Fundraising-Knigge http://fundraising-knigge.de Unfrisierte Gedanken über den Umgang mit Spendern. Fri, 19 Jan 2018 20:16:46 +0000 de-DE hourly 1 https://wordpress.org/?v=4.9.2 http://fundraising-knigge.de/wp-content/uploads/2017/09/cropped-fundraising-bücherregal-32x32.jpg Fundraising-Knigge http://fundraising-knigge.de 32 32 106531023 Ethik im Fundraising: eine Fallgeschichte und meine Meinung dazu http://fundraising-knigge.de/ethik-im-fundraising-eine-fallgeschichte-und-meine-meinung-dazu/ http://fundraising-knigge.de/ethik-im-fundraising-eine-fallgeschichte-und-meine-meinung-dazu/#respond Fri, 19 Jan 2018 20:05:45 +0000 http://fundraising-knigge.de/?p=2440 Weiterlesen ]]> Diese Tage machte mich ein Kollege auf einen Beitrag der Sendung Panorama in der NDR-Mediathek aufmerksam. In dem Beitrag geht es darum, dass Seniorenberater der Malteser im Rahmen einer Beratung zum Hausnotruf für eine Fördermitgliedschaft werben. Diese Werbung wird provisionsbasiert honoriert und ist Teil der Zielvorgabe des Arbeitsvertrages:

https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/panorama3/Foerdermitgliedschaft-Die-Tricks-der-Malteser,malteser124.html

Auf Facebook habe ich diesen Sachverhalt kurz gepostet mit meiner Einschätzung, dass ich dieses Verhalten für ethisch zweifelhaft halte und den Ethik-Ausschuss des Deutschen Fundraisingverbandes um Befassung bitte. Wohlgemerkt, es handelt sich dabei um meine Einschätzung, nicht um ein Urteil. Inhaltlich begründete ich dies wie folgt:

  • Koppelung einer Beratung bei Senioren mit Fördermitgliedwerbung,
  • monatliche Zielvorgabe für Seniorenberater von 1.250 Euro,
  • die vom Geschäftsführer im Interview genannte Zielklarheit als Christlicher Organisation, welche dies rechtfertigen soll.

Nachdem ich den Eindruck hatte, dass die Debatte auf Facebook (siehe Zitate unten) etwas querfeldein verläuft und mit meiner Ausgangsfeststellung nicht mehr viel gemein hat, hier meine differenziert dargestellte Sicht.

A) Die Reaktionen auf Facebook

Es kamen Reaktionen auf Facebook, welche ich nach der Erfahrung der letzten Jahre fast schon erwartet habe. Zusammengefasst lassen sich drei inhaltliche Linien festmachen:

a) Die Medien bauschen Einzelfälle auf und suchen in der Vorweihnachtszeit nach einem Skandal.

  • “Ohje, wissen wir nicht alle, dass Presse und Medien unbedingt gewisse Meldungen machen in gewissen Zeiten vor Weihnachten? Wurde der FR Szene nicht schon genug Schäden durch unsachgemäße Meldungen angetan. Wie es wirklich war und ist, wer weiß….”

b) Ob im Einzelfall Druck aufgebaut wird, kann nicht nachgeprüft werden. Die Werber sind geschult und die beratenden Personen mündige Menschen.

  •  “Ich unterstelle den Malteser Mitarbeitern, dass sie durchaus in der Lage sind zu erkennen, wer in der Lage ist zu entscheiden ob er fördern möchte. Ich gehe erstmal davon aus, dass die Malteser Mitarbeiter keine alten dementen Leute über den Tisch ziehen. (…)”
  • “(…) Erst nach der Beratung zum Hausnotruf wurde um Förderung geworben. Nicht vorher und nicht als Bedingung. Mehrere Leserbriefe treffen den Nagel auf den Kopf: 
    „Der Artikel wirkt, als wolle man aus einem simplen Sachverhalt dringend eine reißerische Story machen.“ „Es ist bald Weihnachten, und da wird sich doch wohl mal wieder ein Pseudoaufreger finden lassen“. (…) Der Beitrag bedient sich starker Empörungsrhetorik. Faktisch ist aber nicht zur erkennen, dass die Werbung der Malteser fragwürdiger, härter oder trickreicher ist als die Werbung, mit der sich die Rundfunkanstalten finanzieren. (…).”
  • “Denn “emotionaler Druck” ist schwer zu messen, wenn man bedenkt, dass die Qualität und die Interpretation einer Kommunikation nicht nur durch den Sender, sondern auch durch den Empfänger entsteht. Und wer die Situation kennt, in der eine Notruf-Beratung sinnvoll oder gar nötig ist, der weiß, dass diese Situation ein emotionaler Ausnahmezustand ist.”

c) Bevor in der Öffentlichkeit (bzw. in der Facebook-Gruppe – 1.136 Mitglieder) über ein das Fundraising einer Organisation gesprochen werden darf, muss das Gespräch mit der Organisation selber gesucht werden. Und als Fundraiser gehört es sich nicht, die Arbeitsweise des eigenen Berufsstand kritisch zu hinterfragen.

  • “Ja, irgendwer macht immer auf etwas irgendwas aufmerksam. Und wenn es dann Mal nicht die Medien sind (die aber absolut gerne berichten und auf Anzeigen angewiesen sind falls sie nicht selbst solange suchen bis sie finden) dann sind es halt Mal die Kollegen aus den eigenen Reihen. …persönlich erstmal direkt mit dem Vorstand der Malteser auseinander setzen? Direkt klären und kollegial am Thema arbeiten?”
  • Allerdings ist nicht jeder Beitrag der Empörungsindustrie ein hinreichender Anlass, um Kollegen öffentlich vor den Ausschuss zu zerren (…).”

B) Warum ich das Vorgehen der Malteser für schwierig halte und einige Reaktionen aus der Fundraising-Szene ebenfalls

Leider finde ich die oben genannten Diskussionsbeiträge zum Teil am Kern meiner Kritik deutlich vorbei bzw. inhaltlich fehlerhaft. Damit das nicht einfach als Behauptung von mir so im Raum steht, nun also meine etwas ausführlich geratene Begründung, warum ich das im Film gezeigte Vorgehen (und vom Geschäftsführer inhaltlich voll bestätigte) Vorgehen für ethisch diskussionswürdig halte:

  1. Koppelung einer sozialen Beratung mit einem sachfremden Geschäft
    Wer sich für einen Hausnotruf beraten lässt, ist meist in fortgeschrittenem Alter. Im Beitrag beschrieb einer der Seniorenberater die Beratenen als “krank, alt, dement, hilfsbedürftig”. Die Seniorenberater der Malteser treten als Vertreter einer christlichen Hilfsorganisation auf. Sie sind wohlwollend, freundlich und gewinnen das Vertrauen der beratenen Personen. Es gelingt ihnen schnell, eine persönliche Ebene herzustellen.
    Dies deckt sich mit meiner Erfahrung beim Gespräch mit alten Menschen, wenn es zum Beispiel um das Thema Nachlass, Testament oder Zustiftung geht. Öfters bekam ich schon nach kurzem Gespräch Gegenstände aus der Wohnung als Geschenk angeboten oder einen Barbetrag hingelegt – was ich natürlich immer und grundsätzlich ablehne. Das zeigt mir, dass Senioren sehr schnell Vertrauen gewinnen, da sie häufig vereinsamt sind.
    Wenn nun nach einer Beratung im persönlichen Bereich, und das ist es beim Hausnotruf, in angenehmer Plauderatmosphäre die Sprache auf eine in diesem Fall völlig sachfremde Fördermitgliedschaft kommt, ist der moralische Druck in meinen Augen sehr groß, diese zu unterzeichnen.
    Druck ist Druck. Da will ich nicht zwischen unangemessenem Druck durch aggressives Auftreten und dem moralischen Druck durch eine sehr freundliche Person nach einem höchstpersönlichen Gespräch unterscheiden. Ich bin der Meinung, dass die beratene Person in diesem Moment nicht in der Lage ist, sich wirklich frei für oder gegen eine derartige Fördermitgliedschaft zu entscheiden.
    Nicht ohne Grund ist der Verbraucherschutz bei Haustürgeschäfte scharf gehalten und mit einem vierzehntägigen Widerrufsrecht abgesichert.
    “Der Grund für den besonderen Verbraucherschutz ist in diesem Fall, dass viele Haustürgeschäfte von einem gewissen Überrumpelungseffekt geprägt sind: Der Kunde schließt das Geschäft ohne ausreichende Überlegung ab, insbesondere ohne Preisvergleich, oft um dem Vertreter einen Gefallen zu tun oder um ihn loszuwerden.” (Wikipedia, 19.1.18, 20:05)In der Charta der Spenderrechte des DFRV heißt es wörtlich:
    “1. Freie Entscheidung

