Einsteigerworkshop auf der kollekta

Am 20.09. halte ich auf der kollekta den Einsteiger-Workshop.

Am 20. September ist es wieder soweit. Bereits zum 12. Mal treffen sich Fundraiserinnen und Fundraiser aus Kirche, Caritas und Diakonie zur kollekta.

Auch in diesem Jahr wird es zahlreiche Anregungen geben – für EinsteigerInnen wie für erfahrene FundraiserInnen. Mit Vorträgen, Seminaren und Workshops in den Sparten Fundraising und Kommunikation online/offline und Kirche, Markt & Trends ist die kollekta wieder eine Plattform, um sich über neue Trends, Methoden und Entwicklungen im Fundraising zu informieren und diskutieren.

Die kollekta 2012 im Stephansstift in Hannover bietet

  • ganztägige Workshops – für Fundraising-EinsteigerInnen und für Fortgeschrittene
  • spannende Seminare rund ums Fundraising
  • Vorträge zu besonderen Themen
  • wie immer viele Möglichkeiten zum anregenden Austausch mit ReferentInnen und KollegInnen

Und warum schreibe (bzw. zitiere von der Veranstalter-Homepage) ich das? Weil das Programm einerseits gut ist und andererseits ich den Einsteigerworkshop (insgesamt drei Stunden) halten werde.

Zum Programm der kollekta 2012 gelangen Sie hier.

 

In eigener Sache: Kolleg/in gesucht

Fundraisingstelle ab 1.1.13 zu besetzen.

Ich suche eine neue Kollegin / einen neuen Kollegen als Fundraiser/in bei meinem Arbeitgeber, der eva Evangelischen Gesellschaft Stuttgart. Interesse? Ab 13. August ist die Online-Bewerbung möglich, Frist bis 24. September. Nutzt die Urlaubszeit!

http://www.eva-stuttgart.de/fileadmin/redaktion/PDF/Stellenangebote/eva_Stuttgart_-_Ausschreibung_FR-Stelle.pdf

Blick über den Tellerrand: der IFC in den Niederlanden

Die Fundraising-Szene in Deutschland ist umfangreich, bunt und teilweise hoch professionell. Der Deutsche Fundraising-Kongreß zeigt dies sehr schön. Gleichwohl werde ich mir dieses Jahr – zum zweiten Mal nach 2010 – den Besuch des „International Fundraising Congress“ in den Niederlanden vom 16.-19. Oktober gönnen. Warum? Nun, ich erwarte mir einen kräftigen Blick über den bundesrepublikanischen Tellerrand. Beim Deutschen FR-Kongreß ist die Versuchung oft groß, das Networking über die Inhalte der Seminare, Workshops und Präsentationen zu stellen. Beim IFC hingegen überwiegt für mich bei weitem der Inhalt der Workshops, die Faszination der oft wenig bekannten Referentinnen und Referenten. Oder, wie ich 2010 in meinem Bericht zum Kongress notierte:

IFC 2010 – Eindrücke

Der Kongress 2010 war eine faszinierende und große Veranstaltung mit insgesamt 960 Teilnehmenden aus 61 Nationen. Außer China und Teilen Asiens war wohl jeder Kontinent vertreten.

Das Programm von Dienstag bis Freitag war sehr voll. Zwei Plenen, eine ganztägige Masterclass (Di/Mi) und sieben Seminar à 1,5 Stunden boten viel Input und Austausch. Die halbstündigen Pausen waren sehr schnell rum, da man in manchen Seminaren rechtzeitig sein musste, damit man einen Platz erhielt.

Die Vortragsfolien stehen recht zuverlässig zum Download bereit auf der Website des Veranstalters. Die Veranstaltung wird weitgehend durch Freiwillige vorbereitet und die Referenten referieren ohne Honorar.

Die Kongresssprache war durchgängig Englisch. Es gab ca. 27 deutsche Teilnehmende, doch bis auf 3 Kontakte blieben diese „unsichtbar“.

Die Seminare verliefen in einer sehr konzentrierten und interessierten Atmosphäre. Der Vortragsstil war britisch-amerikanisch lebendig. Die Teilnehmer, welche teils aus afrikanischen Staaten oder sogar Australien kamen, hatten ein klares Lerninteresse.

