Rezension: „Zukunftsorientiertes Stiftungsmanagement“

Wie schreibe ich eine wohlwollende Rezension, wenn ich mit einem Buch so gar nicht warm werde? Am besten ist wohl, ich lasse die Katze mit dem ersten Satz gleich aus dem Sack…

Das Buch „Zukunftsorientiertes Stiftungsmanagement“ vereint im Herausgeber- und Autor*innen-Kreis namhafte und in der Stiftungsszene bekannte und teils langjährig erfahrene Persönlichkeiten. Der Klappentext verspricht „einen umfassenden Überblick des strategischen Managements von Organisationen im Stiftungswesen und der damit verbundenen Erfahrungen.“ Mein Respekt vor der Mühe, welche die Redaktion und die Koordination der vielen Autor*innen sicher ausgelöst hat und Dank den Autor*innen, ihr Wissen teilen zu wollen.

Doch nun zu den Inhalten und dazu, warum ich mit dem Buch nicht warm wurde: „Rezension: „Zukunftsorientiertes Stiftungsmanagement““ weiterlesen

Rezension: Wozu die Wirkung sozialer Arbeit messen?

Die altruistische Motivation zur Unterstützung in Not geratener Menschen hat scheinbar ausgedient. Sozialstaatliche Leistungen sollen einen gesellschaftlichen Mehrwert und finanzielle Überschüsse in der Zukunft generieren. Der Wirkungsnachweis sozialer Arbeit wird zur Bedingung für eine Finanzierung.

So vereinfacht könnte man die Debatte um das Thema „Wirkung in der sozialen Arbeit“ charakterisieren. Das Thema Wirkung ist nach Jahrzehnten des Fachdiskurses nun in der öffentlichen Debatte um NGOs und Stiftungen angekommen: sei es nun in Form der 2015 im „Kursbuch Wirkung“ von der Bertelsmann-Ausgründung PHINEO veröffentlichten Wirkungstreppe (Output/Outcome/Impact) oder dem SROI (Social Return on Investment) als Versuch, die Wirkung sozialer Arbeit zu messen.

Nun, Wirkungsmessung ist keine besonders neue Erfindung, das zeigen Monika Burmester und Norbert Wohlfahrt im bewusst kontrovers angelegten und auf 63 Seiten komprimierten Taschenbuch „Wozu die Wirkung sozialer Arbeit messen?“ auf. Neu ist aber die Investoren-Denke, welche sich im Fahrtwind der neoliberalen Entwicklung ausbreitet. „Rezension: Wozu die Wirkung sozialer Arbeit messen?“ weiterlesen

Datenschutz: kirchliche Ergänzung zur Auftragsdatenverarbeitung

Das Thema Datenschutz lässt uns leider noch nicht ganz los. „Uns“ heißt in diesem Fall alle kirchlichen Träger, alle Einrichtungen von Caritas und Diakonie. Alle Einrichtungen also, welche den jeweiligen Kirchengesetzen auf evangelischer oder katholischer Seite unterliegen.

Parallel zur DS-GVO haben die katholische und die evangelische Kirche eigene Datenschutzgesetze erlassen, welche im Bereich von Kirche und Caritas/Diakonie Gültigkeit und Vorrang vor der DS-GVO haben. „Datenschutz: kirchliche Ergänzung zur Auftragsdatenverarbeitung“ weiterlesen

Sachspendenangebote durch Unternehmen

Sachspenden, welche von Mitarbeitenden einer Firma für die Weitergabe an Klienten gesammelt wurden.

Sachspenden durch Unternehmen sind für einige Organisationen wesentlicher Bestandteil im Fundraising. Organisationen in der Entwicklungs-Zusammenarbeit erhalten oft palettenweise Sachspenden durch Unternehmen, welche dann in die Empfängerländer weitergeleitet werden.

Doch auch im Alltag von lokal oder regional tätigen gemeinnützigen Organisationen kommen Sachspenden durch Unternehmen häufig vor. Aus meiner Praxis bei der eva Evangelischen Gesellschaft Stuttgart der letzten Jahre waren dies beispielsweise „Sachspendenangebote durch Unternehmen“ weiterlesen

Rezension: Fundraising zwischen Ökonomisierung und Mitmenschlichkeit

Masterarbeiten geht ja selten der Ruf voraus, wirklich Neues zu beschreiben. Und so war ich etwas skeptisch, als ich die Abschlussarbeit von Stefanie Hirschfeld im Rahmen des Masterstudiums „Mehrdimensionale Organisationsberatung“ in die Hände bekam.

Die Arbeit im überschaubaren Umfang von 120 Seiten beginnt mit einer fundierten Einführung in die Welt des Fundraisings, der konzeptionellen Grundlagen, der Professionalisierung, der Positionierung und der Ethik.