    Spender entscheiden frei, wem und welchen Zwecken, wie, wann und in welcher Höhe sie ihre Zuwendungen geben. Ihre Entscheidungen dürfen nicht durch unangemessenen direkten oder indirekten – moralischen oder sozialen ‐ Druck beeinflusst werden.”Ich bezweifle, dass eine wirkliche freie Entscheidung im genannten Kontext vorhanden ist. Sonst könnte man auch einfach eine Woche nach dem Gespräch ein Angebot auf Fördermitgliedschaft per Post zusenden.
  2. Monatliche Zielvorgaben und Kündigungsdrohung für Seniorenberater
    Der Deutsche Fundraising Verband legt Wert darauf, dass die Entscheidung zur Spende freiwillig und ohne unangemessenen Druck geschieht. Insbesondere sollen die Vergütungsmodelle für Hauptamtliche sicherstellen, dass nicht durch Provisionsdruck unter’m Strich doch Druck auf die Spendenentscheidung ausgeübt wird.
    Ethikregeln für Organisationen
    Ethikregeln für Einzelmitglieder
    Wenn bei den Seniorenberatern Listen geführt werden, wer welche Soll-Zahlen (es ist die Rede von mindestens 1.250 Euro monatlich bei Fördermitgliedschaften) zu welchem Grad erfüllt hat und diese Leistung als Beurteilungssmaßstab für die (Weiter-)Beschäftigung der Mitarbeiter dient, dann sehe ich hier einen unzulässigen Vertriebsdruck.
    Denn trotz einer eindeutigen schriftlichen Positionierung der Malteser gegen dieses Vorgehen, welche im Beitrag zitiert wird, sagt der Geschäftsführer wörtlich, dass es eine “Zielklarheit” gibt in Bezug auf den Hausnotruf und in Bezug auf die Fördermitgliedschaft. Wer diese nicht erfüllt, muss “am Ende des Tages” gehen oder seine Probezeit wird nicht verlängert. (6:30 des Beitrags).Ich habe die Befürchtung, dass Seniorenberater, welche Zielvorgaben für den Hausnotruf und für den Abschluss von Fördermitgliedschaften haben, in hohem Maße gefährdet sind, unzulässig Druck auf die Entscheidung der beratenen alten Menschen auszuüben. Dies ist nach den Statuten des DFRV und nach meinem ethischen Verständnis nicht akzeptabel.
  3. Zielklarheit als Führungsmodell für Seniorenberater
    Der Geschäftsführer spricht im Beitrag ab Minute 6:30 davon, dass es zum Selbstverständnis als christliche Organisation gehört, dass mit einer gewissen Zielklarheit geführt wird.
    Nun, dagegen ist erst einmal nichts zu sagen, denn das bedeutet ja auch, dass die anvertrauten Mittel sparsam und effizient eingesetzt werden.
    Mein Problem beginnt in dem Moment, wo ich mir die Frage stelle, wessen Ziele oder wessen Wohl hier im Mittelpunkt steht. Für eine christliche Organisation ist das eigene Bestehen kein Selbstzweck. In der Satzung der Malteser (Bundesverband) heißt es daher zur Gründung des Verbandes, das Ziel sei
    “den seit 900 Jahren geltenden Ordensleitsatz “Tuitio fidei et obsequium pauperum” “Bezeugung des Glaubens und Hilfe den Bedürftigen” und die christliche Nächstenliebe in zeitgemäßer Form zu verwirklichen.” (Satzung der Malteser)
    Nach meinem Verständnis, auch als Mitarbeiter einer Einrichtung der Diakonie, ist das oberste Ziel, Bedürftigen zu helfen. Das wirtschaftliche Wohlergehen der Einrichtung steht bestenfalls an zweiter Stelle, ist aber in keiner Weise Selbstzweck. Die im Interview getätigte Aussage, verbunden mit den genannten und nicht bestrittenen Sanktionen im Fall von Minderabschlüssen, halte ich – auch als Christ – für einer christlichen Organisation nicht würdig.
  4. Dürfen wir als Fundraiser das Fundraising kritisieren?
    Nun, wer mich kennt und bis hierher gelesen hat, kennt meine persönliche Antwort. Ja, wir dürfen und wir müssen unser eigenes Fundraising immer wieder auf den Prüfstand stellen. Und das betrifft nicht nur dubiose Hilfswerke, welche sich nicht wehren wollen und die Kritik einfach aussitzen. Es betrifft auch unseren tradierten Kern, die etablierten kleinen, mittleren und größeren Hilfsorganisationen. Denn überall dort, wo Menschen arbeiten, sind Fehlentwicklungen möglich oder lang geübte Verhaltensweisen passen nicht mehr in die aktuelle Gesellschaft. Wenn wir hier die Augen verschließen, “weil wir ja die Guten sind”, sind wir nicht besser als all die Organisationen, bei welchen wir Korpsgeist und Verschlossenheit kritisieren: Polizei, Militär, Politik und Verwaltung.
    Wir dürfen nicht auf Whistleblower warten. Wir müssen selber wachsam und diskussionsbereit sein, ohne reflexhaft jede Kritik und jedes Infragestellen als unangemessen und “nestbeschmutzend” zu brandmarken.
  5. Medien dürfen sich nicht gemein machen
    Es ist nicht Aufgabe von Medien, Hofberichterstattung zu betreiben. Die Aufgabe einer kritischen Presse (Funk, TV) ist es, auf Fehlentwicklungen hinzuweisen. Natürlich ist es in einer Mediengesellschaft, in welcher die primäre Währung die der Aufmerksamkeit ist, schnell geschehen, dass skandalisiert wird, wo kein Skandal ist. Wir kennen alle die Beispiele von aus dem Zusammenhang gerissenen Zitaten oder geschickten Text- und Bildmontagen.
    Aber das darf uns nicht in Versuchung führen, jede Kritik sofort als unangemessen und skandalisierend abzublocken. Wenn wir dies tun, sind wir auf dem gleichen Niveau wie die “neue Recht” und die “AfD” mit ihrem unsäglichen “Lügenpresse”-Geschrei.Wenn wir einen Spiegel durch die Medien vorgehalten bekommen, müssen wir das Gespiegelte nicht glauben. Aber wir müssen es ernsthaft auf seinen Kern prüfen. Wenn etwas daran ist, müssen wir agieren. Wenn nichts daran ist, müssen wir uns angemessen dagegen wehren. Die Augen zu schließen, bringt hingegen nichts.

Nun ist es ein etwas längerer Beitrag geworden. Aber ich hoffe, nun ist klar geworden, warum ich das Vorgehen bei der Koppelung von Hausnotruf- und Fördererwerbung durch die Malteser für ethisch fragwürdig halte.

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Die Unterschrift macht den Dank zum Dank http://fundraising-knigge.de/unterschrift-macht-den-dank/ http://fundraising-knigge.de/unterschrift-macht-den-dank/#respond Thu, 18 Jan 2018 20:39:10 +0000 http://fundraising-knigge.de/?p=2428 Weiterlesen ]]>

Eigentlich hätte die Überschrift auch “Qualitätssicherung durch unterschriebene Dankbriefe” heißen können. Aber fangen wir mal von vorne an: In Seminaren ernte ich häufig Unverständnis, wenn ich berichte, dass wir (also meine Kolleg*innen und ich) jeden Dankbrief eigenhändig mit Füller unterschreiben. Denn das, so die Meinung, wäre doch nun wirklich unnötig im Zeitalter guter Scanner und leistungsfähiger Farbdrucker. Oder wie ein Kollege meinte: „Dafür haben wir einen Unterschriftsautomat gekauft. Der beherrscht drei verschiedene Unterschriften des Vorsitzenden und schreibt mit Tinte, da merkt kein Spender einen Unterschied.“

Ja, so ist es. Technisch ist es trivial, eine Unterschrift völlig echt wirkend einzudrucken oder per Automat zu „schreiben“. Letzteres ist nur eine Frage des nötigen Kleingeldes, da solche Geräte schon mal deutlich über 10.000 Euro kosten.

Die Unterschrift als Ausweis der Echtheit, der Authentizität

Doch warum treibt jemand den Aufwand und kauft für sündhaft teures (Spenden-)Geld einen Unterschriftsautomaten oder druckt eine Unterschrift ein? Es ist natürlich der Anschein der Authentizität, der gewahrt sein soll. Der Brief soll so individuell wie möglich wirken und dazu gehört nun einmal eine Unterschrift.

Der emotionale Wert einer handschriftlichen Unterschrift wird uns im papierarmen Alltag immer seltener klar. Aber denken wir mal an

  • Autogrammkarten,
  • signierte Bücher / T-Shirts / Fußbälle,
  • goldene Bücher, in welche sich Staatsoberhäupter handschriftlich eintragen,
  • internationale Verträge, welche mit Füllfederhaltern öffentlich unterzeichnet werden.

