Jäger und Sammler

sanddorn-klIch liebe kollegialen Austausch. Es ist für mich spannend, mit welchen Ansätzen und Ideen andere Fundraiserinnen und Fundraiser an ihre Aufgaben gehen. Manches davon finde ich sehr gut, bei anderem habe ich meine Fragezeichen und hin und wieder denke ich darüber nach, was sich adaptiere ließe. Ja, das Rad muss nicht immer neu erfunden werden.

Mein Tipp: Lassen Sie sich inspirieren von dem, was andere machen.

Blindes Kopieren bringt meist wenig. Denn gute Fundraisende passen eine Idee genau auf ihre Organisation an. Wer blind kopiert, spart sich zwar viel Zeit, aber das Ergebnis wird auch hinter den Erwartungen zurück bleiben. Und … reines Kopieren ist auch oft nicht zulässig – denken Sie an das Urheberrecht. „Jäger und Sammler“ weiterlesen

Visitenkarten-Kollekte

Spenden – mit seinem guten Namen.

Bei Veranstaltungen wird häufig um eine Spende für einen sozialen Zweck gebeten. Am bekanntesten ist hier sicherlich das Opfer im Gottesdienst. Aber auch bei Jahresfesten, Familienfeiern, Spendertreffen, Besuchergruppen etc. steht häufig ein Körbchen auf einem Tisch oder am Ausgang mit einem Hinweis auf den zu fördernden Zweck. Bei Choraufführungen gibt es gerne die “verschärfte” Variante, bei der jüngere Kinder die Körbchen halten und mit treusorgendem Augenaufschlag um finanziellen Nachschlag bitten.

Schön und gut, doch die Methode hat zwei Haken.

Problem Nr. 1: Bargeldmangel

Immer weniger Leute haben nennenswerte Bargeldbeträge in der Geldbörse. Bereits 8 €-Käufe werden heutzutage im Drogeriemarkt per Karte bezahlt … wer in der Schlange dahinter steht, weiß ein Lied davon zu singen. Entsprechend gering fallen dann oft die Kollekten aus.

Problem Nr. 2: Steuerlast

Beim Spenden fängt für viele erst bei einer in Aussicht stehenden Zuwendungsbestätigung (also der guten alten Spendenbescheinigung) der Spaß an. Papa Staat soll sich gefälligst am Spenden indirekt beteiligen. Und bei Bargeldspenden ins Töpfchen ist das nunmal ein Problem.

Eine Lösung: Lassen Sie Ihre Spender mit ihrem guten Namen spenden

In den USA kennen wir aus vielen Berichten die Fundraising-Dinner, -Lunches etc. Dort wird einfach per Kreditkarte oder Scheck bezahlt. Doch wer hat hierzulande zuletzt mal einen Scheck gesehen oder gar selber ausgestellt? Euroschecks sind längst abgeschafft …

Kürzlich hatten wir (d.h. mein Brötchengeber, die eva Evangelische Gesellschaft Stuttgart) die tolle Gelegenheit, bei einer großen Firmenmesse eines unserer Projekte präsentieren zu dürfen – im Plenum, anmoderiert vom Ministerpräsidenten, rund 600 Zuhörende Firmenvertreter. Ausgangsidee war, im Nachgang die Leute anzuschreiben und um eine Spende zu bitten. Doch das erschien mir zu weit weg.

Also positionierten wir uns am Ausgang mit einem kleinen Stand und einer Spendensäule, um dort – ganz klassisch – um Spenden zu bitten. Denn: Erlebnis bringt Ergebnis – direkt nach der emotionalen Info gibt man doch am ehesten.

Um nun die beiden oben genannten Probleme bei der Bargeld-Kollekte zu umgehen, wurde bei der Präsentation eine weitere Möglichkeit erwähnt, spenden zu können:

Geben Sie uns einfach Ihre Visitenkarte. Wenn Sie möchten, können Sie bereits einen Betrag notieren, um den wir Sie dann nach der Messe bitten dürfen.

Irgendwo hatte ich von dieser Idee mal gehört, aber sie selber nie eingesetzt. Hier schien nun der geeignete Moment, denn Visitenkarten haben sicher alle Messegäste bei sich.

Visitenkartenspenden schlagen Geldspenden

Unser kleiner Stand (nur Spendensäule und ein Roll-Up) war danach gut umlagert und wir erhielten eine Menge Scheine. Nur ein einziger Besucher warf Münzen ein. Das erste Ergebnis:

  • Rund 110 Geldscheine (geschätzt einer pro Person) wurden eingeworfen: 1548,- Euro
  • 8 Visitenkarten wurden mit Betrag eingeworfen: 2.270 Euro
  • 10 Visitenkarten wurden ohne Betrag eingeworfen: … wir warten aufs Ergebnis …

Wir waren vom Ergebnis doch sehr begeistert, denn dass Messebesucher für ein soziales Projekt spenden, wo doch ganz andere Themen im Vordergrund stehen, war sehr bemerkenswert. Allerdings hat mein Chef auch wieder 5 Minuten exzellent gesprochen und die Anwesenden emotional berührt.

Die Barspenden kamen von Privatpersonen – vielleicht auch Firmeninhabern. Die Visitenkartenspenden – so ist zu vermuten – werden Firmenspenden sein. Auch daher möglicherweise der höhere Betrag im Durchschnitt und absolut. Immerhin lagen zwei Karten bei 500 Euro!

Mein Fazit: Auch wenn nur relativ wenige Visitenkarten eingeworfen wurden, so schlägt deren Ertrag doch deutlich den der Geldspenden. Ich würde diese Methode unbedingt wieder einsetzen und vielleicht bereits im Vorfeld oder am Stand visuell für diese Methode der Spende werben.

Und … vielleicht ergibt sich aus diesen Kontakten ja eine stärkere Beziehung!

Plan-Beilagen 2012

Beilage in der taz, 22.01.2012

Die Materialschlacht geht weiter – zumindest kommt es mir so vor: Der erste Prospekt von Plan lag in der Wochenend-taz als Beilage. Wer sammelt um die Wette mit und hat am Jahresende die meisten Beilagen oder Mailings von Plan gesammelt? Im letzten Jahr hatte ich das Gefühl, damit ein Zimmer tapezieren zu können.

Gerne führe ich hier ein Ranking. Wer sammelt mit?

 

 

Beilage in der taz, 12.02.2012

 

 

 

 

 

 

 

BUND "Natur und Umwelt", 25.2.12

 

3.3.2012, in "Schrot & Korn"