Was tun mit Möbelspenden?

Bei Möbelspenden wird's manchen Fundraisern ganz schwummrig vor Augen - zu Unrecht!

Bei Möbelspenden wird’s manchen Fundraisern ganz schwummrig vor Augen – zu Unrecht!

Spenden sind uns ja immer recht, meist natürlich in Form von Geldspenden. Doch wie sieht Fundraisers Begeisterung bei Sachspenden aus, insbesondere bei Möbelspenden?

Aus vielen Gesprächen weiß ich, dass Sachspenden und speziell Möbelspenden ein sehr heikles Thema im Fundraising sind. Denn bei Möbelspenden stoßen wir auf große Probleme:

  • Der tatsächliche Wert (auch Gebrauchswert) der Möbel unterscheidet sich oft stark vom ideellen Wert oder Erinnerungswert.
  • Um Möbel zu lagern werden große Flächen benötigt, was höhere Kosten verursacht, als ein möglicher Sozialverkauf erwirtschaften kann.
  • Nur ein Teil der Möbel findet wirklich wieder Abnehmer. Der Rest muss aufwändig entsorgt werden.

Wenn Fundraiser nun – was sehr häufig geschieht – Möbelspenden grundsätzlich ablehnen, besteht die Gefahr, Spender zu verärgern. Dies kann schnell in Sätzen enden wie …

  • “Die sind nur am Geld interessiert. Die Sachen sind noch richtig gut.”
  • “Ja ja, die Bedürftigen. Es muss ja immer was Neues sein. Sogar die Armen wollen keine gebrauchten Waren mehr haben.”

Ausweg aus dem Dilemma

Die Problematik ist also klar benannt. Doch wie gehen wir in der Praxis damit um?

Wir haben bei der eva daher folgendes Vorgehen vereinbart:

  • Wer Möbelspenden geben möchte, kann bei uns anrufen.
  • Bei Haushaltsauflösungen empfehlen wir die (kostenpflichtigen) Serviceleistungen unseres Tochterunternehmens Neue Arbeit gGmbH.
  • Überschaubare Möbelmengen lassen wir uns beschreiben, ggf. mit einem Foto.
  • Dann geht eine Rund-E-Mail an alle Kolleginnen und Kollegen, in welcher die Möbel beschrieben sind. In dieser ist die Telefonnummer des Spenders / der Spenderin enthalten (außer diese/r hat etwas anderes gewünscht), so dass sich Interessenten direkt an den Spender wenden können.

Dieses Vorgehen hat einige Vorteile:

  • Wir haben keine Lager- und Entsorgungskosten.
  • Bedürftige kommen an die Möbel, welche sie benötigen.
  • Die Spender werden mit ihrem Bedürfnis zu geben ernst genommen und ein großer Teil der angebotenen Möbel, Fernseher, Kühlschränke und sonstigen  Sachspenden kommt tatsächlich bei Bedürftigen an.
  • Die Botschaft, dass es uns um das Wohl der Bedürftigen geht und nicht nur ums Geld, wird glaubhaft vermittelt.
  • Unser Koordinationsaufwand erschöpft sich (meist) in der Aufnahme des Angebots und der Rund-E-Mail.

Einzig die Kollegenschaft stöhnte manchmal über die regelmäßigen E-Mails. Doch eine erklärende Mail durch mich, in welcher ich die Bedeutung dieser Sachspendenvermittlung erläuterte, entspannte die Lage deutlich. Und die Kolleginnen und Kollegen, welche häufig auf solche Sachspenden für Ihre Klienten zurückgreifen sind natürlich auch ganz glücklich, dass sie so praktisch helfen können.

Gerade auch bei einer Spenderschaft, welche den Wert langlebiger Produkte schätzt, teilweise auch selber schlechtere Zeiten erlebt hat, ist die Wertschätzung von Sachspenden ein wichtiger Punkt. Dem sollten wir uns, wenn irgendwie möglich, nicht verschließen.