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“Die unaufhörliche Aufregung und Sorge vieler Menschen ist eine fast unheilbare Krankheitsform. Wir übertreiben die Wichtigkeit von allem, was wir tun, und wie vieles geschieht doch ohne uns!”

(Henry David Thoreau, aus: Walden – oder Leben in den Wäldern)

Wann können wir Fundraiser uns auch einfach mal zurücklehnen und warten, was sich tut? Der Boden ist bereitet, mal sehen, was sich so ansäen wird. Stiftungen und Aktivitäten im Erbschaftsfundraising sind langfristige Angelegenheiten. Auch wenn Vorstände drängeln sollten – die Stifter und Nachlassgeber entscheiden selber, ob und wann sie geben wollen.

Fundraising ist keine Spendenwerbung. Fundraising ist langfristig angelegter Beziehungsaufbau mit Perioden des Säens, des Wachsens, des Wartens und des Erntens.

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Umfrage zur Häufigkeit neuer Artikel

Nach nun gut zwei Wochen und 14 Beiträgen ist ein guter Zeitpunkt, um einmal nachzufragen, wie es mit der Aufnahmebereitschaft der Lesenden und dem Interesse an dieser Seite aussieht. Daher mal eine kleine Umfrage übers Wochenende:

 

Wie häufig sollen auf dieser Seite inhaltiche Beiträge / Fachartikel erscheinen?

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Knapp bei Kasse? Stiftung gründen?

Stiftungen sprudeln nicht von alleine...

Der seit einigen Jahren anhaltende Boom neu gegründeter Stiftungen und der hohe Erfolg einzelner Stiftungsgründungen macht dieses Fundraisinginstrument für viele attraktiv.

Im Hinterkopf steckt dabei die Vorstellung, dass, ist erst einmal die Stiftung errichtet, das Geld schon sprudeln wird.

In Seminaren werde ich oft um Ratschläge gebeten, wie man am besten eine Stiftung für den Zweck XY (wahlweise Jugendreferentenstelle, Kirchenerhalt, …) gründet.

An diesem Punkt des Gesprächs bremse ich meist erst einmal. Denn eine Stiftung nur zu gründen, weil es gerade in Mode ist, ist unsinnig. Eine Stiftung, welche nachhaltig Gelder für Ihren Verein oder Ihre Gemeindearbeit erwirtschaften soll, muss zu ihrem Fundraising-Mix und vor allem zu ihren finanziellen Zielen passen. Weiterlesen →

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Die Entdeckung der Beziehungspyramide

Ein idealtypisches Modell: Die sogenannte Spenderpyramide

Wir kennen sie alle aus den Lehrbüchern: die gute alte Spenderpyramide. Die Bezeichnungen mögen sich hin und wieder ändern, aber im Grunde sagt dieses (idealtypische, also nicht 1:1 in der Realität existierende) Modell aus, dass sich ein Spender in seiner Beziehung zur Organisation von unten nach oben innerhalb der Pyramide bewegt.

Vom Organisationsfremden zum Erstspender, weiter zum Gelegenheitsspender, Dauerförderer, vielleicht gar Großspender oder Erblasser. Als Maßstab wird zumeist auf den Spendenbetrag geachtet, so der Pyramidenaufbau. Je weiter oben, desto höher die jährliche Spende, desto höher der zu leistende individuelle Aufwand in der Kontaktpflege.

Dieses Modell hat in der Praxis sicher seine Berechtigung und vermag viele Spender-Organisations-Kontakt abzubilden. Das Modell ist auch hilfreich, wenn es um die Konzeption von Fundraising-Instrumenten geht, welche adäquat zur jeweiligen Gruppe passen sollen. Aber es betrachtet den Spender doch sehr von der Objektseite und von der monetären Bedeutung. Weiterlesen →
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Psychologie: Soziale Bewährtheit

Zum Glück müssen wir nicht alles selber entscheiden. Wir bekommen Tipps. Der Online-Buchhändler zeigt mittels Sternen die Bewertung anderer Leser für das Buch an, macht sogar weitere Lesevorschläge. Was so vielen anderen gefällt, wird sicher auch mir gefallen.

Wenn eine lange Schlage vor dem Imbiss ist, dann muss das Essen dort gut sein (und nicht der Service lahm oder die Konkurrenz weit entfernt), so unsere Vermutung.

Wir lassen uns gerne und häufig von der Menge beeinflussen. Vielleicht nicht auf jedem Gebiet, aber doch häufig. Das nimmt uns viel Denk- und Entscheidungsarbeit ab und vereinfacht den Alltag sehr. Beispiele dafür sind “Tausende Internetnutzer haben bereits …” oder “Käufer aus der ganzen Welt …”. Unbestimmte Mengen sollen angeblich sogar noch eher wirken als bestimmte Personen.

Dieser Effekt heißt “Soziale Bewährtheit” oder im englischsprachigen Raum “Social Proof”.

