Der andere Spendenstein

Dreingabe für Spender - ein Original-Stein des Alten Schlosses Stuttgart.
Dreingabe für Spender – ein Original-Stein des Alten Schlosses Stuttgart.

Diese Tage erhielt ich das aktuelle Förderermagazin des Landesmuseum Württemberg (Altes Schloss). Darin war ein Spendenprospekt, der für einen Beitrag zur Renovierung des Museums warb. Was mir sofort ins Auge stach, war der überall präsent dargestellte Stein mit der Aufschrift “Mein Stück Altes Schloss”.

Jeder Spender erhält ab einer Spende von 50 Euro ein Exemplar dieses Steines. Das besondere dabei ist: Die Steine stammen tatsächlich vom Alten Schloss, dem Sitz des Landesmuseums Württemberg. Sie sind die Reste einer Mauer, welche bei einem Durchbruch weichen musste.

Ich finde diese Idee sehr ansprechend. Für echte Fans ist es sicher reizvoll ein Stück dieses alten Gemäuers in Händen zu halten, in der Wohnzimmervitrine auszustellen. Eine Idee übrigens, die zuvor schon nur einen Kilometer entfernt erfolgreich war. Damals hatte die Staatsgalerie Stuttgart ihren markanten grünen Noppen-Bodenbelag ausgetauscht und die noch ordentlich erhaltenen Stücke in handlichen Größen im Museumsshop verkauft.

Tipp: Planen Sie eine Renovierung? Ist es ein Gebäude mit “Erinnerungswert”? Dann überlegen Sie doch mal, ob Sie von dieser Aktion etwas lernen können. Alte Dachziegel des Kirchturms, …  “Devotionalien” lassen sich aus vielem machen.

 

Ist eine Mailing-Rezension erlaubt?

Darf ein Mailing öffentlich diskutiert werden? Ich sage: Ja!
Darf ein Mailing öffentlich diskutiert werden? Ich sage: Ja!

Im Rahmen der heutigen Diskussion über das von mir besprochene Mailing von “XXXXXX” gab es eine ganze Reihe engagierter Wortmeldungen hier im Blog und in der Facebook-Gruppe “Nachhaltiges Fundraising“. Die Diskussion lief etwas hin und her und ich denke, es macht Sinn, hier mal einige Punkte aus meiner Sicht klar zu stellen. Denn die Debatte hatte teilweise etwas sehr weitgehende Aspekte aufgegriffen, die meiner Meinung nach hier nicht greifen.

Meine vier Thesen:

  1. Eine Mailing zu besprechen ist nichts anderes, als ein Buch zu rezensieren.
  2. Insbesondere große und bundesweit agierende Organisationen müssen damit rechnen, dass ihre Mailings einer besonderen Aufmerksamkeit unterliegen.
  3. Eine öffentliche Debatte ist ein Zeichen von Souveränität und Transparenz.
  4. Es gibt kein öffentliches Forum, in welchem fachliche Aspekte des Fundraisings offen diskutiert und der breiten Fundraisenden-Öffentlichkeit zugänglich wären. Private Blogs und Facebook-Gruppen schließen derzeit diese Lücke.

Soweit mal die Vorrede. Nun ins Detail … Und dabei danke ich ausdrücklich gerade auch den kritischen Kommentatoren meines Artikels, weil sie mir halfen, meine Meinung zu klären und zu fokussieren. „Ist eine Mailing-Rezension erlaubt?“ weiterlesen

Plan-Mailings 2012

Plan-2012Ich hätte es ja zu Beginn nicht gedacht – aber im Laufe des Jahres 2012 kamen stolze 17 Beilagen in 10 Versionen von Plan bei mir an. Immerhin war nur ein Pseudo-Freundschaftsbändchen diesmal dabei.

Den guten Herrn Wickert als Fürsprecher / Testimonial kann ich allerdings langsam nicht mehr sehen. Haben die sonst keine prominenten Unterstützer(innen)?

Scheinbar bin ich eine Zielgruppe … Und dabei habe ich gar nicht mal so viele Zeitschriften zuhause. Die Beilagen lagen in der taz, in Naturkost-Heften und Mitgliederzeitschriften von Umweltverbänden drin.

Komisch, dass ich noch immer kein Pate bei Plan geworden bin …

Aber vielleicht liegt’s nicht nur an der – für mich persönlich abschreckenden – Materialschlacht, mit welcher Plan auf den Markt tritt. Vielleicht lag’s auch an der netten Dreingabe, welche man (oder Mann) als Plan-Pate im Rahmen der Mädchen-Kampagne erhalten kann …

Plan-ShirtEin T-Shirt mit Aufdruck “Because I am a Girl” als Dankeschön für eine 336,- Euro “teure” Patenschaft im Jahr … ist das ein Anreiz? Spontan gefragte Frauen wollten es nicht mal als Nachthemd haben. Nicht nur ich fand, dass das T-Shirt vom eigentlichen Anliegen, Kindern zu helfen, ablenkt.

Plan hat – das will ich nicht verschweigen – beim PwC-Transparenzpreis den respektablen 3. Platz errungen. Gleichwohl wird der massive Auftritt nicht nur bei mir für Irritation sorgen. Hier kollidieren verschiedene Botschaften und sorgen für Dissonanz beim kritischen Betrachter.