 

Mit Kopf, Herz, Hand und Nutzenorientierung - so strukturiere ich meine Ansprache.
Mit Kopf, Herz, Hand und Nutzenorientierung – so strukturiere ich meine Ansprache.

Wenn ich Menschen erreichen möchte, dann sollte dies so persönlich wie möglich geschehen. Im direkten Miteinander gelingt einem dies meist ganz gut. Da können wir die Reaktionen hautnah erfühlen und im Gespräch jederzeit nachjustieren und den Grad der Informationstiefe verändern, eine Geschichte mehr oder weniger erzählen und den idealen Zeitpunkt für die Bitte abpassen.

Doch in der unpersönlicheren Kommunikation, brieflich oder telefonisch, fällt uns dies schwerer. Hier müssen wir den Mix aus „Kopf, Herz und Hand“ vorab fein austarieren. Im ersten Teil schrieb ich darüber.

Doch wie wende ich dieses Wissen nun an? Was hilft es mir, zu wissen, dass ich alle drei Dimensionen zu beachten habe? Hier einige Tipps: „Kopf, Herz und Hand (2)“ weiterlesen

Kopf, Herz und Hand (1)

Um das Wasser zum Sprudeln zu bringen braucht es Wissen, Tun und Wollen - Kopf, Herz und Hand.
Um das Wasser zum Sprudeln zu bringen braucht es Wissen, Tun und Wollen – Kopf, Herz und Hand.

In meinem letzten Beitrag hatte ich geschrieben, nicht nur die eigenen Ziele, sondern auch die Leseerwartungen der potentiellen Flyer-Empfänger zu berücksichtigen.

Doch was ist, wenn ich selber noch nicht weiß, was ich mitteilen möchte? Was, wenn mich Fragen beschäftigen, wie: Was schreibe ich, wie soll ich’s nur sagen?

Und je nach Typus werde ich völlig unterschiedliche Texte erstellen.

Was schreibe ich in in meinen Spendenbrief? Eine erste Liste sähe möglicherweise so aus:

  • Informationen zum Projekt
  • Konkrete Spendenbitte
  • Informationen zur Einrichtung
  • Fallgeschichte einer betroffenen Person
  • Bericht über erfolgreiches früheres Handeln

Ich nenne dieses Vorgehen einmal – etwas optimistisch – das instinktive Vorgehen. Man könnte es auch unstrukturiert oder willkürlich nennen. „Kopf, Herz und Hand (1)“ weiterlesen

Flyer, welche Leser interessieren

Nur zusammen wirksam: Leserbedürfnis und unser Sendungsbedarf
Nur zusammen wirksam: Leserbedürfnis und unser Sendungsbedarf

Wie werden Flyer normalerweise erstellt? Meistens gibt es jemanden, der dazu eine Themensammlung im stillen Kämmerlein erstellt und danach wird in der Teamrunde im offenen Brainstorming das noch Fehlende ergänzt. Ergebnis ist dann eine lange Liste von Inhalten, welche redaktionell aufbereitet und auf das geplante Format gekürzt oder gestreckt erstellt werden.

Und das Ergebnis kann sich in der Tat häufig sehen lassen.

Aber werden diese Flyer auch gerne gelesen? Und beantworten diese Flyer auch die Fragen der Lesenden? Das scheint mir unsicher, denn es fehlte in dem Prozess eine wichtige Komponente: „Flyer, welche Leser interessieren“ weiterlesen

Ideen prüfen und entwickeln – die 6 Hüte von de Bono

6 Hüte, 6 Blickwinkel auf ein Thema

Für viele von uns steht so langsam die Jahresplanung 2013 an, insbesondere dann, wenn es budgetrelevante Projekte sind. Nun gilt es, all die schönen Ideen, welche uns im Laufe des Jahres zuflogen, auf den Prüfstand der Umsetzbarkeit zu stellen. Und es genügt nicht, selber von der Idee begeistert zu sein, auch das Team und die Vorgesetzten müssen mit ins Boot. Und das Projekt sollte zum bestehenden Fundraising-Mix passen. Ein bewährter und empfehlenswerter Weg, um eine begeisternde Idee umfassend abzuklopfen, ist die Methoder der „6 Hüte“ von Edward de Bono.

