Gelesen: Database + Fundraising

„Zunehmend führen Nonprofit-Organisationen auch in Deutschland ihre Förderkarteien mit Hilfe von Computerprogrammen.“

Marita Haibach: Fundraising (3. Auflage, 1997, S. 162)

Gibt es ein passenderes Zitat, um die Besprechung eines Buches über das Thema Database und Fundraising einzuleiten? Erst 23 Jahre sind seither vergangen. Aber 23 Jahre, in welchen sich die Datenverarbeitung um Welten weiterentwickelte. Heute ist sie aus dem Fundraising-Alltag nicht mehr wegzudenken, nicht nur bei Online-Spenden und der Buchhaltung.

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Gelesen: Förderlotse Handbuch Fördermittel

Das Thema Fördermittel ist im Fundraising exotisch und allgegenwärtig zugleich. Je nach Organisation sind die Bereiche Fördermittel-Aquise und Fundraising streng getrennt oder in einer Person vereint. Die Zielgruppe für das Handbuch Fördermittel von Torsten Schmotz sehe ich sowohl bei Fundraiser*innen als auch bei Mitarbeitenden, welche sich rein um Fördermittel kümmern.

Das Buch erklärt auf über 330 Seiten wirklich alles, was es zum Thema Fördermittel-Einwerbung an Wissen braucht. Förderlandschaft, Projektkonzepte, Fördermittel-Fundraising, EU-Mittel / Lotterien / Stiftungen, Antragsentwicklung, Projektvereinbarung, Abrechnung und Implementierung der Fördermittelaquise in die NPO sind die Hauptthemen des als E-Book und gedrucktem Buch erschienenen Bandes.

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Gelesen: Online-Spendenaktionen

Spendenaktionen sind eine Weiterentwicklung der Anlass-Spenden, wie sie in vielen NPOs lange bekannt sind. Der Unterschied liegt im Wesentlichen darin, dass sich diese Spendenaktionen nicht mehr auf die klassischen Anlässe Geburtstag, Jubliäum oder Trauerfall beschränken. Wenn dann noch primär über das Internet kommuniziert wird, sprechen wir von einer Online-Spendenaktion.

Auf Basis ihrer Masterarbeit hat Sonja Harken gemeinsam mit dem bei „Aktion Deutschland hilft“ für Online-Spendenaktionen tätigen Martin Hodsman diesen Ratgeber verfasst.

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Rezension: Quick Guide Bildrechte (2. vollst. überarb. Auflage)

Ob im Mailing, in Prospekten oder auf Websites und Social Media-Präsenzen: Ohne aussagekräftige Fotos kommt Fundraising nur selten aus. Und es dürfte nur wenige Fundraiser geben, welche sich noch nie mit dem Thema Bildrechte auseinandergesetzt haben. Doch wer von uns kennt sich damit wirklich aus? Viel Halb- und Falschwissen kursiert in der Branche.

Doch damit sollte seit 2017 Schluß sein. Denn mit dem „Quick Guide Bildrechte“ veröffentlichte Autor Christian W. Eggers einen sachkundigen und leicht lesbaren Führer durch dieses zum Teil heftig verminte Gebiet. 2017 kaufte ich mir die erste Auflage. Nun, 2019, erschien bereits die 2. Auflage, vollständig überarbeitet.

Es geschieht nicht allzu oft, dass ein Buch bereits nach zwei Jahren vollständig überarbeitet erscheint. Im Fall der Bildrechte hat das aber einen allseits bekannten Grund aus fünf Buchstaben: DSGVO.

Die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) tritt parallel zum Kunsturheberrecht, ersetzt dieses zum Teil, ergänzt dieses an anderer Stelle. Christian Eggers, Fotograf und zertifizierte Fachkraft für Datenschutz, lotst kundig durch diese schwierigen Gewässer mit vielen Untiefen. Allerdings kann, anders als bei der ersten Auflage des Buches, noch nicht auf höchstrichterliche Entscheidungen verwiesen werden. Denn zahlreiche Grundsätze zum „Fotorecht“ sind unter Anwendung der DSGVO nicht mehr so einfach übernehmbar.

