Ein Stein für den Klosterplatz

Gespaltene Fluss-Steine als Spender-Boden vor dem Kloster Einsiedeln.
Gespaltene Fluss-Steine als Spender-Boden vor dem Kloster Einsiedeln.

Ein haltbarer Dank soll es sein, eine Wertschätzung mit Sichtbarkeit – so sind Stifterwände und Spendentafeln konzipiert. Wir finden sie mittlerweile an vielen Stellen. Ich sah solche Namenstafeln auf Holzschindeln an einer Wandervereinshütte, auf Plexiglas im Innenhof eines Caritasverbandes, auf Messing in Museen, in kleinen oder größeren lasergravierten Klinkerausführungen etc. Solche Wände haben eine mehrfache Funktion. Sie sollen

  • an den Spender / die Spenderin öffentlich erinnern,
  • den Dank für die Gabe dauerhaft ausdrücken und
  • andere Menschen motivieren, ebenfalls zu spenden oder zu stiften.

Je nach kultureller oder sozialer Prägung ist ein solcher öffentlicher Dank nicht gewünscht. Statt dessen wird der Dank z.B. bei einer Stifterwand “Im Angedenken an ….” (verstorbene Menschen, welche dem Stifter etwas bedeuten) ausgeführt, oder ein schlichtes “Danke!” als Platzhalter für anonym bleibende Spender formuliert.

Vor dem Kloster Einsiedeln stieß ich auf eine auch ansprechende und sehr schön integrierte “Spenderwand”. Im Zuge einer langjährigen Sanierung des Kloster-Vorplatzes wurde der Bodenbelag neu angelegt. Die historischen verlegten, gespaltenen Flußsteine, wurden wieder verwendet. „Ein Stein für den Klosterplatz“ weiterlesen

Spenden bedanken – Spender würdigen

Stifterwand - Würdigung ohne Bezug auf die Höhe der Zustiftung.
Stifterwand – Würdigung ohne Bezug auf die Höhe der Zustiftung.

Dankbriefe und den Akt des Dankens halte ich für wichtig im Fundraising. Das habe ich schon häufig geschrieben. Und ich denke nach wie vor, dass grundsätzlich jede Spende bedankt werden soll.

Nun erreicht mich regelmäßig die Frage, ob das denn

  • unter wirtschaftlichen Aspekten vertretbar sei und
  • ob es nicht doch einen großen Unterschied mache, ob jemand 10 oder 1.000 Euro spendet.

„Spenden bedanken – Spender würdigen“ weiterlesen

Der andere Spendenstein

Dreingabe für Spender - ein Original-Stein des Alten Schlosses Stuttgart.
Dreingabe für Spender – ein Original-Stein des Alten Schlosses Stuttgart.

Diese Tage erhielt ich das aktuelle Förderermagazin des Landesmuseum Württemberg (Altes Schloss). Darin war ein Spendenprospekt, der für einen Beitrag zur Renovierung des Museums warb. Was mir sofort ins Auge stach, war der überall präsent dargestellte Stein mit der Aufschrift “Mein Stück Altes Schloss”.

Jeder Spender erhält ab einer Spende von 50 Euro ein Exemplar dieses Steines. Das besondere dabei ist: Die Steine stammen tatsächlich vom Alten Schloss, dem Sitz des Landesmuseums Württemberg. Sie sind die Reste einer Mauer, welche bei einem Durchbruch weichen musste.

Ich finde diese Idee sehr ansprechend. Für echte Fans ist es sicher reizvoll ein Stück dieses alten Gemäuers in Händen zu halten, in der Wohnzimmervitrine auszustellen. Eine Idee übrigens, die zuvor schon nur einen Kilometer entfernt erfolgreich war. Damals hatte die Staatsgalerie Stuttgart ihren markanten grünen Noppen-Bodenbelag ausgetauscht und die noch ordentlich erhaltenen Stücke in handlichen Größen im Museumsshop verkauft.

Tipp: Planen Sie eine Renovierung? Ist es ein Gebäude mit “Erinnerungswert”? Dann überlegen Sie doch mal, ob Sie von dieser Aktion etwas lernen können. Alte Dachziegel des Kirchturms, …  “Devotionalien” lassen sich aus vielem machen.

 

Der Dank auf den Dank

IMG-20130917-00824Zum Dankbrief kann ich viel schreiben. Aber was sagen denn Spenderinnen und Spender?

Hier ein Originalzitat von heute, geschickt von einer Dame, welche eher kleinere Spenden gibt. Solche Rückmeldungen kommen öfters an:

“Liebe Leute von der EVA, über Ihren “Danke” Brief habe ich mich wirklich sehr gefreut. Ich bin sicher, dass Ihre Hilfe nötig ist und ankommt.”