Das 6-Hut-Denken

Bei dieser Methode werden systematisch unterschiedliche Perspektiven eingenommen. In heterogenen Teams sind diese Perspektiven oft schon teilweise vertreten. Da gibt es die schnell Entflammbaren, die Skeptiker, die rationalen Abwäger, die Bewahrer, …
Edward de Bono schlägt mit seiner Methode nun vor, in einer Diskussion eine Fragestellung systematisch unter verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten. Idee ist, nacheinander gemeinsam eine Sichtweise einzunehmen und das zu bearbeitende Problem / Projekt nur aus dieser einen Sichtweise zu beraten. Wenn eine Sichtweise keine neuen Erkenntnisse mehr bringt, wird die nächste Sichtweise eingenommen – so lange, bis alle sechs Sichtweisen dran waren. Bildlich kann man sich dies, daher auch der Name 6 Hüte, eben so vorstellen, dass man sechs unterschiedlich farbige Hüte hat, welche nacheinander aufgesetzt werden. Dabei steht jede Farbe für eine Sichtweise, für eine Denkrichtung.

Die 6 Hüte

1) Der weiße Hut – objektive Zahlen, Daten, Fakten
Was spricht rational für das Projekt, die Idee. Gibt es Zahlen, belegbare Fakten, überprüfte Argumente?
2) Der rote Hut – subjektives Empfinden, persönliche Meinung
Was begeistert mich am Projekt, was stößt mich ab? Was meint mein Bauch dazu? Habe ich Erfahrungen damit oder mit etwas Ähnlichem gemacht?
3) Der schwarze Hut – objektive negative Aspekte
Was läßt sich – ganz neutral betrachtet – gegen das Projekt vorbringen. Welche Stolpersteine, Fallen und Gefahren sind damit verbunden?
4) Der gelbe Hut – objektive positive Aspekte, Chancen
Entdecken Sie gemeinsam das Potential der neuen Idee. Welches sind die objektiven Chancen, die sich darin verbergen?
5) Der grüne Hut – der Weg zu neuen Ideen
Mit dem grünen Hut werden wir kreativ, Kritik ist hier nicht gestattet. Wo können wir Grenzen überschreiten, Neues entdecken und wagen?
6) Der blaue Hut – die Moderation, Regie
Wenn der blaue Hut aufgesetzt wird, klassischer Hut z.B. eines Moderators, wird die Metaebene eingenommen. Wo lassen sich die bisherigen „Hüte“ integrieren? Welcher Hut soll nochmals aufgesetzt werden? Kann ein Ergebnis zusammenfassend gefunden werden?

Zwei Vorgehensweisen

Variante 1: Die Hüten wechseln reihum und jeder hat einen „Hut“ (Kärtchen o.ä.) in der entsprechenden Farbe vor sich. Damit wird klar, dass man – unabhängig von der eigenen Präferenz – eine Rolle spielt.
Variante 2: Das ganze Team nimmt gemeinsam nacheinander die Rollen ein und argumentiert zusammen. Dies hat den Charme, dass man gemeinsam spricht und die Stärke der Rolle nicht so stark von der jeweiligen Persönlichkeit abhängt.
Wichtig ist, dass in einem Team alle gemeinsam die Hüte aufsetzen. Auch die Projektbefürworter müssen den schwarzen Hut aufsetzen, auch die größten Skeptiker müssen sich der Kreativität der gelben und grünen Hüte stellen.
Denn damit werden die Argumente pro / contra, das Abwägen und Bedenken nicht immer mit einzelnen Personen und ihrer Stellung in der Hierarchie verbunden und automatisch gewertet. Es entsteht eine gemeinsam geteilte Sichtweise, in welcher sich alle finden können.
Diese Methode ist auch geeignet für Einzelkämpfer, um zum Beispiel eine eigene oder fremde Idee (Vorstand?) möglichst umfassend betrachten und bewerten zu können. Dieser Ansatz hilft uns…
  • die Begeisterung für eigene Ideen auf stabile Füße zu stellen;
  • Modethemen auf die Anwendbarkeit im eigenen Verein zu überprüfen;
  • spontane Ideen Dritter nicht einfach „abzubügeln“, sondern nachvollziehbar auf den Prüfstand zu stellen;
  • eine erste Idee gründlich zu durchdenken und projektreif zu entwickeln.
Tipp: Machen Sie diese „Übung“ mal in Form einer Mindmap auf großem Pinwand-Papier. Die 6 Hüte stellen die ersten Verzweigungen vom Zentralthema dar. Das eröffnet die Chance, Verbindungen zwischen den Zweigen / Hüten zu entdecken und kreativer zu werden.

