Rezension: Fundraising Management

FR-Management_seger_labaronneFundraising auf 76 Seiten, darin noch zahlreiche Abbildungen und in Farbe … geht das? Ja, das geht, wenn man eine klare Einschränkung in seinem Anspruch vornimmt. Umfangreiche – und oft ungelesene – Fundraising-Handbücher gibt es ja einige am Markt. Mit dem Band 5 der SML Essentials legen Leticia Labaronne und Bruno Seger, langjährige Lehrende des schweizer Diplom-Lehrgangs Fundraising Management (ZHAW School of Management) eine hochkonzentrierte Veröffentlichung vor.

Der Anspruch des Bandes ist, Interessierten einen ersten und möglichst umfassenden Überblick über Strategie, Hintergrund und Methoden des Fundraisings zu geben. Die (wenigen) Praxisbeispiele entstammen dem Schweizer Alltag, sind aber problemlos auf D/A übertragbar.

Der umfassende Überblick gelingt auf den 76 Seiten auch aufgrund zweier Merkmale: Schriftgröße und einen stark lexikalischen Charakter der Beiträge. Die Schriftgröße ist sehr gewöhnungsbedürftig klein geraten, was zwar zu einer gute Übersicht und geringem Seitenumfang führt, aber meiner Lust am Lesen merklich abträglich ist. „Rezension: Fundraising Management“ weiterlesen

Fundraising-Manifest: gegen die Banalisierung der Kultur der Gabe

Ist die Zeit des beziehungsorientierten Fundraisings abgelaufen? Ich hoffe nicht!
Ist die Zeit des beziehungsorientierten Fundraisings abgelaufen? Ich hoffe nicht!

Es reicht: Fundraising muss wieder Freunde bereiten!  

Es reicht! Es ist nicht nur anstrengend, es reicht. Es ist Zeit, für den Berufsstand des Fundraisers einzutreten. Es ist Zeit, diesen Beruf wieder mit Würde und Bedeutung zu füllen, aus der Nische des Anrüchigen heraus zu holen.

Seit Jahren bereits stelle ich immer wieder fest, wie sehr doch Fundraiserinnen und Fundraiser unter Druck stehen, individuell und strukturell in ihrem Tun behindert werden:

  • Vorstände und Geschäftsführer stellen Fundraiser mit hohem Erwartungsdruck ein und lassen sie dann, kaum angekommen, in den Organisationen alleine. Kein fachlicher Austausch intern, kein Budget, im Dickicht der etablierten Strukturen verheddert und letztendlich auf verlorenem Posten. Dann noch befristet eingestellt und nach 1-3 Jahren desillusioniert wieder auf der Straße.
  • Im Ansehen rangieren Fundraiser irgendwo zwischen Bettlern und Inkasso-Unternehmen. Professionelle Mittelbeschaffung wird gesellschaftlich als Notnagel akzeptiert, aber – da es ja auch um Geld geht – in die Schmuddelecke gedrängt. Ist die Not gelindert, kann der Fundraiser gehen.
  • Die Kurzfristperspektive regiert gnadenlos. Fundraising steht vielerorts für projektbezogene, situative Spendenwerbung. Und wenn das Geld da ist, endet der Auftrag des Fundraisers, endet die Beziehung zu den Förderern.
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Buchtipp: The ZEN of Fundraising

The ZEN of Fundraising – ein Klick führt zu Amazon

Ein Klassiker, wenngleich erst 5 Jahre alt, ist das alleine schon durch seinen Titel zeitlose Buch von Ken Burnett. Er präsentiert darin 89 wertvolle Ideen, Anregungen, Tipps, um die Beziehung zu Förderern und Spendern zu festigen und zu intensivieren. Der Charme des Taschenbuchs liegt auch darin, dass der Inhalt “häppchenweise” innerhalb thematischer Kapitel verabreicht wird, so dass man immer mal wieder spontan darin lesen kann. Im ersten Abschnitt bringt Ken Burnett beispielsweise 15 Maßnahmen zu Papier, welche er als neuer Leiter Fundraising einer Einrichtung sofort angehen würde.

Für alle Fundraiser, welche an einer echten Beziehung zu ihren Freunden und Förderern interessiert sind, birgt das Buch eine Fülle von Anregungen. Auch Routiniers werden den einen oder anderen Tunnelblick nach der Lektüre wieder verloren haben.

Prädikat: Sollte bei den 10 Fundraising-Büchern in Ihrem Regal nicht fehlen.