Der Ton macht den Dank

Der Ton macht die Musik - auch beim Dankbrief.

Der Ton macht die Musik – auch beim Dankbrief.

Aus meiner Einstellung zum Dank als fundamentalem Bestandteil des Fundraisings habe ich bisher kein Geheimnis gemacht. Und so hoffe ich, dass die Zahl der Vereine, welche sich für eine Spende bedanken, so langsam ansteigt.

Nun ist es Zeit für den zweiten Schritt. Jetzt verfassen wir mal “schöne” Spendenbriefe. Denn: Der Ton macht nunmal die Musik.

Als Kind kam ich – wie sicherlich viele – der weihnachtlichen Dankbriefpflicht nur unwillig nach. Und so waren die meisten der Briefe auch nur wenig inspiriert und nach dem Strickmuster “Liebe Oma, wie geht es Dir … mir geht es gut … vielen Dank für xyz … ich hoffe, wir sehen uns bald wieder … Dein Kai” verfasst.

Dankbriefe machen Mühe

Wenn ich mir so meine Post ansehe (bzw. die Spenden-Dankschreiben, welche mir Freunde und Nachbarn zur Verfügung stellen), dann fällt vielen offensichtlich das Verfassen von Dankbriefen sehr schwer.

Klar, die wichtigsten Elemente finden sich mittlerweile in den meisten Briefen. Betrag, Spendenzweck und eine Dankformel sind (fast) Standard. Aber schon bei der Unterschrift scheidet sich die Spreu vom Weizen, häufig ist sie noch “unpersönlich” eingelasert / eingedruckt und nicht handschriftlich mit (farbiger) Tinte – meinem Ideal.

“Was soll ich denn schreiben?”, war als Kind meine Frage gewesen, wenn es wieder auf Dreikönig zuging. Die gleiche Frage hörte ich auch schon im Seminar mehrfach. Die Antwort ist die gleiche, wie sie schon meine Mutter gab: “Erzähl’ etwas von Dir!”

Mit dem Dank beginnt die Beziehung

Nun, natürlich schreiben wir nicht von uns privat, sondern wir berichten von unserer Einrichtung, dem geförderten Projekt oder aktuellen Vorhaben.

Der Spendenbrief hat einen großen Zweck: Um eine Spende zu bitten. Der Dankbrief hingegen hat die Chance, nicht nur den Dank zu übermitteln, sondern vor allem auch die Beziehung aufzubauen.

Oder um es mit einer Analogie aus dem Zwischenmenschlichen zu sagen: Der Spendenbrief ist die heiße Nacht. Der Dankbrief ist das Frühstück am Morgen danach. In ihm sehe ich, wie mein Gegenüber im Alltag ist, dann, wenn er gerade nichts konkretes von mir will.

Ein wirklich guter Dankbrief ebnet den Weg der Vertrautheit. Und das betrifft nicht nur die erste Spende, sondern auch jede weitere Spende. Genau wie eine Beziehung durch Unachtsamkeit abflauen kann und immer wieder einer bewussten Anstrengung zur Pflege bedarf, ist auch die Beziehung zu den Förderern immer wieder aufzufrischen.

In diesem Sinne ist der Dankbrief intensiver, als es der Spendenbrief je sein kann. Denn im Dankbrief zeigen wir, wie wir als Organisation wirklich ticken. In ihm transportieren wir unsere Werte und zeigen, wie wichtig uns als Organisation die Beziehung zu den Freunden und Förderern wirklich ist.

Fazit: Geben Sie sich bei Ihren Dankbriefen mindestens soviel Mühe wie bei den Spendenbitten.