Die Handschrift, die eigenhändige Unterschrift, hat eine – zum Teil hoch emotionale -Bedeutung für uns; im Falle handschriftlich signierter Karten oder Fußbälle drückt sich das sogar in einem Marktwert aus.

Das genaue Gegenteil davon, gewissermaßen am unteren Ende der Authentizitäts-Skala angesiedelt, finden wir die von Ämtern und öffentlichen Einrichtungen so gern genutzte Formulierung „Dieses Schreiben wurde maschinell erstellt und ist auch ohne Unterschrift gültig.“

Ketzerisch gefragt: Welchen Unterschied macht es, ob ich “Dieses Schreiben wurde maschinell erstellt …” drucke oder eine sichtlich gescannte und eingedruckte Unterschrift per Drucker aufbringe? Es ist doch nur der Grad der Täuschung.

Kommunikation von Mensch zu Mensch

Jede Unterschrift ist ein Stück persönlicher Dankbarkeit. Fundraising ist kein Verkauf, kein Handel. Ansonsten erhielte ich nach einer Spende einen Kassenbon. Ich bekomme für mein Geld keine Dienstleistung, keine materielle Gegenleistung für mich. Aber ich bekomme einen Dank.

Aus Sicht der Spender*in bedeutet diese briefliche Rückmeldung: Da ist ein echter Mensch in der Organisation, der mir diesen Brief geschrieben hat. Wow! Und das ist keine triviale Feststellung. Denn wer von uns hat bei einer Spende an eine Organisation nicht schon gedacht, dass diese Gabe vielleicht irgendwo untergeht, eine kleine Ziffer im großen Spendenergebnis ist? Wenn ich aber das Gefühl habe, da sitzen tatsächlich Menschen aus Fleisch und Blut, dann gewinnt meine Beziehung zur Organisation eine andere, eine tiefere Qualität. “Menschen geben Menschen”, so das Mantra im beziehungsorientierten Fundraising. Im “Massenfundraising” simulieren wir dieses “Menschen geben Menschen” de facto nur. Im handschriftlich unterschriebenen Dank, erfahren wir im Fundraising-Prozess oft erstmals eine echte Beziehung von Mensch zu Mensch.

Und das hat auch eine Bedeutung für uns als Fundraiser*in. Denn jede Unterschrift, welche ich leiste, stellt auch ein Stück persönliche Dankbarkeit dar. Ohne es nun künstlich überhöhen zu wollen, aber es macht einen Unterschied, ob ich Dankbriefe nur von der Fundraising-Datenbank fertig ausdrucken lasse oder ob ich jeden Brief in die Hand nehme, Namen und Betrag lese und unterschreibe. Für viele von uns ist dies der engste und direkteste Kontakt zu Spendern.

Qualitätssicherung durch unterschriebene Dankbriefe

Formale Aspekte
Die Unterschrift unter den Brief „besiegelt“, dass der Inhalt richtig ist und geprüft wurde. Natürlich könnten Briefe auch einfach durchgeblättert werden, doch in der Praxis würde dies zur oberflächlichen Übung ohne Wert werden. Die handschriftliche Unterschrift ist die “kleine Spendenbescheinigung”.

Praktischer Nutzen

  • Spendenbriefe, welche von Fundraisern in die Hand genommen werden, stellen eine Art von „doppelter Buchführung“ dar. Dann hat nicht nur die Spendenbuchhaltung mit der Spende und der Spenderin zu tun, sondern auch die Fundraiser*innen. Damit können Fehler im Erfassungsvorgang erkannt werden.
  • Kontrolle von Name und Anschrift: Wie schnell geschieht ein Verschreiber, wenn mal viele Adressen vor Weihnachten erfasst werden müssen. Solche Fehler passieren einfach und oft werden Menschen über Jahre falsch angeschrieben. Auch komplexere Namensaufbereitungen bei Familien mit unterschiedlichen Namen und Doktortiteln etc. können korrigiert werden, wenn jemand einen ausgedruckten Brief mit aufbereitetet Anschrift in Händen hält und beim Unterschreiben praktisch Korrektur liest. Auf diesem Weg haben wir in meinem Team die Adressdatenbank ganz schön auf Vordermann gebracht.
  • Wurde für einen besonderen Zweck gegeben? Muss der Standard-Brief angepasst werden? Als Fundraiser haben wir da oft einen anderen Blick als diejenigen, welche die Spendenbuchhaltung betreiben. Wir sind oft näher an den Diensten und Projekten dran. Bei der Unterschrift fällt uns das auf. In meiner Organisation haben wir letztes Jahr Spenden für 133 unterschiedliche Zwecke erhalten – da ist Wissen gefragt.
  • Ist ein besonderer Nachweis für die Spende erforderlich? Wird außer der Zuwendungsbestätigung ein Verwendungsnachweis oder ein eigenes Formular einer Stiftung, eines Gewinnsparvereins etc. benötigt?
  • Hat eine Firma gespendet und liegt keine Zuwendungsbestätigung bei? Firmen wollen ihre Quittung oft umgehend und nicht erst als Jahresbescheinigung.
  • Hat eine Spende eine außergewöhnliche Höhe, zum Beispiel 365 Euro oder 740 Euro? Das “schreit” geradezu nach einer Nachfrage beim Spender und in der Konsequenz oft nach einem angepassten Dankbrief. Denn hinter solchen Zahlen steckt nicht selten ein runder Geburtstag, ein Jubiläum etc.
  • Beim Unterschreiben von Briefen lesen Sie die Namen. Und sogar mir, als jemandem, der sich Namen erschreckend schlecht merken kann, fallen fast täglich Namen auf, welchen ich schon einmal oder mehrfach geschrieben habe. Das führt dazu, dass ich eine gewissen “Beziehung” zu den Menschen aufbaue, mir Gedanken zu ihnen mache. Wo wohnt er oder sie? Wie lange wird schon gespendet? Oh, ein Stifter, da schreibe ich noch einen Gruß dazu. Ah, das ist doch der Schwager vom Chef, diesen Brief gebe ich an den Chef weiter, etc.
  • Ich erkenne Häufigspender. Das fängt damit an, dass manchmal von einer Person mehrere Spenden taggleich kommen. Ja, es gibt Spender*innen, welche Zahlscheine sammeln und an einem Tag alle ausfüllen und mit zum Beispiel jeweils 10,- Euro Überweisungsbetrag zur Bank bringen. So etwas fällt mir natürlich beim Unterschreiben auf, wenn die Briefe in einer Reihe rauskommen. Beim Buchen fiel das noch nicht auf, da wir für verschiedene Aktionen oft unterschiedliche Bankkonten angeben. Dann kann ich den Brief manuell anpasse und verschicke nicht u.U. den identischen Brief 2-3 Mal.

In der Summer fallen bei uns praktisch jeden Tag Dankbriefe an, welche wir manuell in irgendeiner Weise anpassen, damit sie stimmig, angemessen und spenderzentriert sind. Und das klappt nur, weil wir jeden Brief einzeln betrachten.

Lohnt sich der Aufwand?

Das ist eine gute Frage und ich kann sie nicht wissenschaftlich beantworten. Denn das würde bedeuten, wir müssten zwei Gruppen bilden und die eine wie genannt bedanken und die andere “maschinell”. Da uns der persönliche Dank mit Unterschrift aber auch menschlich wichtig ist, können wir diesen Versuch nicht durchführen.

Aber alleine die Tatsache, dass wir immer wieder aus dem Feld von kleinen und mittleren Jahresspenden (z.B. 50-100 Euro jährlich) Zustiftungen in unsere Stiftung von 5.000 bis 35.000 Euro und auch Erbschaften erhalten, zeigt die hohe Verbundenheit von Spendern. Und ich bin überzeugt, die kommt nicht von alleine. Und wir erhalten auch oft Dank von Spendern auf unseren Dankbrief hin.

Mein Tipp: Probieren Sie es aus!

PS: Ich denke, die meisten Briefe sollen von den Fundraiser*innen unterschrieben werden und nicht von den Häuptern der Organisation. Hier schrieb ich mal darüber.

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http://fundraising-knigge.de/unterschrift-macht-den-dank/feed/ 0 2428
Was soll ich denn schreiben? Tipps für schöne Dankbriefe. http://fundraising-knigge.de/was-soll-ich-denn-schreiben-tipps-fuer-schoene-dankbriefe/ http://fundraising-knigge.de/was-soll-ich-denn-schreiben-tipps-fuer-schoene-dankbriefe/#respond Mon, 08 Jan 2018 18:30:28 +0000 http://fundraising-knigge.de/?p=2384 Weiterlesen ]]> Wenn zu jeder Spendenbitte ein eigener Dankbrief verfasst wird, so kommen im Laufe der Jahre doch ganz schön viele Dankbriefe zusammen. Und da kann es einem schon einmal schwer fallen, erneut einen ansprechenden Text entwerfen zu müssen.

