Sachspendenangebote durch Unternehmen

Sachspenden, welche von Mitarbeitenden einer Firma für die Weitergabe an Klienten gesammelt wurden.

Sachspenden durch Unternehmen sind für einige Organisationen wesentlicher Bestandteil im Fundraising. Organisationen in der Entwicklungs-Zusammenarbeit erhalten oft palettenweise Sachspenden durch Unternehmen, welche dann in die Empfängerländer weitergeleitet werden.

Doch auch im Alltag von lokal oder regional tätigen gemeinnützigen Organisationen kommen Sachspenden durch Unternehmen häufig vor. Aus meiner Praxis bei der eva Evangelischen Gesellschaft Stuttgart der letzten Jahre waren dies beispielsweise „Sachspendenangebote durch Unternehmen“ weiterlesen

Adress-Recherche in der Praxis

Unklare Adressen von Spendern sind Alltag jeder Spendenbuchhaltung. Häufig geben Spender bei der Überweisung keine oder keine vollständige Anschrift in den Verwendungszweck-Zeilen ein. Dies kann absichtlich geschehen, um keine Folge-Spendenaufrufe zu erhalten, oder weil keine Zuwendungsbestätigung (Spendenbescheinigung) benötigt wird. Anderen reicht vielleicht der Platz nicht oder sie vergessen es einfach.

Im Fundraising ist jede unklare Adresse ein Problem. Denn damit endet die Beziehungspflege zum Spender, noch bevor sie angefangen hat. Das macht sich finanziell bemerkbar. „Adress-Recherche in der Praxis“ weiterlesen

Berliner Compliance Modell für Sponsoren

Auf den Tipp unseres Innenrevisors hin, wurde ich auf das „Berliner Compliance Modell“ für Sponsoren und Förderer aufmerksam.

Vor dem Hintergrund, dass es auf Grund komplexer Compliance-Vorgaben insbesondere im Kultur-Bereich zunehmend schwieriger wird, Sponsoren zu akquirieren und vor allem auch einzuladen, wurde im Rahmen des Rheingau Musikfestivals ein relativ einfaches Modell entworfen. Ziel ist es, durch ein einfaches Beurteilungsschema, sowohl bei dem Sponsor als auch bei der gesponserten Institution, Rechts- und Handlungssicherheit bezüglich der Zulässigkeit von Veranstaltungseinladungen zu schaffen.

Falls Sponsoren und sonstige Förderer Bedenken hinsichtlich der rechtlichen Zulässigkeit von Einladungen geäußert haben und Gefahr besteht, dass sie diese ablehnen, bietet bietet das Modell gute Anhaltspunkte, um offensiv mit solchen Bedenken umzugehen und in Einladungen auf die „Übereinstimmung mit dem Berliner Compliance Modell“ hinzuweisen.

Das Modell und weitere Informationen sind unter https://www.rheingau-musik-festival.de/sponsoren-foerderer/berliner-compliance-modell/ zu finden.

Ich zitiere die Zusammenfassung:

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Pauschalierte Annahme der Unbedenklichkeit einer Einladung bei Vorliegen folgender Voraussetzungen:

  • Kein enger Zusammenhang mit einem Geschäftsabschluss oder einer sonstigen konkreten Geschäftsentscheidung
  • Der Gesamtwert einer Einladung pro Eingeladenem liegt bei ungefähr 100 Euro; mit einer Begleitperson bei ungefähr 200 Euro. Dieser Betrag kann je nach Standort und Wirtschaftskraft regional auch höher liegen.
  • Die Einladung erfolgt transparent (Einbeziehung von Geschäftsführung und Compliance-Beauftragten)
  • Der Eingeladene ist kein Amtsträger, sondern Unternehmensvertreter in gehobener Stellung (Sozialadäquanz)

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Das Berliner_Compliance_Modell habe ich – falls sich der obige Link ändern sollte – als pdf-Datei auf meiner Seite zum Abruf gespiegelt.