Mein persönliches Fazit: Es war eine tolle Veranstaltung mit sehr vielen Impulsen. Viel stärker als die in Deutschland verbreitete Sicht auf technische Maßnahmen war der Blick auf die Befindlichkeiten und Wünsche der Spender. Außerdem wird international viel mehr mit Emotionen gearbeitet und der in Deutschland insgesamt so verbreitete sachliche Stil ist eher verpönt. Im DZI würden sie wohl so manche Kampagne kassieren wollen. Ich denke, hier haben wir Entwicklungsbedarf. Sprachlich war es relativ einfach den Vorträgen zu folgen. Im Gespräch entscheiden dann die jeweiligen aktiven Wortschätze über die Austauschmöglichkeit …

Wenn nur eine kleine Idee Resultate zeigt, hat sich der Kongressbeitrag (einschließlich des zeitlichen Aufwandes) schon gelohnt …

Soweit meine Notizen aus 2010. Daneben hatte ich rund 13 A4-Seiten auf dem Notebook mitgeschrieben bzw. abends aus den handschriftlichen Notizen übertragen. Eine Fleißarbeit, die sich aber in der Nachbetrachtung sehr gelohnt hat. Denn noch heute lese ich die Notizen ca. halbjährlich mal durch und entdecke wieder den einen oder anderen interessanten Ansatz.

Technisch betrachtet hatte ich einen kleinen elektronischen Übersetzer dabei, falls mal ein zentrales Wort vorkäme, welches ich nicht kenne. Doch er bleib meist unbenutzt.

Mitnotiert habe ich teils auf Englisch, teils auf Deutsch. Schneller ging meist das Mitschreiben auf Englisch, da dann die Übersetzungszeit entfiel.

Kostenlos ist er nicht …

Schon der deutsche Kongreß lässt mit seinem Preis die Teilnahme vieler scheitern. Der IFC legt da noch einige Scheite drauf, so dass man schnell 2.100 GBP zahlt. Mit Reisekosten komme ich auf ca. 2.700 Euro für vier volle Tage (es gehen auch nur drei Tage, dann ohne Workshop) incl. Hotel.

Das ist nicht jeder Arbeitgeber bereit zu zahlen. Jedoch verwundert mich die Sparsamkeit mancher sozialer Einrichtungen schon, wenn es um die Fortbildung von Fundraisern geht. Für Porto, Grafik und Agenturen wird da gerne mal ein Mehrfaches ausgegeben, ohne dass mit der Wimper gezuckt wird. Doch wenn es um die Qualifikation der Mitarbeitenden geht, wird schnell gespart.

Ich argumentiere immer: Wenn sich nur eine neue Idee rechnet, dann ist das Geld für den Kongreß gleich mehrfach drin. Davon bin ich überzeugt.

Aber: Diese Haltung verlangt von uns Fundraisern auch, den Kongreß konzentriert, offen und reflektierend zu besuchen.  Dann ist es eben kein „Fundraiser-Klassentreffen“, sondern DIE Ideenbörse, um die eigenen sozialen, karitativen, ökologischen, kirchlichen Zwecke wirkungsvoll durch Fundraising stärken zu können.

Mein Tipp: Ausprobieren!

Visitenkarten-Kollekte

Spenden – mit seinem guten Namen.

Bei Veranstaltungen wird häufig um eine Spende für einen sozialen Zweck gebeten. Am bekanntesten ist hier sicherlich das Opfer im Gottesdienst. Aber auch bei Jahresfesten, Familienfeiern, Spendertreffen, Besuchergruppen etc. steht häufig ein Körbchen auf einem Tisch oder am Ausgang mit einem Hinweis auf den zu fördernden Zweck. Bei Choraufführungen gibt es gerne die „verschärfte“ Variante, bei der jüngere Kinder die Körbchen halten und mit treusorgendem Augenaufschlag um finanziellen Nachschlag bitten.

Schön und gut, doch die Methode hat zwei Haken.