Grundgerüst des Dankbriefes

Aber beginnen wir erst mit dem Grundgerüst des Dankbriefes, den Essentials. Folgende Elemente enthält ein guter Dankbrief:

  1. Die korrekte Spenderanschrift
    Werfen Sie einen Blick auf Name und Adresse, wenn der Brief von Ihnen unterschrieben wird. Schreibt man den Namen wirklich so? Sind bei Paaren mit verschiedenen Namen beide erwähnt? Kann der Straßenname so stimmen? Beim Dankbrief-Unterschreiben fallen immer wieder Ungereimtheiten auf, die beim Erfassen der Adresse in der Eile der Buchhaltung vorkamen.
  2. Eine persönliche und freundliche Anrede
    “Sehr geehrte” oder “Liebe” sind die häufigsten Anreden. Wählen Sie, was zu Ihrer Organisation passt. Entscheidend ist, dass Sie nun den Namen, gegebenenfalls einen Titel ergänzen:
    – Sehr geehrter Herr Professor Maier …
    – Liebe Familie Müller …
    – Sehr geehrte Frau Dr. Schmidt …
    – Liebe Frau Dr. Schulze, lieber Herr Schulze-Lüdenscheid …,
    Bitte vermeiden Sie auf jeden Fall das, was ich immer einmal wieder sehe: ein kopierter Brief mit vorgefertigter Anrede “Sehr geehrte Spenderin, sehr geehrter Spender”. Das ist extrem unpersönlich und unprofessionell.
  3. Der Betrag und der Spendenzweck
    Aus dem Brief soll hervorgehen, wofür die Spende gegeben bzw. verwendet wurde. Außerdem empfehle ich, den Betrag im Brief zu erwähnen. Das hat gute Gründe:
    a) Sie sehen, wenn die Spende ungewöhnlich hoch (oder niedrig) ist oder eine krumme Zahl ist. Letzteres weist manchmal auf eine Sammlung aufgrund eines Anlasses hin und sollte durch eine telefonische Rückfrage geklärt werden. Bei einer höheren Summe können Sie verändert reagieren im Rahmen Ihrer Danksystematik.
    b) Wenn der Spendenzweck es hergibt, können Sie den Dankbrief entsprechend inhaltlich anpassen oder durch eine handschriftliche Ergänzung noch weiter personalisieren. Vielleicht kennen Sie die Spenderin ja und schreiben einen persönlichen Gruß auf den Brief.
  4. Ihre Kontaktdaten
    Nennen Sie im Brief Ihre persönlichen Kontaktdaten. Wie ich schon einmal schrieb, sollten die beziehungspflegenden Fundraiser*innen den Dankbrief selber schreiben und unterschreiben. Dann nennen Sie bitte auch Ihre persönliche Mail-Adresse und die Durchwahl im Brief. Dann haben die Spender*innen alle Daten bei der Hand, wenn es einmal eine An- oder Rückfrage gibt.
  5. Das Dankeschön
    Es sollte eigentlich selbstverständlich sein, aber der Vollständigkeit halber nochmals gesagt: Sagen Sie danke! Danke können Sie auf verschiedene Weise sagen:
    – ein persönliche Dank von Ihnen;
    – der Dank im Namen der Organisation;
    – Dankeschön im Namen des Zweckes, wofür gegeben wurde.

Inhaltliche Tipps zum Dankbrief

Nun kommt der schwierigere Teil des Dankbriefs, die inhaltliche Komponente. Wir unterscheiden einmal zwischen verschiedenen Spendenbitte-Typen und den dazu passenden Dankbriefen:

a) Allgemeine Spendenaufrufe
Auch eine allgemeine Spendenbitte hat häufig einen konkreten Aufhänger, auch wenn die Spende selbst zweckfrei verwendet werden soll. Es gibt ja auch Organisationen, welche grundsätzlich nur zweckfreie Spenden annehmen, im Text aber exemplarisch ein konkretes Thema erläutern. Inhaltlich bietet sich hier folgendes an:

  • Ein Dankbrief mit einem Rundschreiben-Charakter:
    – Was gab es (seit dem letzten Dankbrief) neues in der Organisation?
    – Was hat Ihren Verein inhaltlich, politisch, organisatorisch besonders beschäftigt?
    – Können Sie Bezug nehmen auf ein Thema Ihrer Organisation und dieses beispielhaft für Ihre Arbeit beschreiben (s.u., projektbezogener Dank)?
  • Der Dankbrief bezieht sich auf das im Aufruf erwähnte Projekt
    (s.u. bei den projektbezogenen Dankbriefen).

b) Projektbezogene Spendenaufrufe und Spenden für konkrete Projekte

Wenn jemand für ein ganz spezielles Projekt spendet (weil es so beworben wurde oder weil in der Überweisung ein spezieller Zweck bestimmt wurde), sollte der Dankbrief nicht zu allgemein sein und soll unbedingt ganz oder teilweise Bezug auf diesen Zweck nehmen. Inhaltlich können Sie dabei zum Beispiel in folgende Richtungen denken:

  • Aktuelle Informationen aus dem Projekt.
  • Was tat sich im letzten Jahr / Quartal / Monat?
  • Gab es inhaltliche Veränderungen bei der Arbeit?
  • Gibt es Veränderung bei den Mitarbeitenden?
  • Erfahrungsbericht eines neuen oder eines ausscheidenden Mitarbeiters.
  • Bericht eines Ehrenamtlichen.
  • Rückmeldung von Klienten eine Hilfseinrichtung.
  • Gab es Rückschläge, Krisen? Wie gingen Sie damit um?
  • Schildern Sie eine Fallgeschichte, wenn Sie mit Menschen arbeiten.
  • Kooperieren Sie mit anderen Einrichtungen oder Organisationen? Erzählen Sie darüber.
  • Erläutern Sie die inhaltliche Arbeit, Aufhänger kann eine Konzeption oder ein Prospekt der Einrichtung sein.
  • Nehmen Sie ein Zitat (Promi, Mitarbeiter, Klient, Besucher, Spender) als Aufhänger für den Brief.
  • Gibt es einen tagesaktuellen Bezug zur Arbeit, den Sie anteasern können?
  • Kann jemand anders als Sie den Brief entwerfen (mit neuem Blick) und Sie überarbeiten den Brief nur sprachlich und stilistisch?
  • Lassen Sie sich etwas von den Mitarbeitenden im Projekt erzählen. Gehen Sie Kaffee trinken.

Ein Dankbrief muss nicht immer gleich lang sein. Manche Briefe sehen ganz uniform immer identisch lang aus – gerade dann, wenn Unterschrift vorgedruckt wurde. Aber ein Dankbrief kann auch mal nur aus 5-10 herzlichen Zeilen bestehen. Ein Dank kann auch in Form einer handgeschriebenen Grußkarte geschehen, welche der Zuwendungsbestätigung beiliegt.

Wichtig ist doch nur eines: Der Dank muss als solcher erkennbar sein und soll nicht als Pflichtübung beim Empfänger ankommen.

Bitte warten Sie mit dem Versand des Dankbriefes nicht zu lange. Ideal ist, wenn
– der Kontoauszug morgens elektronisch bei Ihnen ankommt und verbucht wird,
– der Dankbrief am Mittag gedruckt,
– und am Nachmittag unterschrieben verschickt wird.
Das klingt für viele sehr schnell, ist aber durchaus leistbar (in meiner Organisation handhaben wir dies an ca. 90% der Tage so).

Geben Sie sich bitte Mühe. Denn der Dank ist für beziehungsorientierte Fundraiser*innen nicht weniger wichtiger als die wohlformulierte Spendenbitte.

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Wie viele verschiedene Dankbriefe brauche ich? http://fundraising-knigge.de/wie-viele-verschiedene-dankbriefe-brauche-ich/ http://fundraising-knigge.de/wie-viele-verschiedene-dankbriefe-brauche-ich/#respond Mon, 01 Jan 2018 19:30:37 +0000 http://fundraising-knigge.de/?p=2369 Weiterlesen ]]> In Seminaren komme ich immer wieder auf das Thema der Beziehungspflege zu Spenderinnen und Spendern zu sprechen und damit zwangsläufig zum Dankbrief. Meine Einstellung ist, dass von wenigen Ausnahmen abgesehen, grundsätzlich jede Spende zu bedanken ist.

Nun erreichte mich die Frage, wie viele Dankbriefe man denn pro Jahr schreiben müsse.

Also, mal kurz skizziert, wie ich mir eine nützliche Dankbrief-Häufigkeit vorstelle:

1. Pro Spendenbitte ein Dankbrief
Jede Spendenbitte hat einen konkreten Hintergrund und sollte daher mit einem eigenen Dankbrief hinterlegt werden. Wenn also sechs Spendenaufrufe pro Jahr versendet werden, sollen sechs dazu passende Dankbriefe entworfen werden.
Passend heißt, dass im Dankbrief auf den beworbenen Spendenzweck Bezug genommen wird.