Mailings sammeln – aber sinnvoll

In meinen Vorträgen sage ich gerne, dass wir Fundraiser*innen voneinander lernen müssen. Und dazu zählt, dass wir – Jäger und Sammler die wir sind – uns die Mailings und Spendenbitten anderer Organisationen ansehen. Viele Kolleg*innen machen dies auch und es haben sich in der Praxis zwei Sammelformen herauskristallisiert: „Mailings sammeln – aber sinnvoll“ weiterlesen

Rezension: Profi-Handbuch Fundraising

20160515_130425-1-768x902Seit gut 10 Jahren gibt es das Profi-Handbuch Fundraising mittlerweile. Die nunmehr 3., aktualisierte Auflage zeigt das Interesse der Hauptautorin Barbara Crole und des Verlags, das Buch aktuell zu halten.

Der Titel „Profi-Handbuch Fundraising“ ist nicht ganz glücklich gewählt. Zum einen wendet sich dieses Buch in keiner Weise nur an Profis, sondern ist eine sehr praxisnahe und für Einsteiger hervorragend geeignete Einführung. Zum anderen aber suggeriert der Titel, dass es eine Abbildung des Fundraisings darstellt und das ist mir dann zu hoch gegriffen. Im Kern behandelt das Buch alles rund um das gute alte Spendenmailing, die briefliche Bitte um Unterstützung. Bei aller Bedeutung, welche das Mailing im Fundraising hat, gibt es in der Praxis noch sehr viele andere Fundraising-Instrumente, welche hier aber keine Berücksichtigung finden. Das ist nicht schlimm, aber dürfte im Titel zum Ausdruck kommen.

Wie geschrieben, im Kern geht es um das Spendenmailing. „Rezension: Profi-Handbuch Fundraising“ weiterlesen

Stilkritik: Zwei Appelle ans Christsein

einsiedelnInnerhalb weniger Tage erreichten mich zwei Spendenbitten. Beide fallen aus dem üblichen (etwas langweiligen) Rahmen, beide kommen von katholischen Organisationen und beide werben explizit mit einer kirchlich christlichen Tonart.

Die Pflicht zur Unterstützung der Armen findet sich in allen großen Religionen. Und Spenden aufgrund christlicher Prägung stellt sicher die stabilste, die verlässlichste Motivlage dar, an welche appelliert werden kann. Das gilt natürlich nicht nur für explizit kirchliche Organisationen und nicht nur für kichlich gebundene Menschen. Christlich geprägte Motive beim Geben sind als kulturelles Allgemeingut auch bei Kirchenfernen unterschwellig annehmbar.

Nun, von kirchlichen Organisationen dürfen wir getrost annehmen, dass es ihnen weder fremd noch gar peinlich ist, explizit ihren kirchlichen Hintergrund in den Vordergrund zu stellen und als Grundlage für ihr soziales Wirken zu benennen. Und es ist nachvollziehbar, dass versucht wird, den gemeinsamen religiösen Hintergrund mit ihren Spendern zu betonen, um Gemeinschaft zu konstituieren, die Spendenwahrscheinlichkeit zu erhöhen.

Die beiden Mailings, welche ich skizzieren möchte, sind von „adveniat – für die Menschen in Lateinamerika“ und vom „Malteser Hilfsdienst e.V.“. „Stilkritik: Zwei Appelle ans Christsein“ weiterlesen

So „ticken“ Stifter

irisFür einen gelungenen Stiftungsantrag braucht es eine fundierte Recherche vorab. Und zur Recherche bei Stiftungen gehört das Wissen, dass jede Stiftung anders tickt und vor allem anders geführt wird.

Zwei wichtige Typen von Stiftungen lassen sich pragmatisch unterscheiden. Da gibt es die – meist größeren – managementgeführten Stiftungen und es gibt die „inhabergeführten“ Stiftungen.

Bei den, wie ich sie nennen mag, managementgeführten Stiftungen liegt die Leitung der Stiftung bei angestellten Mitarbeitern. Gerade größere und ältere Stiftungen sind so geführt, haben manchmal eigene Projektbereiche, Ausschreibungen und ein dezidiertes Antragsverfahren.

Häufiger sind mittlerweile, dem Boom der Stiftungsgründungen der letzten 15 Jahre geschuldet, die „inhabergeführten“ Stiftungen. „Inhaber“ ist in Anführungszeichen, da eine Stiftung ja niemandem außer „sich selber“ gehört, eine Vermögensmasse darstellt. Aber diese Stiftungen werden oft von ihrem Stifter oder engen Vertrauten des Stifters / der Stifterin geführt. Sie sollten also eher „stiftergeführte Stiftung“ genannt werden.

