Geht’s noch einfacher? Ideen gesucht!

“Vereinfache, vereinfache!”

(H.D. Thoreau in “Walden”, S. 99)

Eine Frage, die mich momentan beschäftigt ist die, welche Bestandteile eine Spendenbitte wirklich haben muss. Benötigen wir wirklich all die schönen bunten Prospekte, Stuffer, Aufkleber, Fallbeispiele, Shopping-Lists …?

Auf was können wir in Mailings verzichten?

Gibt es eine Organisation, welche bewußt und gezielt (!) im Fundraising auf das Discounter-Prinzip setzt? Wer verzichtet auf alles, was bisher als unverzichtbar gilt?

Ich denke dabei weniger an all die spärlichen und einmaligen Versuche, mit einem Spendenbrief eine Spende zu bekommen. Gesucht sind längerfristig wirksame Ansätze.

Innovation – Weglassen von Bestehendem?

Was ist bisher “unverzichtbar”

  • Versandhülle
  • Teaser
  • Briefmarke
  • Absender
  • Brief
  • Johnson-Box
  • Unterschrift
  • Hervorhebungen
  • Kurze Absätze
  • Prospekt
  • Fallbeispiele
  • Farbe
  • Fotos mit Menschen
  • Shopping-List

Ich freue mich über jeden Tipp.

5 Gedanken zu „Geht’s noch einfacher? Ideen gesucht!“

  1. Hallo Kai,

    ich finde den Gedanken mal was ohne Hülle zu probieren seit Jahren sehr reizvoll. Allerdings war die Gelegenheit bzw. der Mut bis jetzt noch nicht da. In Amerika werden Mailings teilweise in Brottüten verschickt was sicherlich für viel Aufmerksamkeit beim Empfänger sorgt.

    Was ich glaube was man nicht weglassen sollte ist die Shopping-List. Ich sehe diese ehr als Service-Leistung gegenüber dem Spender um Ihm eine Orientierung zu geben – was seine Einzelspende konkret bewirken kann.

    Sonnige Grüße aus Hannover

    1. @ Florian Recklebe: Brötchentüten wären sicher reizvoll, aber ich fürchte, da sind mal wieder die Infopost-Bestimmungen der Deutschen Post AG davor. Aber sicher machbar mit TNT und Co.

      @ all: Viele Mailings kommen ohne Flyer aus, besonders, wenn die Bilder dazu durch TV und Presse sowieso schon in den Köpfen sind, zum Beispiel bei Katastrophen oder aktuell dem Krieg in Syrien. Aber auch bei Mailings mit einem klar umrissenen konkreten Thema (“Unser Kinderheim braucht ein neues Dach” ist es einen Versuch wert. Hier kann man sicher auch auf die Shopping list verzichten. Eine Angabe der Gesamtkosten führt u.U. zu einer höheren Durchschnittsspende.
      Ähnliches gilt für den Punkt “Farbe”. Weniger ist oft mehr, in diesem Fall mehr Dramatik. Leider führt der allgemeine Trend zu ungebundenen Spenden allzuoft zu Bauchladen-Mailings, die thematisch total überfrachtet sind, wo Flyer und farbige Bilder dem Leser erstmal wieder Orientierung verschaffen müssen.
      Für mich absolut unverzichtbar sind hingegen Brief, Absender und alles, was dem Leser die Aufnahme erleichtert (kurze Absätze, Hervorhebungen/Unterstreichungen).

  2. Die Fragestellung ist sehr interessant, was mich „stört“, ist der Begriff Discounter-Prinzip. Denn neben dem Weglassen von Überflüssigem assoziiere ich im Kontext von ALDI & Co auch „billig“ und „Masse“. Ich suche noch nach dem richtigen Gegenbegriff … Bei einer Stereo-Anlage wäre es z.B. „high-end“. Reduziert auf wesentliche – Ein/Aus und Laut/Leise, guter Klang, schlichtes und wertiges Gehäuse. Da brauch ich keine 20 Regler und 50 Lichter, die kann ich alle weglassen. Also statt Discount vielleicht das „Manufactum“-Prinzip (es gibt sie noch, die guten Dinge) – schlicht und ergreifend. Vielleicht auch „puristisch“?
    Ich praktiziere das schon seit längerem, bei verschiedenen Kunden, allerdings eher als Abwechselung, nicht als durchgängiges Prinzip. Wenn es in DIE Richtung geht (also vom Mailing hin zum Brief), gibt es glaube ich keine heilige Kuh.

    1. Lieber Jochen,
      ja, stimmt, der Begriff ist nicht schön. Aber er drückt auch auch, dass es um das Kriterium “erfolgreich”, “für alle verfügbar” geht. Bei Manufactum schwingt mittlerweile zu sehr das elitäre Element mit, bzw. das hochpreisige. Wie wäre es – frei nach Ken Burnett – mit “ZEN”? ZEN drückt ja auch die Reduktion auf das Essentielle aus.
      Aber neben der Begrifflichkeit – worauf wollen wir, worauf können wir guten Gewissens verzichten?
      Gruß
      Kai

      1. ZEN wäre es jetzt nicht für mich, dann doch eher “puristisch”, oder vielleicht “minimalistisch”. Doch jenseits des Begriffes gehts mir vor allem um den “Brief” als Gegenbild zum “Mailing”.
        Bei der Hausliste habe ich gute Erfahrung damit gemacht, zwischendurch immer mal wieder auf Brief und Zahlschein zu reduzieren, teilweise sogar in neutralem Umschlag (dann aber mit echter Briefmarke). Ohne Prospekt, ohne Farbe, ohne Fotos, ohne Shopping-List, ohne Hervorhebung (weil der Brief eh kurz ist, 1 Seite, Rückseite bleibt leer …), ohne Johnson-Box, ohne Teaser, manchmal sogar “ohne Inhalt” (=ohne konkretes Projekt) …
        … aber IMMER mit Emotion

        Probier es doch einfach aus! Das Risiko ist relativ gering, denn Du startest in das Mailing ja zuerst mal mit deutlich geringeren Kosten. Selbst wenn die Spenden etwas geringer ausfallen sollten, tut das dann nicht unbedingt weh…
        lg Jochen

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