Der grundsätzliche Blick bei der Bildnutzung geht in zwei Richtungen. Einmal in die Richtung des Urheberrechts am Bild und einmal in die Richtung der Persönlichkeitsrechte abgebildeter Personen und des Kontextes, in welchem das Bild publiziert werden soll.

Wer das Buch liest, merkt erst, an wie vielen Ecken man aufpassen sollte und muss, um nicht am Ende mit einer kostenpflichtigen Abmahnung und Anwaltsgebühren im vierstelligen Bereich zu enden. „Rezension: Quick Guide Bildrechte (2. vollst. überarb. Auflage)“ weiterlesen

Rezension: „Zukunftsorientiertes Stiftungsmanagement“

Wie schreibe ich eine wohlwollende Rezension, wenn ich mit einem Buch so gar nicht warm werde? Am besten ist wohl, ich lasse die Katze mit dem ersten Satz gleich aus dem Sack…

Das Buch „Zukunftsorientiertes Stiftungsmanagement“ vereint im Herausgeber- und Autor*innen-Kreis namhafte und in der Stiftungsszene bekannte und teils langjährig erfahrene Persönlichkeiten. Der Klappentext verspricht „einen umfassenden Überblick des strategischen Managements von Organisationen im Stiftungswesen und der damit verbundenen Erfahrungen.“ Mein Respekt vor der Mühe, welche die Redaktion und die Koordination der vielen Autor*innen sicher ausgelöst hat und Dank den Autor*innen, ihr Wissen teilen zu wollen.

Doch nun zu den Inhalten und dazu, warum ich mit dem Buch nicht warm wurde: „Rezension: „Zukunftsorientiertes Stiftungsmanagement““ weiterlesen

Rezension: Wozu die Wirkung sozialer Arbeit messen?

Die altruistische Motivation zur Unterstützung in Not geratener Menschen hat scheinbar ausgedient. Sozialstaatliche Leistungen sollen einen gesellschaftlichen Mehrwert und finanzielle Überschüsse in der Zukunft generieren. Der Wirkungsnachweis sozialer Arbeit wird zur Bedingung für eine Finanzierung.

So vereinfacht könnte man die Debatte um das Thema „Wirkung in der sozialen Arbeit“ charakterisieren. Das Thema Wirkung ist nach Jahrzehnten des Fachdiskurses nun in der öffentlichen Debatte um NGOs und Stiftungen angekommen: sei es nun in Form der 2015 im „Kursbuch Wirkung“ von der Bertelsmann-Ausgründung PHINEO veröffentlichten Wirkungstreppe (Output/Outcome/Impact) oder dem SROI (Social Return on Investment) als Versuch, die Wirkung sozialer Arbeit zu messen.

Nun, Wirkungsmessung ist keine besonders neue Erfindung, das zeigen Monika Burmester und Norbert Wohlfahrt im bewusst kontrovers angelegten und auf 63 Seiten komprimierten Taschenbuch „Wozu die Wirkung sozialer Arbeit messen?“ auf. Neu ist aber die Investoren-Denke, welche sich im Fahrtwind der neoliberalen Entwicklung ausbreitet. „Rezension: Wozu die Wirkung sozialer Arbeit messen?“ weiterlesen

Rezension: Fundraising zwischen Ökonomisierung und Mitmenschlichkeit

Masterarbeiten geht ja selten der Ruf voraus, wirklich Neues zu beschreiben. Und so war ich etwas skeptisch, als ich die Abschlussarbeit von Stefanie Hirschfeld im Rahmen des Masterstudiums „Mehrdimensionale Organisationsberatung“ in die Hände bekam.

Die Arbeit im überschaubaren Umfang von 120 Seiten beginnt mit einer fundierten Einführung in die Welt des Fundraisings, der konzeptionellen Grundlagen, der Professionalisierung, der Positionierung und der Ethik.