Wer von einer solchen, stiftergeführten Stiftung, Unterstützung erhofft, muss sich ganz klassisch mit Motiven auseinandersetzen. „So „ticken“ Stifter“ weiterlesen

Anträge bei Stiftungen stellen – aber richtig!

So sollte eine Biite an eine Stiftung nicht aussehen.
So sollte eine Bitte an eine Stiftung nicht aussehen.

Wenn eine Stiftung eine Website hat, Mitglied im Bundesverband Deutscher Stiftungen ist oder auf anderem Weg in einem öffentlichen Stiftungsverzeichnis gelandet ist, wird sie früher oder später Förderanträge erhalten. Mich erreichte bei eva’s Stiftung kürzlich beispielsweise ein Antrag, aus welchem der nebenstehende Textausschnitt stammt. Mir wird in einem zweiseitigen Brief ein soziales Beratungsprojekt vorgestellt. Als Bitte lese ich die Formulierung:

„Unsere Bitte an Sie: Unterstützen Sie [xxx] in seiner Startphase und beim weiteren Aufbau mit einem finanziellen Beitrag. Denn gute Árbeit und soziale Gerechtigkeit muss für alle möglich sein. Für weitere Informationen stehen wir gerne zur Verfügung. Selbstverständlich stellen wir dafür Spendenquittungen aus. Über eine Antwort würden wir uns sehr freuen, gerne füllen wir auch Ihre Antragsformulare aus.“ „Anträge bei Stiftungen stellen – aber richtig!“ weiterlesen

Keiner spendet für Miet- und Personalkosten

Spenden Sie für Personal- und Sachkosten? Nein, ich spende für Straßenkinder!
Spenden Sie für Personal- und Sachkosten?
Nein, ich spende für Straßenkinder!

Meine Standardfrage in Einführungsveranstaltungen zum Fundraising lautet: „Ich gebe Ihnen 500 / 5000 Euro. Machen Sie mir einen Vorschlag, was Ihre Organisation damit bewegen würde.“

Nach einer gewissen Aufwärmzeit erhalte ich dann eine ganze Reihe von Wortmeldungen. Meist sind die ersten, die sich melden, Vertreter/innen von stationären Einrichtungen, Wohnheimen etc. Gerade dort ist immer Bedarf nach kleineren und größeren Anschaffungen. Und die Teilnehmer können ihren Bedarf auch gut begründen.

Wenn ich dann die anderen Teilnehmer nach ihren Bedarfen frage, höre ich fast sicher folgendes: „Unsere Kosten bestehen zu 90 Prozent aus Personal- und Mietkosten. Das ist so unattraktiv, da spendet uns keiner etwas.“ „Keiner spendet für Miet- und Personalkosten“ weiterlesen

Mailing-Thema: Wenn die Entscheidung einmal schwer fällt

Vorstand und Fundraiser müssen das Mailing-Thema gemeinsam finden.

Jetzt sind wir entweder noch auf dem letzten Drücker für ein Mailing zu Weihnachten, oder bereits in der Planung für das kommende Jahr. Wie auch immer, vor allen kreativen textlichen und bildlichen Entwürfen steht die Wahl des Themas. Und hier sehen die Wege ganz unterschiedlich aus:

  • Frühjahr, Weihnachten – wir haben ein festes Thema
  • Der Vorstand gibt das Thema vor – reihum darf jeder einmal etwas auswählen
  • Es gibt einen Proporz, so dass alle Themen der Einrichtung, der Kirchengemeinde, einmal drankommen
  • Wir stellen alle 15 Themen zur Auswahl, die Spender sollen entscheiden
  • Die Einrichtung ist eigentlich gut finanziert und macht Fundraising als „Hobby“ entsprechend schwierig finden sich Themen (Gartengestaltung, …)

Alle Varianten habe ich schon in vielen Vereinen, Kirchengemeinden oder NGOs erlebt. Allen gemeinsam ist, dass sie keine Entscheidung aus Fundraising-Sicht sind.

