Was ist Ihre Spenderliste wert?

Vor über 20 Jahren schrieb F. Vester in einem kleinen Buch über den Wert eines Vogels. Und am Ende stand eine erstaunlich hohe Summe, welche sich aus unzähligen kleinen und größeren Positionen zusammensetzte. Angefangen beim Schädlingsverzehr, der Samenverbreitung bis hin zur Lebensfreude für uns Menschen fand er Positionen.

Und ganz ähnlich könnte man sich fragen, welchen Wert denn Ihre sogenannte “Hausliste” hat, also die Liste all Ihrer Förderer und Freunde?

Idee: Bilanzielle Bewertung

Wie komme ich darauf? Nun, eine größere Organisation wie z.B. mein Arbeitgeber, hat nicht nur eine normale Einnahme-Überschußrechnung eines Vereins, sondern eine vollständige Bilanz und GuV. In der Bilanz finden wir die Vermögenswerte. Diese sind zum Beispiel relevant für das Rating, also die Bewertung der Kreditwürdigkeit, durch die Hausbanken. Je höher die eigenen Vermögenswerte, beispielsweise Immobilien, desto günstiger werden Kredite.

Ich habe mich nun gefragt, welchen Wert eigentlich unsere Liste der Spenderinnen und Spender hat. Und hier gibt es bisher keinen Maßstab, nach welchem dieser Wert zu messen wäre. Hier einmal ein Versuch:

Monetäre Maßstäbe

  • Life-Time-Value: Welche Spenden, welche monetäre Unterstützung ist im Laufe des Spenderlebens statistisch betrachtet zu erwarten?
  • Jahresspendenwert: Wie hoch ist der Spendenertrag aus der Spenderdatei, gemittelt über eine Anzahl von Jahren.
  • Wiederbeschaffungswert: Wenn die Datei verloren ginge oder man bei Null anfangen müßte, wie hoch wären die notwendigen Kosten, um die Spenderdatei in der heute vorhandenen Güte erneut aufzubauen.

Ideelle Maßstäbe

  • Wie läßt sich der Wert der Freunde und Förderer bemessen, den sie als Botschafter unserer geteilten Ziele und Ideale ins Gemeinwesen haben?
  • Kann der Ertrag gemessen werden, der durch den Input, die Anregungen der Spenderschaft in die Organisation hinein entsteht?

Gedanken über den Wert der Hausliste

  • Spenderpflege kostet zwar, ist aber günstiger als Spender neu zu gewinnen.
  • Welches Risiko wagen wir, wenn wir die Spenderschaft durch Experimente mit Agenturen oder neuartigen Konzepten irritieren? Welcher Schaden kann entstehen?
  • Welche Chancen haben wir, wenn wir unseren Spender-“Schatz” pflegen?
  • Als Fundraiser kann ich Vorgesetzten damit vielleicht auch die Bedeutung eines systematischen Aufbaus der Spenderpyramide näher bringen. Denn jahrelang aufgebaute und sehr “wertvolle” Spenderbeziehungen kann ich nicht mal schnell “einkaufen”. Spender ist nicht gleich Spender!

Eine Spenderdatei von vielleicht 12.000 Personen hat auf diese Weise schnell einen Wert eines hohen einstelligen Millionenbetrags, vorsichtig gerechnet.

Seien Sie sich des monetären und ideellen Wertes Ihrer Hausliste bewußt. Pflegen Sie sie!

 

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