 

Der Ton macht den Dank

Der Ton macht die Musik - auch beim Dankbrief.
Der Ton macht die Musik – auch beim Dankbrief.

Aus meiner Einstellung zum Dank als fundamentalem Bestandteil des Fundraisings habe ich bisher kein Geheimnis gemacht. Und so hoffe ich, dass die Zahl der Vereine, welche sich für eine Spende bedanken, so langsam ansteigt.

Nun ist es Zeit für den zweiten Schritt. Jetzt verfassen wir mal “schöne” Spendenbriefe. Denn: Der Ton macht nunmal die Musik. „Der Ton macht den Dank“ weiterlesen

Wer soll bedanken?

Ein authentischer Dank ist wie Hefe und lässt die Beziehung zu Spendern wachsen.
Ein authentischer Dank ist wie Hefe und lässt die Beziehung zu Spendern wachsen.

Es gibt einige sehr feste Regeln im Fundraising und eine von ihnen lautet: “Wer bittet, der bedankt.” Wer also mit seinem Namen, vielleicht sogar mit einem Foto, ein Spendenmailing, eine Beilage oder einen Online-Aufruf ziert, der solle dann auch die eingehenden Spenden bedanken.

Dieser Gedanke ist nicht falsch und korrespondiert sehr mit unserem Alltagsverständnis. Auch im Privatleben erwarten wir, dass der Beschenkte sich bei uns bedankt. Gut, bei kleineren Kindern macht man gerne auch mal eine Ausnahme, wenn sie sehr schüchtern sind. Da dürfen die Eltern in die Bresche springen. Aber später wird eine authentische 1:1-Kommunikation erwartet.

Um uns nun der Frage zu nähern, wer soll im Fundraising bedanken, hilft uns das etwas weiter. Aber, wie wir sehen werden, gibt es doch einige Unterschiede, so dass diese Regel “Wer bittet, der bedankt.” reflektiert werden sollte. „Wer soll bedanken?“ weiterlesen

Mein Freund, der Spender

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Der Spender kommt wegen der guten Projekte und geht wegen des schlechten Service.

 

Mit diesem kleinen Gedankenanstoß verabschiede ich mich in die Weihnachtsferien. Vielen Dank allen, welche dieses Blog im laufenden Jahr begleitet, gelesen, kommentiert, ertragen und empfohlen haben. Danke allen, welche meine Haltung zum Umgang mit Spenderinnen und Spendern teilen. Oder, um es mit dem Namensgebers des Blog, Knigge, zu sagen:

Die Kunst des Umgangs mit Menschen … die Kunst, sich bemerkend, geltend, geachtet zu machen, ohne beneidet zu werden; sich nach den Temperamenten, Einsichten und Neigungen der Menschen zu richten, ohne falsch zu sein; sich ungezwungen in den Ton jeder Gesellschaft stimmen zu können, ohne weder Eigentümlichkeit des Charakters zu verlieren, noch sich zu niedriger Schmeichelei herabzulassen.

Gestartet war der Blog im Januar, als kleines privates Projekt zum 10jährigen Berufsjubiläum als Fundraiser. Es hat mir Spaß gemacht, über unseren Beruf zu reflektieren und darüber mit einigen Menschen in Kontakt zu kommen. Ich werde mir in den Weihnachtsferien überlegen, ob und ggf. wie der Blog weitergeführt wird. Ich freu’ mich da auch über Anregungen!

Ich wünsche Dir / Ihnen frohe, besinnliche, aber auch fröhliche Festtage und einen guten und gesunden Start ins Neue Jahr.

Kai Dörfner

Fundraisers Erntedank

Weihnachtszeit ist Dankzeit!
Weihnachtszeit ist Dankzeit!

Meine Kolleginnen in der Spendenbuchhaltung haben in diesen Wochen viel zu tun. Eine weitere Kollegin ist mit mir dabei, täglich ca. 200-250 Dankbriefe anzupassen, auszudrucken und – natürlich mit Füller – zu unterscheiben. Handschriftliche Grüße ergänzen den einen oder anderen Brief und unser Vorstandsvorsitzender erhält täglich mehrere Unterschriftsmappen mit der Bitte, eine handschriftliche Karte beizulegen. Nicht vergessen möchte ich noch die Kollegen, welche die Briefe kuvertieren, die richtige Beilage dazugeben und mit den schönen Weihnachts-Wohlfahrtsbriefmarken bekleben.Ja, jetzt, kurz vor Weihnachten, ist nicht nur in den Kaufhäusern Hochbetrieb. Auch bei spendensammelnden Organisationen ist Hochsaison. Und bei der so erfreulichen Fülle an Aufgaben könnte man in Versuchung sein, über die längeren Arbeitstage und das gestiegene Pensum zu klagen. Aber das nehme ich so überhaupt nicht wahr. Das Gefühl ist eher …

…Dankbarkeit

Ja, wir sind unseren Freunden und Förderern dankbar. Und das bedeutet auch, dass wir jede Spende genau so sorgfältig verbuchen, bedanken und wertschätzen, wie an Tagen, wo nur wenige Gaben eingehen.