2. Allgemeine Dankbriefe
Wenn es keine spezifischen Spendenbitten gibt und Spenden immer mal wieder “einfach so” eingehen, müssen diese natürlich auch bedankt werden. Hier würde ich mir ansehen, wie häufig im Durchschnitt pro Jahr gespendet wird. Die Anzahl der Dankbriefe kann dann dieser Frequenz angepasst werden. Manchem Verein mag ein jährlich wechselnder Dankbrief reichen, andere werden diesen eher halbjährlich oder quartalsweise anpassen. Ziel sollte sein, dass Spender*innen nicht mehrfach den identischen Brief erhalten.

3. Dankbriefe für einzelne Zwecke
Erhält die Organisation häufig Spenden für einen ganz bestimmten Zweck? In diesem Fall empfiehlt es sich, für diesen Zweck einen eigenständigen Dankbrief vorzuhalten. Dabei gilt, wie oben bei den allgemeinen Dankbriefen erwähnt, dass die Briefe regelmäßig angepasst werden sollten. Der Brief sollte mindestens jährlich gewechselt werden, je nach typischer Spendenfrequenz für diesen Zweck.

4. Dankbriefe auf spontane Spenden mit Zweckbindung
Wenn eine spontane Spende mit einer Zweckbindung eingeht, für welche kein eigenständiger Dankbrief eingestellt wurde und sich ggf. ein eigener Brief “nicht lohnen” würde, dann kann der “allgemeine Dankbrief” verwendet werden. Aber Achtung: Die Zweckbindung der Spende ist dann im Dankbrief zu nennen, damit der Spender/die Spenderin sieht, dass die Zweckbindung beim Verbuchen erkannt und berücksichtigt wurde. Wenn man es schön machen will, kann der allgemeine Dankbrief einfach um ein oder zwei Sätze, welche sich auf die Zweckbindung beziehen, ergänzt werden.

5. Dankbriefe für Anlass-Spenden
Anlass-Spenden, wie Spenden aufgrund einer Spendenbitte zu einem runden Geburtstag oder eines Kranz-Spendenaufrufes anlässlich einer Beerdigung, benötigen auch einen eigenständigen Spendenbrief. Folgende Briefe empfiehlt es sich vorzubereiten:
– Brief an Kranz-Spender (also im Rahmen eines Trauerfalls)
– Brief an die Hinterbliebenen einer Kranz-Spendenaktion
– Brief an Geburtstags-Spender
– Brief an das Geburtstags-“Kind”
Diese Briefe können im Prinzip über mehrere Jahre im Kern unverändert bleiben, da die Empfänger diesen meist nur einmal erhalten. Wenn ein besonderer Zweck mit der Aktion verbunden wurde, muss der natürlich erwähnt werden, also sowohl der inhaltliche Zweck als auch der Name des Anlass-Gebers (Jubiliar, Verstorbener).

In der Summe kann das nun wie folgt aussehen:

  • 4 allgemeine Spendenaufrufe über die Spenderzeitschrift
  • 2 Mailings (Frühjahr und Herbst) mit besonderen Zwecken
  • 3 Einrichtungen, welche häufig Spenden erhalten, mit einem jährlich wechselnden Dankbrief

Das macht zusammen 9 unterschiedliche Dankbriefe pro Jahr plus die vier Anlass-Dankbriefe.

Viel Freude beim Entwerfen der Briefe!

Und in den nächsten Wochen:

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Rezension: Quick Guide Bildrechte http://fundraising-knigge.de/rezension-quick-guide-bildrechte/ http://fundraising-knigge.de/rezension-quick-guide-bildrechte/#respond Thu, 07 Dec 2017 09:20:59 +0000 http://fundraising-knigge.de/?p=2361 Weiterlesen ]]> Ob im Mailing, in Prospekten oder auf Websites und Social Media-Präsenzen: Ohne aussagekräftige Fotos kommt Fundraising nur selten aus. Und es dürfte nur wenige Fundraiser geben, welche sich noch nie mit dem Thema Bildrechte auseinandergesetzt haben. Doch wer von uns kennt sich damit wirklich aus? Viel Halb- und Falschwissen kursiert in der Branche.

Doch damit dürfte nun Schluss sein. Denn mit dem “Quick Guide Bildrechte” bietet Autor Christian W. Eggers einen sachkundigen und leicht lesbaren Führer durch dieses zum Teil heftig verminte Gebiet. Als ich las, dass das Buch nun erschienen ist, habe ich es mir gleich einmal bestellt. Und ich habe es nicht bereut!

Der grundsätzliche Blick bei der Bildnutzung geht in zwei Richtungen. Einmal in die Richtung des Urheberrechts am Bild und einmal in die Richtung der Persönlichkeitsrechte abgebildeter Personen und des Kontextes, in welchem das Bild publiziert werden soll.

Wer das Buch liest, merkt erst, an wie vielen Ecken man aufpassen sollte und muss, um nicht am Ende mit einer kostenpflichtigen Abmahnung und Anwaltsgebühren im vierstelligen Bereich zu enden.

Einige Stichworte, welche ich mir bei der Lektüre notierte, waren:

  • Persönlichkeitsrechte
  • Recht am Bild
  • Fotos auf Privatgrund oder Firmengelände
  • Bauwerke, ,Architektur fotografieren
  • Fremdes Design fotografieren, zum Beispiel für Symbolbilder
  • Fotos auf Aufführungen
  • Drohnen-Fotos
  • Lizenzverträge
  • CC-Lizenzen und ihre Fallstricke
  • Bildbearbeitung und Rechte
  • Bundesdatenschutzgesetz
  • AGBs bei Agenturen lesen
  • Logos, Markennamen auf Fotos
  • Anbringung von Bildnachweisen
  • Pressearbeit öffentlicher Stellen
  • Widerruf einer erteilten Einwilligung

Ergänzt wird die Fülle hilfreicher Informationen durch einige Schaubilder, Prüfschemata und viele Verweise auf die Rechtssprechung.

Christian Eggers ist Inhaber der Nordbild GmbH und langjähriger Dozent für Bildrechte. Erfahren als Pressefotograf, Bildredakteur und Fotoagentur-Geschäftsführer, kennt er beide Seiten des Bildrechtemanagements. Das zeigt sich einerseits in der umfassenden Bearbeitung des Themas und zum anderen in der klaren und sehr lesbaren Darstellung der Themen. Ohne lange Prosa kommt er zur Sache. Der Titel “Quick Guide” wird zu Recht vergeben, denn anhand des sehr ausführlichen Inhaltsverzeichnisses kann der Leser bei Fragen flott die Antwort auf sein Problem nachschlagen und finden. Jetzt fehlen vielleicht für uns Fundraiser nur noch einige kleine Vorlagen für rechtssichere Einverständniserklärungen und Hinweise auf funktionierende und günstige Software zum Bildrechtemanagement. Dann wäre ich wunschlos glücklich.

Christian Eggers twittert als Nordbild GmbH unter @ch_w_eggers aktuelle Entscheidungen und Tipps zu Bildrechten.

Eggers, Christian W.: Quick Guide Bildrechte, Was Sie zur Bildnutzung in Marketing & PR wissen müssen; Springer Fachmedien, Wiesbaden (2017), 19,99 €.

–> Erhältlich über jede Buchhandlung – und meist sogar schneller als bei Internet-Quasi-Monopolisten. Daher kein Affiliate-Link.

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Adress-Recherche in der Praxis http://fundraising-knigge.de/adress-recherche-in-der-praxis/ http://fundraising-knigge.de/adress-recherche-in-der-praxis/#comments Wed, 01 Nov 2017 08:17:51 +0000 http://fundraising-knigge.de/?p=2346 Weiterlesen ]]> Unklare Adressen von Spendern sind Alltag jeder Spendenbuchhaltung. Häufig geben Spender bei der Überweisung keine oder keine vollständige Anschrift in den Verwendungszweck-Zeilen ein. Dies kann absichtlich geschehen, um keine Folge-Spendenaufrufe zu erhalten, oder weil keine Zuwendungsbestätigung (Spendenbescheinigung) benötigt wird. Anderen reicht vielleicht der Platz nicht oder sie vergessen es einfach.

Im Fundraising ist jede unklare Adresse ein Problem. Denn damit endet die Beziehungspflege zum Spender, noch bevor sie angefangen hat. Das macht sich finanziell bemerkbar.