Im ersten Fazit kommt sie zur Erkenntnis, dass sich sowohl Fachzeitschriften als auch weite Teile der Fachliteratur primär mit der Perfektionierung einzelner Fundraising-Instrumente befassen und dass kritische oder belastende Themen kaum zur Sprache kommen, wenngleich diese dauerhaft präsent im Alltag von Fundraiser*innen sind. Fokus der Arbeit ist daher die spezifische emotionale, soziale und organisationale Herausforderung an die Berufsgruppe der Fundraiser*innen. Hierzu führte Stefanie Hirschfeld fünf ausführliche Einzelinterviews mit langjährig erfahrenden Fundraiser*innen aus unterschiedlichen Hilfsfelder des sozialen und kulturellen Sektors. „Rezension: Fundraising zwischen Ökonomisierung und Mitmenschlichkeit“ weiterlesen

Rezension: Generation Y – wie wir glauben, lieben, hoffen


Wie kommt ein Buch über die Glaubensvorstellungen einer Generation auf die Rezensionsliste im Fundraising-Knigge? Nun, als Fundraiser*in geht es ohne fundiertes Wissen, wie Menschen „ticken“, einfach nicht. Wir sind weit mehr Psychologen und Soziologen als Betriebswirte, auch wenn Außenstehende oder Vorstände das oftmals nicht sehen (wollen).

Als Generation Y werden diejenigen bezeichnet, welche zwischen 1980 und 1999 geboren sind, heute also zwischen 18 und 37 Jahre alt sind – was auch schon eine ganz ordentliche Altersspanne darstellt.

Die Theologin und Autorin Stephanie Schwenkenbecher und der Theologe und ZEIT-Journalist Hannes Leitlein haben – beide gehören dieser Generation an – auf Anregung des Neukirchener Verlages diese Buch verfasst und dazu recherchiert. Da wir im Fundraising immer wieder über junge Menschen als Zielgruppe sprechen und andererseits religiöse Motive oder Prägungen für eine Spendenentscheidung hoch relevant sind, war ich auf das Buch sehr gespannt. Und als empirischer Dipl.-Soziologe mit Schwerpunkt Soziologie der Lebensalter interessiert es mich sowieso. „Rezension: Generation Y – wie wir glauben, lieben, hoffen“ weiterlesen

Rezension: Aus Führungsfehlern lernen

Jede Art von Führung ist anfällig für Fehler. Eine nicht funktionierende Führung hat meist mehrere Ursachen. In Non-Profit-Organisationen tragen Handelnde eine besondere Verantwortung, denn ihre Fehlentscheidungen können Auswirkungen auf einzelne Personen sowie die ganze Organisation haben. Führungskräfte stellen hier den Rahmen und sorgen für die notwendige Stabilität einer Organisation.

Das neue Handbuch „Aus Führungsfehlern lernen“ zeigt Fehlerquellen in den Rahmenbedingungen, das Verhältnis und die Spannung zwischen „Fehler und Lernen“ sowie typische individuelle Führungsfehler auf. „Rezension: Aus Führungsfehlern lernen“ weiterlesen

Rezension: Großspenden-Fundraising – Wege zu mehr Philanthropie

80:20 – das klassische Pareto-Prinzip. Nach diesem Verhältnis verteilen sich in vielen gemeinnützigen Organisationen die Zahl der Spendenden zur Höhe der gespendeten Beiträge. 80% der Spender/innen geben 20% der insgesamt eingeworbenen Spenden. Und rund 20% der Spender/innen sind kommen für 80% der Spendeneinnahmen auf. Ob es nun im Einzelfall 80:20, 70:30 oder 90:10 ist, spielt keine Rolle. Entscheidend ist, dass in den meisten spendensammelnden Organisationen eine vergleichbare Relation sichtbar ist. Und damit wird auch schlagartig klar, warum die Arbeit mit Großspender/innen so häufig als die Königsdisziplin im Fundraising bezeichnet wird. „Rezension: Großspenden-Fundraising – Wege zu mehr Philanthropie“ weiterlesen