Prominente Fürsprecher – Segen oder Fluch?

Prominente als Leuchtturm für die Arbeit der Organisation. Nicht immer geht die Rechnung auf.
Prominente als Leuchtturm für die Arbeit der Organisation. Nicht immer geht die Rechnung auf.

“Und dann suchen wir noch einen Promi als Schirmherrn.” Wer kennt diesen Satz nicht, der bei vielen Kampagnenplanungen fällt. Dahinter steckt die unausgesprochene Hoffnung, dass prominente Fürsprecherinnen und Fürsprecher die Werbung für das Projekt, das Mailing oder die Patenschaft so richtig befeuern. In der Tat gibt es einige Beispiele, wo eine Organisation offensichtlich und zum Teil längerfristig durch eine bekannte Persönlichkeit profitiert. Denken wir nur an “Menschen für Menschen” (Karlheinz Böhm), “Pan y Arte” (Dietmar Schönherr) oder das Kinderhilfswerk Plan International (Ulrich Wickert).

Auf der anderen Seite blicken uns von Flyern und Broschüren Professoren, Landräte, Politiker a.D. etc. an, deren Namen nur Eingeweihten etwas sagen, geschweige denn, dass man mit ihnen etwas Positives verbinden würde. Ihre Hauptqualifikation scheint zu sein, dass sie den Verantwortlichen spontan in den Sinn kamen, sie greifbar schienen und schlussendlich “Ja” sagten.

Grundsätzlich gibt es zwei gute Gründe, warum es sich lohnen kann, über einen Prominenten als Fürsprecher (oder wie man häufig liest: Testimonial) nachzudenken: „Prominente Fürsprecher – Segen oder Fluch?“ weiterlesen

Plan-Mailings 2012

Plan-2012Ich hätte es ja zu Beginn nicht gedacht – aber im Laufe des Jahres 2012 kamen stolze 17 Beilagen in 10 Versionen von Plan bei mir an. Immerhin war nur ein Pseudo-Freundschaftsbändchen diesmal dabei.

Den guten Herrn Wickert als Fürsprecher / Testimonial kann ich allerdings langsam nicht mehr sehen. Haben die sonst keine prominenten Unterstützer(innen)?

Scheinbar bin ich eine Zielgruppe … Und dabei habe ich gar nicht mal so viele Zeitschriften zuhause. Die Beilagen lagen in der taz, in Naturkost-Heften und Mitgliederzeitschriften von Umweltverbänden drin.

Komisch, dass ich noch immer kein Pate bei Plan geworden bin …

Aber vielleicht liegt’s nicht nur an der – für mich persönlich abschreckenden – Materialschlacht, mit welcher Plan auf den Markt tritt. Vielleicht lag’s auch an der netten Dreingabe, welche man (oder Mann) als Plan-Pate im Rahmen der Mädchen-Kampagne erhalten kann …

Plan-ShirtEin T-Shirt mit Aufdruck “Because I am a Girl” als Dankeschön für eine 336,- Euro “teure” Patenschaft im Jahr … ist das ein Anreiz? Spontan gefragte Frauen wollten es nicht mal als Nachthemd haben. Nicht nur ich fand, dass das T-Shirt vom eigentlichen Anliegen, Kindern zu helfen, ablenkt.

Plan hat – das will ich nicht verschweigen – beim PwC-Transparenzpreis den respektablen 3. Platz errungen. Gleichwohl wird der massive Auftritt nicht nur bei mir für Irritation sorgen. Hier kollidieren verschiedene Botschaften und sorgen für Dissonanz beim kritischen Betrachter.

 

Psychologie: Soziale Bewährtheit

Zum Glück müssen wir nicht alles selber entscheiden. Wir bekommen Tipps. Der Online-Buchhändler zeigt mittels Sternen die Bewertung anderer Leser für das Buch an, macht sogar weitere Lesevorschläge. Was so vielen anderen gefällt, wird sicher auch mir gefallen.

Wenn eine lange Schlage vor dem Imbiss ist, dann muss das Essen dort gut sein (und nicht der Service lahm oder die Konkurrenz weit entfernt), so unsere Vermutung.

Wir lassen uns gerne und häufig von der Menge beeinflussen. Vielleicht nicht auf jedem Gebiet, aber doch häufig. Das nimmt uns viel Denk- und Entscheidungsarbeit ab und vereinfacht den Alltag sehr. Beispiele dafür sind “Tausende Internetnutzer haben bereits …” oder “Käufer aus der ganzen Welt …”. Unbestimmte Mengen sollen angeblich sogar noch eher wirken als bestimmte Personen.

Dieser Effekt heißt “Soziale Bewährtheit” oder im englischsprachigen Raum “Social Proof”.

Soziale Bewährtheit im Fundraising

Wo erleben wir soziale Bewährtheit / Social Proof im Alltag des Fundraisers? „Psychologie: Soziale Bewährtheit“ weiterlesen