Aufzug-Rede – praktischer Nutzen

In manchen Fundraising-Fortbildungen wir sie gelehrt, die Aufzug-Rede (Elevator Speech). Wie geht’s?

  • Im Aufzug treffen Sie auf einen bekannten Menschen, der als Spender einen guten Ruf hat. Er grüßt Sie freundlich und Sie fahren gemeinsam vom EG in den 6. Stock.
  • Sie beschließen, ihm von Ihrem Projekt zu erzählen und ihn hierfür zu interessieren.
  • Die Fahrt dauert ca. 30 Sekunden (mit Zwischenhalten vielleicht auch 60).

Können Sie Ihre Lieblingsprojekte in 30 oder 60 Sekunden auf den Punkt bringen? Oder erklären Sie nach einer Minute noch immer das Organigramm Ihrer Organisation oder den Aufbau Ihrer Visitenkarte?

Seminarteilnehmer wenden an dieser Stelle gerne ein, dass es in ihrer Stadt keine Aufzüge gäbe, in welchen man reiche Männer träfe. Die Übung wäre also rein akademisch. „Aufzug-Rede – praktischer Nutzen“ weiterlesen

Knapp bei Kasse? Stiftung gründen?

Stiftungen sprudeln nicht von alleine...

Der seit einigen Jahren anhaltende Boom neu gegründeter Stiftungen und der hohe Erfolg einzelner Stiftungsgründungen macht dieses Fundraisinginstrument für viele attraktiv.

Im Hinterkopf steckt dabei die Vorstellung, dass, ist erst einmal die Stiftung errichtet, das Geld schon sprudeln wird.

In Seminaren werde ich oft um Ratschläge gebeten, wie man am besten eine Stiftung für den Zweck XY (wahlweise Jugendreferentenstelle, Kirchenerhalt, …) gründet.

An diesem Punkt des Gesprächs bremse ich meist erst einmal. Denn eine Stiftung nur zu gründen, weil es gerade in Mode ist, ist unsinnig. Eine Stiftung, welche nachhaltig Gelder für Ihren Verein oder Ihre Gemeindearbeit erwirtschaften soll, muss zu ihrem Fundraising-Mix und vor allem zu ihren finanziellen Zielen passen. „Knapp bei Kasse? Stiftung gründen?“ weiterlesen

Grüne, rote und schwarze Worte

„Welche Farbe haben Ihre Worte?“ Diese Frage stellte ich beim Fundraising-Seminar in Hermannstadt/Sibiu (Rumänien). Zwei Teilnehmer kamen von ONKOS, einem Verein, der Krebskranken hilft, das Leben zu bewältigen. Es sollte im Rahmen einer Übung ein positiver Slogan für den Verein gefunden werden.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer taten sich recht schwer damit, denn die Situation der Krebskranken war zuvor in sehr düsteren – und leider nur zu realistischen – Worten beschrieben worden. „Grüne, rote und schwarze Worte“ weiterlesen