Problem Nr. 1: Bargeldmangel

Immer weniger Leute haben nennenswerte Bargeldbeträge in der Geldbörse. Bereits 8 €-Käufe werden heutzutage im Drogeriemarkt per Karte bezahlt … wer in der Schlange dahinter steht, weiß ein Lied davon zu singen. Entsprechend gering fallen dann oft die Kollekten aus.

Problem Nr. 2: Steuerlast

Beim Spenden fängt für viele erst bei einer in Aussicht stehenden Zuwendungsbestätigung (also der guten alten Spendenbescheinigung) der Spaß an. Papa Staat soll sich gefälligst am Spenden indirekt beteiligen. Und bei Bargeldspenden ins Töpfchen ist das nunmal ein Problem.

Eine Lösung: Lassen Sie Ihre Spender mit ihrem guten Namen spenden

In den USA kennen wir aus vielen Berichten die Fundraising-Dinner, -Lunches etc. Dort wird einfach per Kreditkarte oder Scheck bezahlt. Doch wer hat hierzulande zuletzt mal einen Scheck gesehen oder gar selber ausgestellt? Euroschecks sind längst abgeschafft …

Kürzlich hatten wir (d.h. mein Brötchengeber, die eva Evangelische Gesellschaft Stuttgart) die tolle Gelegenheit, bei einer großen Firmenmesse eines unserer Projekte präsentieren zu dürfen – im Plenum, anmoderiert vom Ministerpräsidenten, rund 600 Zuhörende Firmenvertreter. Ausgangsidee war, im Nachgang die Leute anzuschreiben und um eine Spende zu bitten. Doch das erschien mir zu weit weg.

Also positionierten wir uns am Ausgang mit einem kleinen Stand und einer Spendensäule, um dort – ganz klassisch – um Spenden zu bitten. Denn: Erlebnis bringt Ergebnis – direkt nach der emotionalen Info gibt man doch am ehesten.

Um nun die beiden oben genannten Probleme bei der Bargeld-Kollekte zu umgehen, wurde bei der Präsentation eine weitere Möglichkeit erwähnt, spenden zu können:

Geben Sie uns einfach Ihre Visitenkarte. Wenn Sie möchten, können Sie bereits einen Betrag notieren, um den wir Sie dann nach der Messe bitten dürfen.

Irgendwo hatte ich von dieser Idee mal gehört, aber sie selber nie eingesetzt. Hier schien nun der geeignete Moment, denn Visitenkarten haben sicher alle Messegäste bei sich.

Visitenkartenspenden schlagen Geldspenden

Unser kleiner Stand (nur Spendensäule und ein Roll-Up) war danach gut umlagert und wir erhielten eine Menge Scheine. Nur ein einziger Besucher warf Münzen ein. Das erste Ergebnis:

  • Rund 110 Geldscheine (geschätzt einer pro Person) wurden eingeworfen: 1548,- Euro
  • 8 Visitenkarten wurden mit Betrag eingeworfen: 2.270 Euro
  • 10 Visitenkarten wurden ohne Betrag eingeworfen: … wir warten aufs Ergebnis …

Wir waren vom Ergebnis doch sehr begeistert, denn dass Messebesucher für ein soziales Projekt spenden, wo doch ganz andere Themen im Vordergrund stehen, war sehr bemerkenswert. Allerdings hat mein Chef auch wieder 5 Minuten exzellent gesprochen und die Anwesenden emotional berührt.

Die Barspenden kamen von Privatpersonen – vielleicht auch Firmeninhabern. Die Visitenkartenspenden – so ist zu vermuten – werden Firmenspenden sein. Auch daher möglicherweise der höhere Betrag im Durchschnitt und absolut. Immerhin lagen zwei Karten bei 500 Euro!

Mein Fazit: Auch wenn nur relativ wenige Visitenkarten eingeworfen wurden, so schlägt deren Ertrag doch deutlich den der Geldspenden. Ich würde diese Methode unbedingt wieder einsetzen und vielleicht bereits im Vorfeld oder am Stand visuell für diese Methode der Spende werben.

Und … vielleicht ergibt sich aus diesen Kontakten ja eine stärkere Beziehung!

