Fundraising-Idee: Wunschbaum

Wunschbaum eines Kindergartens

Wunschbaum mit auf abnehmbaren Blättern formulierten Wünschen eines Kindergartens

Jetzt zur Adventszeit gibt es sie in vielen Rathäusern und Einkaufszentren: Wunschbäume. So ein traditioneller Wunschbaum enthält Zettel, auf welchen Kinder je einen Weihnachtswunsch notieren dürfen in einem vorgegebenen Wert (z.B. 20 Euro maximal). Diese Zettel können dann von Spendern abgenommen werden, welche dann den gewünschten Gegenstand kaufen und an der Abgabestelle hinterlegen.

Nun ist es aber so, dass mancherorts diese Wunschbäume und Wunschaktionen derart beliebt sind, dass einem schon die Kinder aus bedürftigen Familien “ausgehen”, wenn man nicht doppelt und dreifach wünschen möchte. In Stuttgart erlebe ich gerade eine solche Häufung von Anfragen. Dahinter steckt immer der Gedanke von Spendern, dass die Spende direkt bei einem Kind ankommt und – oft verlangt – bei einer persönlichen Übergabe des Geschenks die glücklichen Augen Dankbarkeit und Freude ausstrahlen. Gerade mit der letzteren Vorstellung kann ich persönlich nur wenig anfangen.

Der “alternative” Wunschbaum

In einem Kindergarten meines Arbeitgebers fotografierte ich kürzlich diesen Baum an der Türe. Wie ich von der Leiterin erfuhr, ist es ein Wunschbaum für den erst kürzlich eröffneten Kindergarten. Auf den Blättern stehen Wünsche, welche der Kindergarten hat. Es geht also um kleine und größere Anschaffungen für die Einrichtung selber, nicht aber für die Kinder.

Bei der Höhe der Wünsche wurde Rücksicht auf die sehr unterschiedliche finanzielle Leistungsfähigkeit der Väter und Mütter genommen. Von 1,95 Euro bis zu 50 Euro war die Bandbreite des Wertes der gewünschten Gegenstände. Dass der Kindergarten dabei etwas arg vorsichtig war, zeigte die Reaktion einer Mutter, welche meinte “sie wolle nicht arrogant klingen, aber hätte der Kindergarten nicht auch einen richtigen Wunsch, so etwa um 200 Euro …”. Das ließ sich die Leiterin natürlich nicht zweimal sagen.

Verstärker wirkt

Als so in etwa die Hälfte der Blätter “geerntet” war (man nahm sich ein Blatt und besorgte das Gewünschte), wurde von den Erzieherinnen ein großes “Danke”-Plakat zum Baum gehängt mit Bildern der gespendeten Gegenstände. Und damit begann nochmals ein fleißiges Blätterpflücken, denn das Erfolgsplakat wirkte wir ein kleiner Turbo und zeigte, dass andere bereits wirklich gespendet und gekauft haben und dass dies dem Kindergarten auch wertvoll ist.

Und damit haben die Kolleginnen des Kindergartens wichtige Elemente des Fundraisings intuitiv berücksichtigt.

  • Den Bedarf nennen – und zwar so konkret wie möglich.
  • Danke sagen.
  • Rechenschaft ablegen.

Fazit: Die Idee eines Wunschbaumes für eine Einrichtung ist mit einfachsten Mitteln umsetzbar. Und anders als bei allgemeinen Aufrufen an der Pinnwand (“Wir brauchen Malpapier / Taschentücher / …”) kann jeder “seinen” Wunsch abhängen und erfüllen und man weiß, dass es bei der Wunscherfüllung auf einen selber ankommt. Allgemeine Aufrufe lassen mich zum Beispiel oft ratlos zurück, ob und wieviel denn nun noch wirklich benötigt wird. Und konkreter kann eine “Shoppinglist” nun nicht mehr sein.