Raus aus den Spenderklischees und Fundraising-Strukturfallen

Spender-Schubladen
In welche Schubladen stecken Sie Ihre Förderer? Und was bedeutet das im Alltag?

Jan Uekermann hat eine Erfahrung gemacht, die ihm nicht gefiel. Auf eine bedeutende Spende in Höhe von 500,- Euro, online getätigt, gab es eine blitzschnelle automatische Bestätigungs-E-Mail. Doch dabei blieb es dann auch. Keine persönliche E-Mail danach, kein Anruf, kein Dankbrief. Nun sind 500,- Euro sicher nicht nur für Jan eine höhere Spende. Als Einzelspende bewegt sich das schon in den oberen 5-10% der Spendenbeträge. Die Begründung der Organisation auf Nachfrage war dann, dass Offline-Spenden offline und Online-Spenden online bedankt werden. Punkt. Im Blog von RaiseNow beschreibt er seine Erfahrung. Seine Erwartung fasst er wie folgt zusammen:  “Aber hey, ich denke dass ich auf so eine Spende doch wohl erwarten darf, dass mir dafür nochmal persönlich gedankt wird, gerne ja via E-Mail, dürfte aber auch ein Brief sein – so, wie ich viele Spendenbriefe dieser Organisation erhalte.”

Eine andere Erfahrung schildert die Bloggerin fraurebis. Ein Arzt, unbestrittene Koryphäe seines Faches, wird von eben jener Krankheit betroffen, welche er sonst heilt. Nicht nur, dass ihn – den Fachmann – niemand behandeln will und er viel in der Auseinandersetzung mit einem fachfremden Kollegen über sich und seine Erkrankung erfährt. Er erfährt auch, wie es sich als Patient lebt und wie dies seine Haltung, als er wieder als Arzt tätig wird, zu den Patienten verändert. Jetzt ist ihm klar, was die Patienten von ihm als Arzt erwarten, wie viel Überflüssiges kommuniziert wurde und wie sich das hilflose Liegen anfühlt.

Szenenwechsel – Fundraising-Bühne: Was wissen wir von den Spenderinnen und Spendern, welche wir zu hunderten, zu tausenden, zu hunderttausenden anschreiben? Wissen wir mehr als Seniorinnen-Klischees, als Stichworte zu Sinus-Milieu-Kartoffeln? Wer von uns hat regelmäßig Kontakt zu Spenderinnen und Spendern? „Raus aus den Spenderklischees und Fundraising-Strukturfallen“ weiterlesen

Mut zur Case-Study

 

Manches kann man nicht theoretisch beschreiben - man muss es gemacht haben.
Manches kann man nicht theoretisch beschreiben – man muss es gemacht haben.

Vor kurzem schrieb ich über “authentische” Referenten bei Seminaren und Tagungen. Nun steht und fällt das Angebot an solchen Angeboten mit der Zahl an Kolleginnen und Kollegen, welche sich trauen, aus ihrer Arbeit zu berichten. Meine Hoffnung ist ja, dass, wenn wir  mehr den Anspruch auf Authentizität stellen und weniger auf große / bekannte Namen achten, sich vielleicht mehr Kolleginnen und Kollegen trauen, aus ihrer ganz persönlichen Fundraising-Praxis zu berichten.

Denn bei den vielen kleinen und mittleren Organisationen verbergen sich – so mein Eindruck aus mehr als einem Erfahrungsaustausch – doch Erfahrungen und Erlebnisse, von welchen andere profitieren können. Es muss ja nicht perfekt in Präsentation oder Ergebnis sein, aber es muss eine Erfahrung sein, vor deren Hintergrund ich meine eigene Fundraising-Situation auf diesem Gebiet reflektieren kann.

Eine tolle Veranstaltung, um auf Anregungen zu kommen, ist für mich zum Beispiel die Fundraising-Schau, „Mut zur Case-Study“ weiterlesen

Referent oder Sprecher?

Bringt mich ein Referent meinem Ziel näher? Die Kernfrage vor einem Seminarbesuch!
Bringt mich ein Referent meinem Ziel näher? Die Kernfrage vor einem Seminarbesuch!

Die Weiterbildungs-Szene weitet sich nach meinem Eindruck derzeit. Vom Fundraising-Kongress geht es über die regionalen Fundraising-Tage zu einzelnen Tagesseminaren einer steigenden Anzahl von Anbietern. Und so findet sich mittlerweile für viele Spezialthemen des Fundraisings ein maßgeschneidertes Fortbildungsangebot bzw. Seminar im Rahmen einer Tagung.

Nun ist wieder die Qual der Wahl angesagt, welches Angebot wirklich den Besuch lohnt. Denn sowohl Zeit als auch Fortbildungs-Budget sind limitiert. Vor eineinhalb Jahren hatte ich darüber bereits einmal einen Beitrag geschrieben und abgeraten, ein Seminar anhand des Titels zu belegen (Merke: Don’t judge a book by its cover.). Daran musste ich denken, als ich folgendes las:

Rolf Dobelli beschreibt in seinem Buch „Die Kunst des klaren Denkens“ „Referent oder Sprecher?“ weiterlesen