Ideen prüfen und entwickeln – die 6 Hüte von de Bono

6 Hüte, 6 Blickwinkel auf ein Thema

Für viele von uns steht so langsam die Jahresplanung 2013 an, insbesondere dann, wenn es budgetrelevante Projekte sind. Nun gilt es, all die schönen Ideen, welche uns im Laufe des Jahres zuflogen, auf den Prüfstand der Umsetzbarkeit zu stellen. Und es genügt nicht, selber von der Idee begeistert zu sein, auch das Team und die Vorgesetzten müssen mit ins Boot. Und das Projekt sollte zum bestehenden Fundraising-Mix passen. Ein bewährter und empfehlenswerter Weg, um eine begeisternde Idee umfassend abzuklopfen, ist die Methoder der „6 Hüte“ von Edward de Bono.

Das 6-Hut-Denken

Bei dieser Methode werden systematisch unterschiedliche Perspektiven eingenommen. In heterogenen Teams sind diese Perspektiven oft schon teilweise vertreten. Da gibt es die schnell Entflammbaren, die Skeptiker, die rationalen Abwäger, die Bewahrer, …
Edward de Bono schlägt mit seiner Methode nun vor, in einer Diskussion eine Fragestellung systematisch unter verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten. Idee ist, nacheinander gemeinsam eine Sichtweise einzunehmen und das zu bearbeitende Problem / Projekt nur aus dieser einen Sichtweise zu beraten. Wenn eine Sichtweise keine neuen Erkenntnisse mehr bringt, wird die nächste Sichtweise eingenommen – so lange, bis alle sechs Sichtweisen dran waren. Bildlich kann man sich dies, daher auch der Name 6 Hüte, eben so vorstellen, dass man sechs unterschiedlich farbige Hüte hat, welche nacheinander aufgesetzt werden. Dabei steht jede Farbe für eine Sichtweise, für eine Denkrichtung.

Die 6 Hüte

1) Der weiße Hut – objektive Zahlen, Daten, Fakten
Was spricht rational für das Projekt, die Idee. Gibt es Zahlen, belegbare Fakten, überprüfte Argumente?
2) Der rote Hut – subjektives Empfinden, persönliche Meinung
Was begeistert mich am Projekt, was stößt mich ab? Was meint mein Bauch dazu? Habe ich Erfahrungen damit oder mit etwas Ähnlichem gemacht?
3) Der schwarze Hut – objektive negative Aspekte
Was läßt sich – ganz neutral betrachtet – gegen das Projekt vorbringen. Welche Stolpersteine, Fallen und Gefahren sind damit verbunden?
4) Der gelbe Hut – objektive positive Aspekte, Chancen
Entdecken Sie gemeinsam das Potential der neuen Idee. Welches sind die objektiven Chancen, die sich darin verbergen?
5) Der grüne Hut – der Weg zu neuen Ideen
Mit dem grünen Hut werden wir kreativ, Kritik ist hier nicht gestattet. Wo können wir Grenzen überschreiten, Neues entdecken und wagen?
6) Der blaue Hut – die Moderation, Regie
Wenn der blaue Hut aufgesetzt wird, klassischer Hut z.B. eines Moderators, wird die Metaebene eingenommen. Wo lassen sich die bisherigen „Hüte“ integrieren? Welcher Hut soll nochmals aufgesetzt werden? Kann ein Ergebnis zusammenfassend gefunden werden?

