Werbemittel, die passen

Werbemittel - die Qual der Wahl. Welcher Artikel, welcher Aufdruck passt?
Werbemittel – die Qual der Wahl. Welcher Artikel, welcher Aufdruck passt?

Kugelschreiber, Luftballons, Einkaufchips, Schreibblöcke, Lanyards, USB-Sticks, … Ein einigermaßen gut sortierter Werbemittelkatalog der diversen Hersteller umfasst schnell mal mehrere hundert bis tausend Artikel. Da fällt die Qual der Wahl schwer. Alleine bei Kugelschreibern locken dutzende bis hunderte Modelle und Modellvarianten.

Wer sich also auf den Weg macht, um für seinen Verein, seine Organisation passende Werbemittel erstellen zu lassen, sollte sich einige Fragen stellen. Denn der Vorstandsauftrag, “Bestellen Sie mal was Schönes, aber es soll nicht mehr als 30 Cent kosten” ist nur selten zielführend.

Fragen vor dem Werbemittelkauf

1. Wofür werden die Werbemittel benötigt?

Gibt es nur einen diffusen Wunsch, den Vereinsnamen auch einmal gedruckt auf einem Kuli, einem Regenschirm oder einer Tasse zu sehen? Oder gibt es konkreten Bedarf, zum Beispiel für den Einsatz bei einer Veranstaltung (Sommerfest, Messe, Pressegespräch, etc.)?

2. Wie viele Abnehmer gibt es für den Artikel?

Viele schöne Ideen werden geboren, viele schöne Artikel werden auf den Markt geworfen. Und es gibt so manches, was mich als Verantwortlichen für die Werbemittel im Verein anspricht.  Doch mein persönlicher Geschmack garantiert noch nicht, dass ich eine Auflage von 500 oder 1000 Stück auch wirklich losbekomme. Am Besten ist es, wenn Sie vorab ziemlich genau planen – besser noch abfragen – wer in Ihrer Organisation welchen Bedarf auf die nächsten 2-4 Jahre hat. Je nach Artikel sollten Sie nicht für einen längeren Zeitraum auf Halde produzieren, denn Kugelschreiberminen trocknen ein (zumindest billige Fernost-Minen) und Luftballons werden spröde.

Der schönste Mengenrabatt wird am Ende zum teuersten Preis, wenn die Menge für die nächsten 30 Jahre reicht. Loriot lässt grüßen …

3. Bleiben Sie sichtbar

Am wirkungsvollsten sind Werbemittel, wenn sie lange und immer wieder im Blickfeld der Empfänger bleiben. Das Minidöschen mit Pfefferminzdragees oder das Tütchen Gummibärchen sind zwar billig, aber Mitnahmeartikel und meist schon nach wenigen Augenblicken nur noch Müll. Solche Artikel überlasse ich den Messestand-Ausstellern, denen nichts Besseres einfällt. Als soziale Organisation will ich länger im Blickfeld bleiben.

 4. Bieten Sie Nutzen

Werbeartikel, welche einen Gebrauchswert haben, erhöhen die Wahrscheinlichkeit, lange beim Empfänger sichtbar zu sein. Das beginnt mit einem Mousepad, geht weiter über Schreibblöcke, Baumwolltaschen etc. Als Negativbeispiel denke ich zum Beispiel an einen in sich falt- und klappbaren Würfel, der ähnlich wie bei “Himmel und Hölle” immer wieder neue Botschaften zeigt. Das war eine nette Idee und ich überlegte schon fast, so etwas auch produzieren zu lassen. Doch dann fiel mir auf, dass ich den Würfel nach einmaligem Ansehen und Bewundern der Konstruktion nie mehr in die Hand nahm. Er landete in der Schublade als Muster. “Geckigkeit” also bitte nicht mit Nutzen verwechseln.

5. Werbemittel transportieren Image

Ob bewusst oder unbewusst, Ihre Werbemittel sagen etwas über Ihre Organisation aus. Der billige Plastikkugelschreiber für 39 Cent hält zwar die Kosten gering, ist aber de facto ein Wegwerfartikel und wird über kurz oder lang in der Stiftbox landen, wo bereits 28 andere Kulis seiner Kategorie auf ihn warten. Wenn Sie aber in einen sichtbar wertigen Kugelschreiber mit einer Qualitäts-Großraummine investieren, hat dieser die Chance, zum “Lieblingskuli” zu werden und lange seine Dienste zu tun. Klar, der kostet auch 1,10 Euro – aber die Wirkung ist auch entsprechend. Zum Beispiel gibt es Journalisten, welche unsere Kulis lieben und sich freuen, wenn beim nächsten Pressegespräch wieder ein Exemplar in der Pressemappe liegt.