Finanzielle Folgen unklarer Spenderadressen

Wenn bei einer Beilage ca. 20% der Erstspender ihre Adressen nicht angeben, senkt dies die Zahl der effektiv gewonnenen Neuspender für die Hausliste empfindlich. Es macht nun einmal einen Unterschied, ob ich 300 oder nur 240 Neuspender aus einer Aktion verzeichnen kann. Das kann genau den Unterschied machen, ob der Status quo der Hausliste erhalten bleibt, oder ob sie langsam wächst.

Da für Fundraiser die Beziehungspflege nicht mit der Spende endet, ist die korrekte Anschrift mindestens ebenso wertvoll wie die erhaltene Spende. Denn die Anschrift ist die Basis für die weitere Kommunikation und damit für den »Lifetime Value« des Spenders für die Organisation. Es ist damit eine Kernaufgabe im Fundraising, unklare Adressen umgehend zu recherchieren.

»Die Beilage lief super. Wir haben nur ⅓ unklarer Adressen. Ich bin aber so beschäftigt und habe keine Zeit, Adressen zu recherchieren.« So ähnlich klingt es immer wieder von Fundraisern. Doch finanziell ist das fatal. Jeder gewonnene Neuspender kostet unter’m Strich zwischen 120 und 200 Euro, so die gängigen Zahlen aus der Szene. Und diese Investition rechnet sich erst nach zwei bis vier Jahren, wenn aus der Erstspende eine zweite, dritte, vierte, etc. Spende wurde. Wenn eine Spenderadresse nicht recherchiert wird, ist die Investition von 120-200 Euro, abzüglich der erhaltenen Spende, in den Sand gesetzt. Nicht nur kurzfristig betrachtet ist das fatal. Denn es ist nicht selten, dass Neuspender im Laufe ihrer Beziehung zu einer Organisation insgesamt vier- bis fünfstellige Beträge spenden.

Und auch die Kosten pro gewonnenem und gehaltenem Neuspender steigen um den durch nicht recherchierte Adressen verschwendeten Betrag an. Kurz gerechnet: Wir werben 100 Neuspender mit Nettokosten (nach Spende) von 12.000 Euro. Jeder Neuspender kostet uns also 120 Euro. Wenn wir aber nur 70 Spender effektiv in die Hausliste überführen können und damit potentiell weitere Spenden erhalten, verteilen sich die Werbekosten auf nur noch 70 Spender. Die Ausgabe je Spender beträgt anstelle 120 Euro nun 171 Euro und damit dauert es nochmals länger, bis die Spenden des Spenders über diesen angefallenen Kosten liegen.

Kosten der Adress-Recherche

Für die Recherche einer Adresse benötigen wir einen Zeitaufwand von durchschnittlich 20 Minuten. Häufig geht es schneller, selten dauert es länger. Nehmen wir dazu ein reichlich bemessenes Arbeitgeberbrutto von 60 Euro die Stunde, so kostet es rechnerisch 20 Euro für die Recherche je Anschrift. Wenn ich mit Hilfskräften arbeite oder gar ehrenamtliche Helfer habe, wird es nochmals günstiger. 20 Euro fallen gemessen an den Werbungskosten und den potentiell entgangenen Spenden wahrlich nicht ins Gewicht.

Pointiert gesagt: Wer unklare Adressen nicht recherchiert, schädigt seine Organisation je Adresse über die Jahre um potentiell tausende Euros.

Erfahrungsgemäß lassen sich mit vertretbarem Aufwand gut ⅔ der unklaren Adressen recherchieren. Und so geht es:

1. Gestaltung des Zahlscheins

Achten Sie bereits bei der Gestaltung des Zahlscheins darauf, die Angabe der vollständigen Anschrift so einfach wie möglich zu machen. Insbesondere bei Beilagen und sonstigen nicht personalisierten Aussendungen mit Zahlschein ist dies sehr wirkungsvoll. Hier –→ die Anleitung dazu.

2. Mehrere Spendenkonten verwenden

Es kann sinnvoll sein, nicht nur ein einzelnes Bankkonto für Spendeneingänge zu haben, sondern beispielsweise eines für die Hausliste, eines für Fremdlist-Mailings und eines für Beilagen. Das hat einige Vorteile: Zum einen entlastet es die Buchhaltung, wenn unklare Adressen primär sich auf einem Konto konzentrieren. Die Spenden der Hausliste lassen sich dann unterbrechungsfrei und zügig verbuchen. Und wenn man weiß, dass auf einem Konto eigentlich nur Spenden aus einer angemieteten Fremdliste oder aus der Beilage in einer speziellen Region eingehen können, kann ich dieses Wissen gezielt für die Recherche nutzen.

3. Recherche unklarer Spenderadressen

a) Recherche von Anlass-Spenden

Zur Umgang mit Anlass-Spendern, Anlass-Gebern und der Recherche von unklaren Adressen aus diesem Feld habe ich -→ hier bereits geschrieben.

b) Recherche bei angemieteten Adressen

Vereinbaren Sie mit der beauftragten Agentur oder dem Lettershop, dass die angemieteten und angeschriebenen Adressen für drei Monate gespeichert werden. Dies ist normalerweise problemlos möglich. Bei jeder Spende wird der Name des Kontoinhabers automatisch von der Bank mit übertragen. Diese Namen und mögliche weitere vom Spender getätigte Angaben sammeln sie und geben sie beispielsweise wöchentlich direkt oder über die Agentur an den Lettershop. Dieser kann dann die Adressen recht schnell vervollständigen und Ihnen wieder zukommen lassen. Dieser Service kostet nicht viel und lohnt sich auf jeden Fall.

c) Adress-Recherche von Spenden aus Beilagen oder spontanen Spenden

Telefonbuch-Suche

Über ein Online-Telefonbuch oder eine CD-ROM (beispielsweise von Klicktel) lassen sich Anschriften häufig vervollständigen. Insbesondere Anschriften älterer Menschen sind noch meist im Telefonbuch verzeichnet. Und über die Umkreissuche – zum Beispiel 15 Kilometer um einen Ort – lässt sich die Trefferzahl bei häufigeren Namen eingrenzen. Auf den Ort komme ich zum Beispiel, wenn ich beim elektronischen Kontoauszug in meiner Spenden-Software sehe, dass die Überweisung durch eine regionale Bank (Sparkasse, Volks- oder Raiffeisenbank) durchgeführt wurde. Dies spricht dafür, den Ort als Ausgangspunkt der Suche zu nehmen.
Wenn dann mal nur noch zwei oder drei Adressen in der engeren Auswahl sind, ist die Erfahrung mit einem freundlichen Anruf sehr gut. »Guten Tag, hier ist xy von der Organisation yx. Wir haben eine Spende von jemandem mit Ihrem Namen erhalten und sind uns nicht sicher, ob diese von Ihnen stammt.« könnte die Einleitung sein. Die meisten Angerufenen reagieren auf solche Anrufe ausgesprochen freundlich und hilfsbereit.

Internet-Recherche

Über Suchmaschinen lassen sich auch viele Menschen finden. Menschen haben eine Website oder eine Praxis, ein Unternehmen oder werden in Kirchen-Gemeindebriefen oder Zeitungsartikeln erwähnt. Diese Treffer können dann über eine Telefonbuch-Suche oft vervollständigt werden.

Bankanfrage

Mit den im elektronischen Kontoauszug enthaltenen Daten erfahren wir mehrere Dinge: Name des Spenders, Betrag und Bankverbindung. Mit einem Formschreiben, welches Name und Betrag enthält und einen Text wie zum Beispiel
»Wir haben von Ihrem Kunden xy eine Spende erhalten. Leider können wir uns weder bedanken, noch eine Spendenbescheinigung zusenden, da uns die Anschrift fehlt. Können Sie dieses Schreiben bitte an Ihren Kunden weiterleiten, mit der Bitte die Anschrift unten im Brief zu vervollständigen und uns per Post, Fax oder E-Mail zurückzusenden…«
lassen sich auch viele Adressen vervollständigen. Viele Banken leiten dieses Schreiben an ihre Kunden weiter und diese können dann entscheiden, ob sie der Bitte nachkommen oder sie ignorieren. Manche rufen auch an, um ihre Anschrift durchzugeben. Andere bitten am Telefon darum, keine Zusendungen zu erhalten. Im letzteren Fall lohnt es sich zu »verhandeln«, und beispielsweise nur eine Sendung pro Jahr zu vereinbaren, anstelle der sonst üblichen vier bis sechs Mailings.

1-Cent-Überweisung

Viele Online-Abo-Dienstleister verifizieren angegebene Kontodaten, indem sie einen kleinen Betrag, zum Beispiel einen Cent, auf das bei der Anmeldung angegebene Konto überweisen und als Bemerkung ein zu verwendendes Kennwort eintragen. Im Fundraising können wir den gleichen Mechanismus nutzen und an die uns bekannte Bankverbindung des Spenders ebenfalls einen Cent überweisen. Als Notiz stünde dann beispielsweise drin: »Danke für Ihre Spende. Für die Spendenbescheinigung benötigen wir Ihre Adresse. Tel. xxx-yyyyyyy.« Auch hier reagieren Menschen durchaus auf die Bitte.