Zwei Vorgehensweisen

Variante 1: Die Hüten wechseln reihum und jeder hat einen „Hut“ (Kärtchen o.ä.) in der entsprechenden Farbe vor sich. Damit wird klar, dass man – unabhängig von der eigenen Präferenz – eine Rolle spielt.
Variante 2: Das ganze Team nimmt gemeinsam nacheinander die Rollen ein und argumentiert zusammen. Dies hat den Charme, dass man gemeinsam spricht und die Stärke der Rolle nicht so stark von der jeweiligen Persönlichkeit abhängt.
Wichtig ist, dass in einem Team alle gemeinsam die Hüte aufsetzen. Auch die Projektbefürworter müssen den schwarzen Hut aufsetzen, auch die größten Skeptiker müssen sich der Kreativität der gelben und grünen Hüte stellen.
Denn damit werden die Argumente pro / contra, das Abwägen und Bedenken nicht immer mit einzelnen Personen und ihrer Stellung in der Hierarchie verbunden und automatisch gewertet. Es entsteht eine gemeinsam geteilte Sichtweise, in welcher sich alle finden können.
Diese Methode ist auch geeignet für Einzelkämpfer, um zum Beispiel eine eigene oder fremde Idee (Vorstand?) möglichst umfassend betrachten und bewerten zu können. Dieser Ansatz hilft uns…
  • die Begeisterung für eigene Ideen auf stabile Füße zu stellen;
  • Modethemen auf die Anwendbarkeit im eigenen Verein zu überprüfen;
  • spontane Ideen Dritter nicht einfach „abzubügeln“, sondern nachvollziehbar auf den Prüfstand zu stellen;
  • eine erste Idee gründlich zu durchdenken und projektreif zu entwickeln.
Tipp: Machen Sie diese „Übung“ mal in Form einer Mindmap auf großem Pinwand-Papier. Die 6 Hüte stellen die ersten Verzweigungen vom Zentralthema dar. Das eröffnet die Chance, Verbindungen zwischen den Zweigen / Hüten zu entdecken und kreativer zu werden.

Spender lieben Helden

Kleiner Fisch oder großer Held? Die Entscheidung trifft der Betrachter.

Wir lieben Helden. Harry Potter, Luke Skywalker, den Schwimmlehrer, Mutter Teresa, Martin Luther King, Rosa Luxemburg, Donald Duck, … wir alle haben Menschen, Figuren, Fantasiegestalten, welche wir auf irgendeine Weise verehren, idealisieren. Kinder zeigen dies noch sehr offen, in ihrem Spiel imitieren sie ihre Helden. Als Erwachsene sind wir da meist abgeklärter und zeigen unsere Bewunderung subtiler – vielleicht durch eine Spende. Denn:

Auch Spenderinnen und Spender haben Helden, welche in ihren Augen etwas heldenhaftes, bewundernswertes tun:

  • den bärtigen Seenot-Retter der DLRG
  • Ruth Pfau vom DAHW (Aussätzigen-Hilfe)
  • die Ärzte von Ärzte ohne Grenzen
  • Mutter Teresa
  • Rupert Neudeck mit Cap Anamur
  • die Schlauchbootbesatzungen von Greenpeace

Spender mögen diese Personen nicht nur, sie sind in ihren Augen „Helden“. Sie tun das, wozu wir uns als Spender nicht in der Lage fühlen, was wir nicht schaffen. Spender identifizieren sich mit ihren Helden. Diese Helden werden stellvertretend für die Spender tätig.

Helden Ihrer Organisation

Heldentum in diesem Sinne ist  nicht an einen großen Namen gebunden. Überlegen Sie mal, wer sind denn die Helden in Ihrer Einrichtung, Ihrem Verein? Wer leistet eine Arbeit, die Engagement, manchmal Überwindung und hohe Empathie benötigt?

Ich hörte von Spendern schon Sätze wie …

  • „Also ich könnte das nicht, diese Arbeit mit den Wohnungslosen.“
  • „Ich mache ja leider nichts, ich kann nur spenden.“

Zeigen Sie in Ihren Mailings, Ihren Prospekten nicht nur die Vorsitzenden oder Häuser. Zeigen Sie Menschen bei ihrer Arbeit, portraitieren Sie sie. Zeigen Sie …

  • die Leistung der Krankenschwester, welche Tag und Nacht pflegt, tröstet und begleitet,
  • das Engagement der Sozialarbeiterin, welche in der übelriechenden Notunterkunft das offene Bein des Wohnungslosen verbindet,
  • die Geduld, die der Streetworker mit der pubertierenden und gewaltbereiten Clique aufbringen muss.

Ja, es lohnt sich, nicht nur die Betroffenen zu zeigen, sondern unsere Spenderinnen und Spender einen Blick auf die Handelnden werfen zu lassen. Denn mit ihrer Spende werden die Spender ein Stück weit zu diesen Personen.

Wes Brot ich ess … Stakeholder im Fundraising (Teil 1)

 

Unsere Stakeholder / Austauschpartner im Fundraising im Wechselspiel der Kräfte.

