Wes Brot ich ess … Stakeholder im Fundraising (Teil 1)

 

Unsere Stakeholder / Austauschpartner im Fundraising im Wechselspiel der Kräfte.

„Wes Brot‘ ich ess, des Lied ich sing!“ Diesen mittelalterlichen Spruch aus der Zeit der Minnesänger kennen Sie vielleicht. So, wie die Sänger ihre gastgebenden Burgherren musikalisch verherrlichten, erleben wir heutzutage paralleles in der beruflichen Abhängigkeit. Wenn wir beispielsweise Studien oder Umfragen lesen, sollten wir etwas kritisch hinterfragen, wer Auftraggeber der Studie war. Die Ergebnisse sind möglicherweise durch das Interesse des Auftraggebers gefärbt.

Als Fundraisende sind wir auch nicht unabhängig von Dritten, von Auftraggebern und Einflüsterern. Auch wir haben „Stakeholder“, Personen oder Gruppierungen, welche ein Interesse an unserer Arbeit und ihren Ergebnissen haben und direkt oder indirekt darauf Einfluss nehmen.

Als wichtigste Stakeholder des Prozesses „Spende“ identifiziere ich die folgenden acht:

  • Spender
  • Öffentlichkeit / Medien
  • Arbeitgeber (Vorstand, Vorgesetzte, Organisation)
  • Mitbewerber / Konkurrenten (als Organisation oder Personen)
  • Staat (Recht, Steuer, Kontrolle)
  • Agenturen / Dienstleister
  • Spendenempfänger (also die, mit denen wir werben – Mensch, Tier, Natur, Kultur, …)
  • Fundraiser (also ich, das Team)

Jeder dieser Stakeholder (oder auch Austauschpartner) hat im Arbeitsalltag des Fundraisers eine mehr oder weniger dominante Rolle. Im beruflichen Alltag lohnt es immer wieder, einmal zu reflektieren, welche Anforderungen von wem an mich gestellt werden, welche ich erwarte, welche mir bewusst sind und welche ich zwar kenne, aber ignoriere.

  1. Welcher Austauschpartner hat in meiner Wunschvorstellung den meisten Einfluß auf meine Arbeit?
  2. Welcher Austauschpartner hat de facto den größte Einfluß?
  3. Kollidieren (1) und (2) miteinander oder bilden sie Synergien? Was macht das mit mir, meiner Arbeitszufriedenheit?

Spannende Fragen, deren Antwort nicht immer leicht fällt.

Das Verhältnis, welches wir Fundraiser zu diesen Austauschpartnern haben, lässt sich übrigens auch nutzen, um „logisch“ Regeln für eine Fundraising-Ethik abzuleiten, aufzustellen.

Doch mehr dazu in einem weiteren Blog-Artikel.

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