Tipp: Entlasten Sie Ihre Buchhaltung

Die Adress-Recherche ist oft bei der Buchhaltung verortet. Dies kann problematisch sein. Denn gerade in Zeiten hohen Buchungsaufkommens soll »on Top« noch Adress-Recherche geleistet werden. Diese unterbricht den Buchungsrhythmus und die Konzentration. Mein Tipp ist, dass die Buchhaltung einen Bildschirmausdruck der unklaren Adresse/Buchung vornimmt. Diese Ausdrucke werden gesammelt und von einer anderen Person im Team dann konzentriert und mit Routine nach einem festgelegten Schema durchgegangen und, wenn möglich, vervollständigt. Wenn die Adresse vollständig ist oder eine Bankanfrage bzw. 1-Ct-Überweisung notwendig wird, geht der Ausdruck dann mit entsprechendem Vermerk an die Buchhaltung zurück.

Übersicht des Vorgehens auf dem Weg zur vollständigen Spenderanschrift

Darstellung der Schritte, um möglichst viele vollständige Spenderadressen zu erhalten.

[anklicken zum Vergrößern]

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Rezension: Generation Y – wie wir glauben, lieben, hoffen http://fundraising-knigge.de/rezension-generation-y-wie-wir-glauben-lieben-hoffen/ http://fundraising-knigge.de/rezension-generation-y-wie-wir-glauben-lieben-hoffen/#comments Sun, 08 Oct 2017 19:52:26 +0000 http://fundraising-knigge.de/?p=2338 Weiterlesen ]]>
Wie kommt ein Buch über die Glaubensvorstellungen einer Generation auf die Rezensionsliste im Fundraising-Knigge? Nun, als Fundraiser*in geht es ohne fundiertes Wissen, wie Menschen “ticken”, einfach nicht. Wir sind weit mehr Psychologen und Soziologen als Betriebswirte, auch wenn Außenstehende oder Vorstände das oftmals nicht sehen (wollen).

Als Generation Y werden diejenigen bezeichnet, welche zwischen 1980 und 1999 geboren sind, heute also zwischen 18 und 37 Jahre alt sind – was auch schon eine ganz ordentliche Altersspanne darstellt.

Die Theologin und Autorin Stephanie Schwenkenbecher und der Theologe und ZEIT-Journalist Hannes Leitlein haben – beide gehören dieser Generation an – auf Anregung des Neukirchener Verlages diese Buch verfasst und dazu recherchiert. Da wir im Fundraising immer wieder über junge Menschen als Zielgruppe sprechen und andererseits religiöse Motive oder Prägungen für eine Spendenentscheidung hoch relevant sind, war ich auf das Buch sehr gespannt. Und als empirischer Dipl.-Soziologe mit Schwerpunkt Soziologie der Lebensalter interessiert es mich sowieso.

Das Buch besteht aus vier Abschnitten:

  • Die Umfrage: 157 Menschen wurden via Twitter und Facebook über eine kleine Umfrage mit sechs persönlichen Fragen zum eigenen Glauben erreicht. Fragen sind z.B.: “Wie hast Du Dir Gott vorgestellt, als Du klein warst?”, oder “Wie lässt sich ‘nur noch schnell die Welt retten’?”
    Wie die Autoren mehrfach klar machen, kann und soll diese Umfrage keinen Anspruch auf Repräsentativität erheben. Es geht eher um ein Stimmungsbild, ein Kaleidoskop. Und wie auch klar und betont wird, kann damit kein Generationenbild gezeichnet werden, denn letztendlich blieb die Umfrage doch in einer sehr überschaubaren, sehr christlich geprägten “Filterblase”. Es gab keine außerchristlichen Antworten von Gläubigen anderer Religionen, Atheisten oder Agnostikern.
  • Die Portraits: 9 Menschen zwischen 25 und 35 werden ausführlich portraitiert. Wir erfahren von der religiösen Sozialisation, biografischen Wendungen und Brüchen und welche Rolle der Glaube im ihrem Alltag spielt.
    Diese Texte sind sehr schön und in sich stimmig zu lesen. Hier fällt besonders die journalistische Kompetenz der Autoren auf, welche die sicher sehr unterschiedlichen Gespräche in einem lesenswerten Guss präsentieren. Hier sind die Ansichten nicht so stark wie im ersten Teil durch die Autoren kommentiert und kommen ungefilterter an.
  • Netzwerke junger Christen: 9 regionale Netzwerke / Gemeinden junger Christen stellen sich anhand vorgegebener Leitfragen den Lesenden auf 3-7 Seiten vor. Diesen Teil habe ich am wenigsten gelesen, da mir diese Selbstdarstellungen zu wenig über die Generation Y verrieten, sondern nur, wie junge Gemeinschaften ihre Angebote konzipieren. Und das sieht dann doch sehr unterschiedlich aus. Interessanterweise wurden diese auch nicht durch die Autoren in irgendeiner Weise eingeordnet, bewertet oder in einen Kontext gestellt. So bleibt dieser Teil mir fremd.
  • Blick von außen: Fulbert Steffensky (Theologe, Jg ’33) und Christina Brudereck (Theologin, Predigerin, Jg. ’69) führten ein E-Mail-Gespräch über die Ergebnisse des Buches. Vielleicht ist es für Kenner der beiden ein “Bonbon”, für Außenstehende wie mich wirkte es etwas befremdlich. Der teilweise altväterliche Tonfall von Steffensky ist nicht mein Geschmack und das Gespräch brachte auch keinen Erkenntnisgewinn. Es ist dann doch eher banal, dass die Sozialisation mit Jahrgang ’33 anders ist als mit Jahrgang ’90.

Es wäre spannend gewesen, wie diese kleine Untersuchung ausgesehen hätte, wenn nicht Angehörige der eigenen Generation diese Umfrage gestartet und interpretiert hätten. Es ist schwer zu sagen, welche Filter an welcher Stelle wirkten, vor welchem Hintergrund welche Einschätzung getätigt wird. Mir, als Angehörigem der Generation X, 1968 geboren, kam sehr vieles sehr bekannt vor. Viele Fragestellungen und Einstellungen scheinen mir nicht spezifisch für diese Generation, sondern für diese Altersspanne, die Lebensphase zu sein.

Die Reichweite der Ergebnisse ist nun sehr überschaubar. Die befragte Gruppe, sehr glaubensorientierte Menschen zwischen 18 und 37, steht für eine in meiner Einschätzung sehr kleine Population innerhalb der Generation Y. Das betrifft nicht nur die christliche Glaubensorientierung, sondern auch die Frage nach Bildungsgrad / Gesellschaftsschicht. Es ist natürlich legitim und üblich, eine auch mal kleine Teilpopulation in den Blick zu nehmen. Aber dann gehört ein einordnender Blick dazu, welcher Teil der Bevölkerung eigentlich betrachtet wird und wie er sich zum Beispiel zahlenmäßig zum Rest der Grundgesamtheit verhält.

Zielgruppe des Buches sind sicher in besonderem Maße christliche Gemeinden aller Konfessionen, welche sich fragen, ob und wie sich junge Menschen für das Gemeindeleben begeistern lassen. Dies wird auch in etwa so formuliert und als zentrale Antwort lese ich heraus, dass Gemeinde vermehrt kurzfristige Engagementmöglichkeiten bieten müssen. Die auf Dauer und Kontinuität ausgerichteten ehrenamtlichen und wahlamtlichen Strukturen lassen sich mit der auf Flexibilität ausgerichteten Lebenswirklichkeit jüngerer Menschen schwer zur Deckung bringen. Aber auch das scheint mir, gerade wenn ich mir die junge Menschen mit Studium vorstelle, nicht anders zu sein, als in meiner Generation.

Aus Fundraising-Sicht fand ich die Frage “Wie lässt sich ‘nur noch schnell die Welt retten’? recht spannend. Und die Antworten enttäuschten mich dann doch etwas. Von einfachen Tipps wie “regional Einkaufen” bis zu Resignation (Retten kann sie nur Gott; Wir sind zu klein) ist das überschaubare Spektrum. Das ist schon sehr unpolitisch und hier sehe ich, dass das Ergebnis diese kleine Umfrage sich vielleicht doch mit den repräsentativen Befunden einer eher unpolitischen Generation deckt. Diese Generation ist sicher nicht leicht zu erreichen, es scheint die Grundempörung zu fehlen, welche die Mobilisierung für soziale Zwecke doch sehr erleichtert. Den Mut zu vermitteln, dass man auch als Einzelne und Einzelner etwas bewegen kann – auch mit Spenden – das scheint unsere Bildungsaufgabe für diese Generation zu sein.