Im ersten Fazit kommt sie zur Erkenntnis, dass sich sowohl Fachzeitschriften als auch weite Teile der Fachliteratur primär mit der Perfektionierung einzelner Fundraising-Instrumente befassen und dass kritische oder belastende Themen kaum zur Sprache kommen, wenngleich diese dauerhaft präsent im Alltag von Fundraiser*innen sind. Fokus der Arbeit ist daher die spezifische emotionale, soziale und organisationale Herausforderung an die Berufsgruppe der Fundraiser*innen. Hierzu führte Stefanie Hirschfeld fünf ausführliche Einzelinterviews mit langjährig erfahrenden Fundraiser*innen aus unterschiedlichen Hilfsfelder des sozialen und kulturellen Sektors. „Rezension: Fundraising zwischen Ökonomisierung und Mitmenschlichkeit“ weiterlesen

Kanaltreue

Kanaltreue ist, wenn Spender auf eine 1-Cent-Überweisung (mit der Frage nach ihrer Anschrift) mit einer 2-Cent-Überweisung (und der Anschrift) antworten.

Ich war fast in Versuchung, noch ein „Danke“ zurück zu überweisen … ist ja günstiger als jede SMS.

Eine Methode, welche übrigens gar nicht so schlecht funktioniert, wenn es darum geht, unvollständige Spender-Anschriften zu recherchieren. Ich schrieb hier mal darüber.

Ethik im Fundraising: eine Fallgeschichte und meine Meinung dazu

Diese Tage machte mich ein Kollege auf einen Beitrag der Sendung Panorama in der NDR-Mediathek aufmerksam. In dem Beitrag geht es darum, dass Seniorenberater der Malteser im Rahmen einer Beratung zum Hausnotruf für eine Fördermitgliedschaft werben. Diese Werbung wird provisionsbasiert honoriert und ist Teil der Zielvorgabe des Arbeitsvertrages:

https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/panorama3/Foerdermitgliedschaft-Die-Tricks-der-Malteser,malteser124.html

Auf Facebook habe ich diesen Sachverhalt kurz gepostet mit meiner Einschätzung, dass ich dieses Verhalten für ethisch zweifelhaft halte und den Ethik-Ausschuss des Deutschen Fundraisingverbandes um Befassung bitte. Wohlgemerkt, es handelt sich dabei um meine Einschätzung, nicht um ein Urteil. Inhaltlich begründete ich dies wie folgt:

  • Koppelung einer Beratung bei Senioren mit Fördermitgliedwerbung,
  • monatliche Zielvorgabe für Seniorenberater von 1.250 Euro,
  • die vom Geschäftsführer im Interview genannte Zielklarheit als Christlicher Organisation, welche dies rechtfertigen soll.

Nachdem ich den Eindruck hatte, dass die Debatte auf Facebook (siehe Zitate unten) etwas querfeldein verläuft und mit meiner Ausgangsfeststellung nicht mehr viel gemein hat, hier meine differenziert dargestellte Sicht. „Ethik im Fundraising: eine Fallgeschichte und meine Meinung dazu“ weiterlesen

Die Unterschrift macht den Dank zum Dank

Eigentlich hätte die Überschrift auch „Qualitätssicherung durch unterschriebene Dankbriefe“ heißen können. Aber fangen wir mal von vorne an: In Seminaren ernte ich häufig Unverständnis, wenn ich berichte, dass wir (also meine Kolleg*innen und ich) jeden Dankbrief eigenhändig mit Füller unterschreiben. Denn das, so die Meinung, wäre doch nun wirklich unnötig im Zeitalter guter Scanner und leistungsfähiger Farbdrucker. Oder wie ein Kollege meinte: „Dafür haben wir einen Unterschriftsautomat gekauft. Der beherrscht drei verschiedene Unterschriften des Vorsitzenden und schreibt mit Tinte, da merkt kein Spender einen Unterschied.“ „Die Unterschrift macht den Dank zum Dank“ weiterlesen

Was soll ich denn schreiben? Tipps für schöne Dankbriefe.

Wenn zu jeder Spendenbitte ein eigener Dankbrief verfasst wird, so kommen im Laufe der Jahre doch ganz schön viele Dankbriefe zusammen. Und da kann es einem schon einmal schwer fallen, erneut einen ansprechenden Text entwerfen zu müssen.

Grundgerüst des Dankbriefes

Aber beginnen wir erst mit dem Grundgerüst des Dankbriefes, den Essentials. Folgende Elemente enthält ein guter Dankbrief: „Was soll ich denn schreiben? Tipps für schöne Dankbriefe.“ weiterlesen

Wie viele verschiedene Dankbriefe brauche ich?

In Seminaren komme ich immer wieder auf das Thema der Beziehungspflege zu Spenderinnen und Spendern zu sprechen und damit zwangsläufig zum Dankbrief. Meine Einstellung ist, dass von wenigen Ausnahmen abgesehen, grundsätzlich jede Spende zu bedanken ist.

Nun erreichte mich die Frage, wie viele Dankbriefe man denn pro Jahr schreiben müsse.

Also, mal kurz skizziert, wie ich mir eine nützliche Dankbrief-Häufigkeit vorstelle: „Wie viele verschiedene Dankbriefe brauche ich?“ weiterlesen