Soziale Bewährtheit im Fundraising

Wo erleben wir soziale Bewährtheit / Social Proof im Alltag des Fundraisers? Weiterlesen →

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“Es ist nie zu spät, unsere Vorurteile aufzugeben; auf keine Ansicht, keine Lebensweise, und sei sie noch so alt, kann man sich ohne Prüfung verlassen.”

(Henry David Thoreau in “Walden – oder Leben in den Wäldern”)

Für Fundraiser ein wichtiger Hinweis. Auch wenn Weisheiten und Tipps in renommierten Lehrbüchern stehen, heißt das noch lange nicht, dass sie 1:1 für den eigenen Verein übernommen werden können. Nicht alles wurde in der Praxis erprobt, nicht alles passt für jedes Spender-Milieu.

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Spenderglück: Alle Jahre wieder!

So um den 18. Dezember kommen sie. Ich höre sie schon den Flur zu meinem Büro entlanggehen.  Langsame Schritte, etwas außer Atem, dicker Wintermantel, schwere Tüten dabei. Seit einigen Jahren ist es das immer gleiche Ritual. Ich bin vorbereitet, habe mir schon vor einigen Tagen nochmals die Namen aus der Spenderdatei herausgesucht. Ich kenne doch mein Namensgedächtnis. Ein kleines Post-it mit den Namen hängt an der Pinwand.
“Hallo Herr Dörfner, wir sind wieder da!” Sie stehen in meiner Tür, same procedure as every year: Zwei ältere Damen, ein Herr, die Backen gerötet, freundliche und erwartungsvolle Gesichter. Ich erkenne sie sofort und freue mich auch.

Die drei verbindet eine langjährige Tradition mit der Evangelischen Gesellschaft, der eva. Seit “ewigen” Zeiten schon backen sie Jahr für Jahr zwei große Stollen – sicher 40-50 cm lang – und bringen sie gut verpackt in großen Plastiktüten hierher. Die Stollen sind für den “Stall”, unsere jährliche Weihnachtsfeier für Arme und Wohnungslose, zu der am 24. und 25. Dezember rund 1300 Besucher und 200 Ehrenamtliche ins Haus kommen und die Räume füllen. Aus ganz Württemberg erreichen uns für den “Stall” Spenden: Gestricktes, Gebackenes, Geld. So können wir eine schöne Weihnachtsfeier gestalten und jedem Besucher eine Tasche mit einer “Bescherung” mitgeben.

Die Stollen werden vorsichtig, sie sind auf der Fahrt in der S-Bahn hierher heil geblieben, auf meinen Schreibtisch gelegt. Dazu gibt es einen Umschlag, gleicher Inhalt wie jedes Jahr, für die Armen, für eva’s Tisch.

Wir plaudern einige Minuten, die Mäntel bleiben an, freuen uns am Wiedersehen, an diesem geteilten Ritual. Diese persönliche Übergabe von Stollen und Geld tut beiden gut, Fundraiser und Spendern. Es ist etwas Persönliches. Menschen geben Menschen. Stollen gegen ein gutes Gefühl?

Dann geht es für die drei weiter. Der Stuttgarter Weihnachtsmarkt wartet.

Und ich bringe die beiden Stollen, vorsichtig, vom 4. in den 1. Stock runter, wo schon die Freiwilligen dabei sind, Pakete auszupacken, Inhalte zu sortieren und die Taschen zu packen.

Bis in 12 Monaten wieder. Ich freue mich schon.

 

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Wie hältst Du’s mit der Treue?

 Sind Sie ein treuer Spender?

 

Gute Frage, zumindest auf den ersten Blick. Doch was ist denn ein guter Spender? Die Antwortkategorien der Umfrage lauten:

  • Ja, ich spende zumeinst an dieselbe Organisation.
  • Nein, ich spende oft an eine andere Organisation.

Nun will ich nicht aus soziologischer Sicht über die Trennschärfe und Verständlichkeit dieser Frage schreiben, wenngleich das den Artikel deutlich verkürzen würde … 🙂  Diese Umfrage ist seit gestern (26.1.12) online auf dem Fundraising-Wiki. Und als ich diese Meldung heute auf Twitter las, kam spontan der Gedanke auf, ob es nicht viel sinniger wäre, folgende Frage zu stellen:

Bist Du eine treue Spendenorganisation?

Wie hältst Du als Spendenorganisation es denn mit der Treue zu Deinen Spendern? Weiterlesen →

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Hall of Fame: Nachwuchsfundraiser für Hope Island

Konzert für Hope Island

Für eine Schule auf Hope Island, einer kleinen Insel im Golf von Bengalen, 5 Kilometer von der Indischen Küste entfernt, spielten diese beiden Jungs im Dezember 2011 im Scharnhauser Park Weihnachtslieder. Die vier Lieder auf Blockflöte und Kontrabaß gefielen den Wochenmarktbesuchern so gut, dass 44 Euro in einer knappen Stunde zusammen kamen. Weiterlesen →