Was begeistert uns?

Geschichten können bei uns und unserem Gegenüber ein Feuerwerk an Empfindungen auslösen.

Geschichten können bei uns und unserem Gegenüber ein Feuerwerk an Empfindungen auslösen.

Wenn wir einige Jahre im Fundraising aktiv sind, ist vieles Routine: Briefe, Sitzungen, Telefonate, Spenderbesuche, die inhaltlichen Themen. Wir haben Gewohnheiten angenommen, uns mit Unvermeidlichem arrangiert, das Angenehme als selbstverständlich gelernt. Aus dem ursprünglich lodernden Feuer wurde eine wohlig wärmende Glut.

Wir müssen als Fundraiser immer wieder andere Menschen für die Aufgaben unserer NGOs begeistern. Das fällt uns leichter, wenn in uns selber das Feuer lodert. Jemand, der für seine Sache “brennt”, kommt ganz anders rüber, als jemand, der sehr abgeklärt und routiniert im Stile eines Jahresberichtes über die Themen und Aufgaben referiert.

Der Alltag führt naturgemäß dazu, dass wir nicht immer “brennen” können. Vielleicht würde das auch zum berühmt-berüchtigten “Ausbrennen” führen. Aber wir müssen dieses Feuer in uns quasi “auf Knopfdruck” entfachen können. Nämlich immer dann, wenn wir vor uns (oder am Telefon) einen Menschen haben, den wir gewinnen möchten.

Um dies zu schaffen, müssen wir ein Set von Erinnerungen, Empfindungen und Geschichten abrufen können, die uns sofort in “Feuer-Stimmung” bringen. So wie es das Lied schafft, welches wir vielleicht beim ersten Kuss hörten. Sofort ist die damalige Stimmung wieder präsent.

Bringen Sie das Feuer in sich zum lodern

Schreiben Sie doch einfach mal 10-15 kurze Sätze / Notizen auf und nehmen Sie die nachstehenden Impulse als Anregung. Diese Sätze sind dann wie ein Blasebalg, der die Glut in Ihnen zum Feuer auflodern läßt.

Damit schaffen Sie es wieder, sich in die Situation Ihres Gegenübers einzufühlen. Ein Gegenüber, für den Ihre NGO möglicherweise genau so fremd, begeisternd, interessant ist, wie sie für Sie seinerzeit war. Es ist der Blick des Neuen, des Fremden, desjenigen, der sich fesseln lassen möchte.

  • Wissen Sie noch, warum Ihnen gerade diese Stelle so gut gefallen hat?
  • Wie ging es Ihnen, als Sie in Ihrer NGO, dem Verein, angefangen haben?
  • Was hat Sie in den ersten Monaten begeistert?
  • Was hat Sie verwundert, was haben Sie erst überhaupt nicht verstanden?
  • Wo scheitert die Arbeit Ihres Vereins auch mal – und was geschieht dann?
  • Welche Menschen bewundern Sie für deren Arbeit, Engagement, Feuer, Fähigkeiten?
  • Gibt es Erfolgsgeschichten aus der konkreten Arbeit? Wo wurde jemandem geholfen?
  • Welches Erlebnis, welche Geschichte rührte Sie an, als Sie sie das erste Mal hörten?
  • Was ist das Tolle an den Projekten oder Einrichtungen, für die Sie werben?

Wenn Sie es schaffen, sich solche Geschichten systematisch zu notieren, ist der erste Schritt zu einer professionellen “Storytelling”-Datenbank geschafft.

Tipp: Tauschen Sie sich doch einmal mit Ihren Kollegen und Mitarbeitenden aus. Wie sehen deren Geschichten, Erlebnisse und Erinnerungen aus? Sind es die gleichen, oder haben sie einen ganz anderen Blick gehabt? Das gibt Ihnen auch Hinweise auf die unterschiedlichen Sichtweisen der Spenderinnen und Spender. So eine Übung ist übrigens ein toller Einstieg in eine Team-Klausur – danach brennt in jedem ein kleines Feuer der Begeisterung … hoffentlich!