„Wes Brot‘ ich ess, des Lied ich sing!“ Diesen mittelalterlichen Spruch aus der Zeit der Minnesänger kennen Sie vielleicht. So, wie die Sänger ihre gastgebenden Burgherren musikalisch verherrlichten, erleben wir heutzutage paralleles in der beruflichen Abhängigkeit. Wenn wir beispielsweise Studien oder Umfragen lesen, sollten wir etwas kritisch hinterfragen, wer Auftraggeber der Studie war. Die Ergebnisse sind möglicherweise durch das Interesse des Auftraggebers gefärbt.

Als Fundraisende sind wir auch nicht unabhängig von Dritten, von Auftraggebern und Einflüsterern. Auch wir haben „Stakeholder“, Personen oder Gruppierungen, welche ein Interesse an unserer Arbeit und ihren Ergebnissen haben und direkt oder indirekt darauf Einfluss nehmen.

Als wichtigste Stakeholder des Prozesses „Spende“ identifiziere ich die folgenden acht:

  • Spender
  • Öffentlichkeit / Medien
  • Arbeitgeber (Vorstand, Vorgesetzte, Organisation)
  • Mitbewerber / Konkurrenten (als Organisation oder Personen)
  • Staat (Recht, Steuer, Kontrolle)
  • Agenturen / Dienstleister
  • Spendenempfänger (also die, mit denen wir werben – Mensch, Tier, Natur, Kultur, …)
  • Fundraiser (also ich, das Team)

Jeder dieser Stakeholder (oder auch Austauschpartner) hat im Arbeitsalltag des Fundraisers eine mehr oder weniger dominante Rolle. Im beruflichen Alltag lohnt es immer wieder, einmal zu reflektieren, welche Anforderungen von wem an mich gestellt werden, welche ich erwarte, welche mir bewusst sind und welche ich zwar kenne, aber ignoriere.

  1. Welcher Austauschpartner hat in meiner Wunschvorstellung den meisten Einfluß auf meine Arbeit?
  2. Welcher Austauschpartner hat de facto den größte Einfluß?
  3. Kollidieren (1) und (2) miteinander oder bilden sie Synergien? Was macht das mit mir, meiner Arbeitszufriedenheit?

Spannende Fragen, deren Antwort nicht immer leicht fällt.

Das Verhältnis, welches wir Fundraiser zu diesen Austauschpartnern haben, lässt sich übrigens auch nutzen, um „logisch“ Regeln für eine Fundraising-Ethik abzuleiten, aufzustellen.

Doch mehr dazu in einem weiteren Blog-Artikel.

Authentisches Wissen

Wählen Sie Wissen aus erster Hand!

Der Deutsche Fundraising Kongress steht vor der Tür. Und damit stehen einige hundert Teilnehmende vor der Qual der Wahl, welchen Workshop, welches Seminar oder welche Table-Session besucht werden soll.

Wer sich während des Kongresses – beim hoffentlich wieder präsenten – Buchshop der Familie Fischer umsieht, steht vor ähnlichem Problem. Welches Buch lohnt die Anschaffung, wo steckt verwertbares Wissen drin?

Und welcher der einen umgarnenden Agenturen soll man sein Vertrauen schenken?

Welcher Autor, welche Referentin hat wirklich etwas zu sagen, wer reproduziert nur vorher gehörtes oder gelesenes? „Authentisches Wissen“ weiterlesen

Was macht eine Gemeinschaftsstiftung aus?

Eine Stifterwand ist schön, aber sie schafft noch keine Gemeinschaft

Als ich vor 13 Jahren mit der „Stiftung Wanderjugend“ meine erste Gemeinschaftsstiftung auf den Weg brachte, gab es noch nicht viele Vorbilder zu diesem Stiftungstyp. Mit der Gründung von eva’s Stiftung 2003 und der Publizierung des Vorgehens der Stiftungsgründung wurde die Gemeinschaftsstiftung für viele zu einem Modell für Stiftungsneugründungen.

Was ist das Besondere an einer Gemeinschaftsstiftung? Warum Gemeinschaft? „Was macht eine Gemeinschaftsstiftung aus?“ weiterlesen