Also entscheiden Sie bitte nicht nur nach dem Preis, sondern überlegen Sie sich sehr gut, was der Artikel über Ihre Organisation aussagt. Wenn Ihr Verein, Ihre Arbeit für Qualität steht, dann sollte sich das auch zeigen.

6. Design bewusst wählen

Auch hier gilt wieder, das Werbemittel transportiert ein Image. Achten Sie darauf, dass die Vereinsfarben mit enthalten sind, so dass das CD (Corporate Design) umgesetzt wird. Sie können aber auch bewusst davon abgehen, wenn Ihre Vereinsfarbe sehr exotisch oder nicht ganz klar definiert ist. Ich habe mich beispielsweise dafür entschieden, Stifte grundsätzlich in schwarz / silber gestalten zu lassen, da unsere Hausfarbe grün (HKS 66) für einen feinen Druck zu hell ist und untergeht. So entstand eine “wertig” anmutende Serie, vom schwarz durchgefärbten Bleistift (mit silberfarbenem Aufdruck) mit zum schwarzen Kuli mit silberfarbenen Elementen und Aufdruck – trotz der völlig anderen Hausfarbe. Bei anderen Werbemitteln (s. Bild oben) hatte ich das Problem nicht, entsprechend “grün” fallen sie aus.

7. Text anbringen

Ein schwieriges Thema. Und wie so oft, ist weniger manchmal mehr. Bitte verzichten Sie darauf, komplette Anschriften etc. auf einem Stift unterzubringen. Ein Werbemittel ist kein Prospekt und bei aller Begeisterung für Ihren Verein – es geht darum, dass der Empfänger das Produkt gerne nutzt. Ein dezenter Aufdruck erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass der Artikel in Gebrauch bleibt. Wir brauchen keine “textliche Werbekeule”. Der Name, ein Slogan, ein Logo, die Website, … reduzieren Sie auf das absolute Minimum. Gerade so, dass der Leser an Ihren Verein positiv erinnert wird.

Auch bei großformatigen Werbemitteln muss man gut überlegen, welche Botschaft die Empfänger mit sich tragen sollen bzw. wollen. Klassiker sind Baumwolltaschen. Mit welchem Aufdruck möchten Sie noch gesehen werden, nachdem Sie die Messehalle verlassen haben? Welche Tasche ist alltagstauglich?

Bei einem Brillenputztuch (meist aber für Smartphones genutzt) stand ich vor der Frage, ob solch ein Artikel überhaupt zu einer diakonischen Einrichtung passt. Und was dann der Aufdruck sein solle. Heraus kam ein Text, der zur Arbeit passt und gleichzeitig auf die Funktion des Putztuches abzielt.

putztuch

 

“Ich sehe was, was du nicht siehst.” Die Not vor der Haustüre geht uns alle an. Wegschauen gilt nicht!

Ein anderes Beispiel: Bei einem Schlüssel-Anhängerband (Lanyard, s. Bild ganz oben) standen wir auch vor der Frage, was soll da denn drauf. Wir entschieden uns für “Sie haben mich gefunden? Ich will zur Evangelischen Gesellschaft, Büchsenstraße …” + Logo. Werbung + Nutzen. Denn vielleicht erreicht wirklich ein verlorener Schlüssel mit Band dann unsere Pforte und ein glücklicher Verlierer kann ihn dort abholen. Aus unseren Diensten wurde er gut bestellt.

 8. Preisgestaltung

Wie viel darf ein Werbemittel kosten? Das hängt nun – wie so oft – von den Umständen ab. Ein Werbemittel für besondere Einsatzzwecke (z.B. ein Pressegespräch oder Vorstandsgäste) sieht sicher anders aus, als ein “Streuartikel” aus dem großen Messe-Eimer. Wenn Sie in einer größeren Organisation sind und zum Beispiel Kaffeetassen mit Logo vertreiben, dann sollten diese nicht deutlich teurer sein, als vergleichbare Artikel des Fachhandels. Denn sonst werden die preisbewussten und kostengetriebenen Kollegen die günstigere Variante vorziehen – Corporate Identity hin oder her. Es macht Sinn, Artikel in mehreren Preisstufen anzubieten.

Fazit: Wählen Sie gut, wenn Sie in Werbeartikel für Ihren Verein investieren wollen. Der Preis eines Artikels ist in den meisten Fällen der unwichtigste Faktor bei der Entscheidung pro/contra.

 

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