Themen-Wahl aus Fundraiser-Sicht

Welches Ziel verfolgen wir im Fundraising mit einer Spendenbitte? Will ich zweckgebundene oder zweckfreie Spenden einwerben? Wenn ich die „Hausliste“ (oder meine Gemeindemitglieder) anschreibe, dann ist es meist die Hoffnung, möglichst viele Spenden einzunehmen. Wenn ich eine „Fremdliste“ oder per Hauswurfsendung, Beilage etc. werbe, habe ich auch das Ziel, möglichst viele Neuspender von meinem Anliegen zu begeistern. Oder, dritte Variante, ich möchte Spender mit einem bekannten Thema abholen und als Dauerförderer gewinnen bzw. zu einer höheren Spende als bisher motivieren.

Diese Ziele müssen in die Wahl und in die Ausgestaltung des Themas einfließen!

Ergänzende Fragen zur Themenwahl wären also beispielsweise:

  • Ist es ein leicht verständliches und emotional starkes Thema, welches ohne lange Erklärungen einleuchtend im Mittelbedarf ist?
  • Kann ich gute Fotos machen (lassen), bzw. verfüge über ein Bildarchiv dazu?
  • Lässt sich das Thema in in einen größeren Kontext einbetten (z.B. eine Wärmestube in den übergeordneten Kontext „Wohnungslosenhilfe“)?
  • Gibt es einen tatsächlichen Mittelbedarf, der nachvollziehbar ist?
  • Kann ich eine „Shopping-List“ erstellen, also eine kleine Liste, was mit welchen Beträgen bewirkt werden kann?
  • Gibt es zu dem Thema bereits Erfahrungen im Fundraising?
  • Ist es ein Thema, welches eher eine Notlage lindert, oder eines, welches leicht als „Luxusthema“ angesehen werden kann?
  • Verfüge ich über Fallgeschichten, bzw. komme ich an diese leicht heran?
  • Verfügt das Thema über das Potential, eventuell über mehrere Jahre hinweg „Stoff“ für Mailings liefern zu können?
  • Sind Erfolgsgeschichten verfügbar, so dass wir zeigen können, wie wir das Problem lösen (werden)?
  • Gibt es einen aktuellen Anlass, der als Aufhänger dienen kann?
  • Finden Sie einen jahreszeitlichen Bezug zum Thema (Wohnungslosigkeit=Winterthema, Jugend=Frühjahr?)?
  • Biete ich – z.B. als Kirchengemeinde, sonst rate ich davon ab – gleich 2-3 Themen an, sowie „Wo am Nötigsten“? Damit erreiche ich sowohl die Kerngemeinde, als auch fernere Mitglieder.

Diese Fragen helfen auch dabei, zwischen zwei zur Auswahl stehenden Themen, welche auf den ersten Blick gleichartig wirken, zu entscheiden.

Es ist auch keineswegs notwendig, gerade bei größeren und vielfältigeren Einrichtungen, die Themen ständig zu wechseln, um nun ja die Spender nicht zu langweilen. Ganz im Gegenteil halte ich es mittlerweile für sinnvoll, ein starkes Thema auch über 2-4 Jahre (oder mehr) am Laufen zu halten. Denn: Ihre Spender erleben dadurch Kontinuität, können sich thematisch einstellen. Als Fundraiser oder auch als Agentur ist man von einem Thema schnell mal „gelangweilt“, weil man sich ja über einen längeren Zeitraum im Rahmen der Mailingerstellung damit beschäftigt. Das geht mir auch immer wieder so. Manchmal kann man es als Fundraiser einfach nicht mehr lesen. Aber: Spender hingegen erhalten einen Brief, lesen ihn und spenden oder legen ihn weg – das war’s! Wenn jetzt im nächsten Jahr wieder ein neues Thema kommt, kann es an nichts bekanntem andocken. Gönnen Sie Ihren Spendern die Chance, ein starkes Thema wirklich kennen und schätzen zu lernen. Dazu braucht es mehr als nur einen Brief.

Und: Hatten Sie schon einmal ein sehr erfolgreiches Mailing? Dann nutzen Sie es zum Beispiel nach zwei Jahren (ggf. aktualisiert) erneut! Damit wurden schon sehr gute Erfahrungen gemacht.

Viel Erfolg  bei der Planung und Entscheidung!