Beim unterschreiben der vielen Dankbriefe, beim lesen der Namen und der Spendenzwecke kommt fast eine meditative Stimmung auf. Manche Namen sagen mir etwas, einige kenne ich, andere sind mir (noch) ganz fremd. Was bewegt den einen oder die andere, unsere Arbeit zu unterstützen? Warum wurden gerade unsere Dienste als förderwürdig angesehen? Oder ein Unternehmen spendet gerade zum zweiten Mal 1.000 Euro – also waren sie mit unserer Arbeit, unseren Informationen zufrieden. Toll!

Dazwischen einge Anrufe: Eine Adresskorrektur wird durchgegeben, eine Sachspende angekündigt, eine Kochplatte für den im Spenderheft skizzierten Mann angeboten, zwei große Kisten veganen und exotischen Duschgels werden kurz vor Haltbarkeitsdatum von einer Familie vorbeigebracht (freut unsere Dienste bei der Straßenkinderarbeit) und so manche Geldspende wird persönlich abgegeben.

Weihnachtszeit ist Erntedank

Die Zeit vor Weihnachten erinnert mich etwas an die Erntezeit in der Landwirtschaft. Das ganze Jahr über haben wir mit unseren Informationen und Veranstaltungen, im übertragenen Sinne, gesät, gedüngt und gepflegt. Und nun ist – bildlich gesprochen – die Zeit der Ernte gekommen. Und wie in der Landwirtschaft ist dies die Hochphase der Arbeit.

Wir freuen uns über all die Freunde und Förderer, welche die Arbeit unterstützen und es uns im kommenden Jahr ermöglichen, erneut rund 14.000 Hilfesuchenden zur Seite stehen zu können. Und so ist für uns Heiligabend so etwas wie das Erntedankfest. Der Dank für all das Gegebene, das Empfangene, was wir dann wieder an die Kinder, Familien, Wohnungslosen, Kranken und Hilfsbedürftigen in Form unserer Hilfen weiterreichen dürfen.

Egal, was die Spendenbarometer, die Umfragen über stagnierende oder sinkende Spendenbereitschaft sagen. Ich freue mich über alle Menschen, welche wir Fundraisenden erreichen konnten. Ich freue mich über jeden, der sagt: “Meine Spende bewegt etwas, macht einen Unterschied!” Und ich freue mich über jeden Fundraiser, jede Fundraiserin, welche dieses Engangement wertschätzen kann.

Fundraising ist mehr als ein Job. Es ist ein kleines bisschen Weltverbesserung. Und mehr können wir eigentlich nicht verlangen. Oder?

 

Osterbeilage – Reziprozität II

Schöne Beilagen - doch passen sie für ein Mailing?

Vor einiger Zeit schrieb ich über den psychologischen Effekt der Reziprozität und seine praktische Auswirkung auf das Fundraising. Zwischenzeitlich erhielt ich – als Kaltmailing, also ohne bisher Spender zu sein – einen Spendenaufruf des NABU mitsamt drei Beilagen (s. Bild nebenan). Nun, über das Mailing als solchem könnte man auch den einen oder anderen kritischen Satz verlieren. Aber darum soll es heute nicht gehen. Mich beschäftigt die Frage, ob die Beilage hier passt oder nicht – und welche Kriterien man zur externen Betrachtung anlegen könnte.

„Osterbeilage – Reziprozität II“ weiterlesen

Kann ich mir einen Dankbrief leisten?

Folgt bald die Gebührenordnung für Spenderdank?

Spendenwerbung muss billig sein, die Verwaltungskosten sind niedrig zu halten. Das ist eine nachvollziehbare Einstellung und auch unsere Spenderschaft ist dieser Meinung.

Wo diese Haltung immer wieder thematisiert wird, ist beim Dankbrief. Ja, interessanterweise wird der Dankbrief häufig als Kostentreiber angesehen. Und aus diesem Grund wird ihm ein Zahlschein beigelegt (was ich persönlich überhaupt nicht mag). Dazu erreichte mich auch der Kommentar …

 
“Viele Organisationen könnten sich ohne einen Zahlschein, in der Bedankung diese Form der Spenderbindung gar nicht mehr leisten.”

Oups: Das heißt doch im Klartext, dass die Spender am besten einen frankierten Rückumschlag senden sollten, „Kann ich mir einen Dankbrief leisten?“ weiterlesen