Das Fazit für Kirchengemeinden kann für soziale Organisationen sicher analog gelten. Wer diese Altersgruppe für freiwilliges Engagement gewinnen möchte, muss zeitlich begrenzte Beteiligungsformen finden. Und wie die Autoren betonen, braucht es eine ordentliche Willkommens- und Abschiedskultur. Wir haben es hier mit Menschen auf der “Durchreise” zu tun.

Der Titel des Buches “Generation Y – wie wir glauben, lieben, hoffen” hat mich im Verlauf der Lektüre immer wieder geärgert. Denn es ist einfach kein Generationenbild, wenn überwiegend bis ausschließlich sehr gläubige Menschen befragt und portraitiert werden. “Christen in der Generation Y” wäre ein ehrlicher Titel gewesen.

Mein persönlicher Gewinn waren ganz klar die Portraits. Sie spiegeln eine spannende Bandbreite wieder und enthalten sehr persönliche und ungefilterte Aussagen über den Glauben. Das ist im Alltag nur sehr selten erlebbar. Man kann heute über fast alles sprechen, aber das persönliche Gottesbild gehört sicher nicht dazu. Aufgrund der Portraits kann ich das Buch allen empfehlen, welche diesen Teil der Generation Y kennenlernen wollen, sich für andere Menschen interessieren.

Stephanie Schwenkenbecher/Hannes Leitlein: Generation Y – wie wir glauben, lieben, hoffen; Neukirchener Verlag; 2017.

Das Buch wurde mir freundlicherweise auf meine Anfrage hin vom Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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Rezension: Aus Führungsfehlern lernen http://fundraising-knigge.de/rezension-aus-fuehrungsfehlern-lernen/ http://fundraising-knigge.de/rezension-aus-fuehrungsfehlern-lernen/#respond Sat, 19 Aug 2017 08:56:26 +0000 http://fundraising-knigge.de/?p=2312 Weiterlesen ]]> Jede Art von Führung ist anfällig für Fehler. Eine nicht funktionierende Führung hat meist mehrere Ursachen. In Non-Profit-Organisationen tragen Handelnde eine besondere Verantwortung, denn ihre Fehlentscheidungen können Auswirkungen auf einzelne Personen sowie die ganze Organisation haben. Führungskräfte stellen hier den Rahmen und sorgen für die notwendige Stabilität einer Organisation.

Das neue Handbuch “Aus Führungsfehlern lernen” zeigt Fehlerquellen in den Rahmenbedingungen, das Verhältnis und die Spannung zwischen “Fehler und Lernen” sowie typische individuelle Führungsfehler auf. Es ermutigt, mit Fehlern offen umzugehen und hilft, die damit verbundenen Risiken zu vermeiden oder zu überwinden. Praxisbeispiele laden dazu ein, das eigene Verhalten in den Bereichen Entscheidungsfindung, Handeln und Nichthandeln, Kommunikation und Mitarbeiterführung zu hinterfragen.

Gegliedert ist das Buch in drei Teile:

  • Führung und Fehler (98 Seiten)
  • Fehler(quellen) und ihre Überwindung (92 Seiten)
  • Folgerungen (10 Seiten)

Das Buch hat im ersten Teil einen starken Lehrbuchcharakter, was sich durch sehr viele Literaturhinweise bemerkbar macht. Erfreulich ist, dass die einzelnen Unterkapitel immer in einer kleinen Aufzählungs-Zusammenfassung der wichtigsten Punkte münden. Das macht es dem eiligeren Leser einfacher. Das zweite Kapitel stellt uns typische Führungsfehler vor mit ihren Folgen. Spannend daran ist, dass nicht nur Führungskräfte darin angesprochen werden, wie die Fehler oder das problematische Verhalten angegangen werden können. Es gibt immer eine Rubrik, wie die Organisation oder die Mitarbeitenden damit konstruktiv umgehen können.

Es ist kein ganz einfaches Anleitungs-Buch, sondern erfordert schon etwas Lesedisziplin. Das ist auch dem Layout geschuldet, welches keinerlei Grafiken enthält und ziemlich im lehrbuchartigen Fließtext mit einheitlicher Typografie gesetzt ist.

Zentrale Aussagen für mich waren, neben den häufigen “Ja, das kenne ich”-Effekten der Beispiele:

  • Fehler sind oft nicht eindeutig im Sinne von Ursache-Wirkungsketten erklärbar, noch alleine oder kollektiv bedingt. Häufig haben sie eine systemische Geschichte oder Entwicklung hinter sich.
  • Führung durch Ziele ist oft nur eine verkappte Form des Befehls.
  • Aufträge/Delegationen nur dann annehmen, wenn die Rahmenbedingungen (u.a. der Grad der Freiheit bei der Ausführung und die Ressourcen) klar sind.
  • Die Mitarbeitenden passen sich Führungskräften beim Grad der Moralität in der Organisation an.
  • Eine fehlerfreie Welt ist nicht besonders progressiv, sondern statisch, stabil und fortschrittsfeindlich. Fehler sind unabdingbar notwendig für eine Innovationskultur einer Organisation. Das Spannungsfeld zwischen “Fehler zulassen” und “Fehler vermeiden” muss ausgehalten und gelebt werden (Fehlerermutigungsdidaktik).
  • Die Fortbildung von Führungskräften darf nicht dem Zufall überlassen sein, sonst wird diese zum Betriebsausflug. Es bedarf dezidierter, mindestens jährlich anzupassender persönlicher Entwicklungspläne, um Stärken wirksam zu stärken und Defizite konsequent auszugleichen.

Ich war anfangs etwas skeptisch, ob hier nur ein weiteres Quick-and-dirty-Führungsbuch auf den Markt kommt. Nach der Lektüre war ich sehr angenehm überrascht, dass der Autor, Prof. Dr. Armin Schneider (Hochschule Koblenz), ein sehr praxisnahes Werk verfasst hat und sich offensichtlich in der sozialen Welt auskennt. Er vermeidet Plattitüden und simple Erfolgsrezepte. Er lädt – wie ich finde wirkungsvoll – dazu ein, das eigene Führungsverhalten zu hinterfragen und auch, als Mitarbeiter konstruktiv mit den Führungs-Besonderheiten seiner Vorgesetzten umzugehen.

Ich empfehle es sehr allen Führungskräften zur Lektüre. Denn wie oft erlebte ich schon im geschützten Rahmen von Seminaren, wie unsicher Führungskräfte im Führungsverhalten sind – Mitarbeiterführung das ungeliebte Kind der Rolle “Führungskraft” ist.

Schneider, Armin: Aus Führungsfehlern lernen – Impulse für Mitarbeiterinnen, Mitarbeiter und Führungskräfte in Non-Profit-Organisationen; Walhalla Fachverlag; Regensburg 2017

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Hinweis: Danke dem Verlag, der mir diesen Band als Rezensionsexemplar zur Verfügung stellte.

Die Rezensionen in meinem Blog sind echte Rezensionen, d.h. ich lese das Buch und schreibe meinen Eindruck und die für die Lesenden wichtigsten Botschaften zusammen. Ich schreibe Klappentexte oder vorgefertigten Meldungen nur ab, wenn sie meiner Meinung entsprechen.
Der Fundraising-Knigge ist ein seit 2011 aktiver und meinungsbildender deutschsprachige Fachblog zum Thema Fundraising und wird von Fundraiser/innen aus dem D-A-CH-Raum gelesen.
Über die – unverbindliche – Zusendung von Rezensionsexemplaren durch Verlage / Autoren freue ich mich.

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1. Marktübersicht Ziegen in Spendenshops http://fundraising-knigge.de/1-markuebersicht-ziegen-in-spendenshops/ http://fundraising-knigge.de/1-markuebersicht-ziegen-in-spendenshops/#comments Thu, 27 Jul 2017 19:05:36 +0000 http://fundraising-knigge.de/?p=2302 Weiterlesen ]]>

Das ist soviel Ziege, wie bei den meisten Spendenshops nach dem “Kauf” einer Ziege tatsächlich Bedürftigen zur Verfügung gestellt wird.

Spendenshops liegen im Trend. Doch wonach sollen wirkungsorientiert geneigte Spenderinnen und Spender nun gehen, wenn sie, dem veganen Zeitgeist trotzend, sich zur Spende einer Ziege für eine bedürftige Familie z.B. in Afrika entschieden haben? Welchen der vielen Shop-Anbieter soll ich als potentieller Spender nun auswählen? Die Marktwirtschaft bietet hier, vergleichbare Ziegenqualität vorausgesetzt (die Shops bieten hier keine ergänzenden Informationen) ein zentrales Unterscheidungsmerkmal: den Preis.

Und so findet sich hier die erste deutsche Marktübersicht über Ziegen in deutschsprachigen Spendenshops.

Preis für eine Ziege (bzw. Geiss in CH) / Shop

  • 24,- / www.tdh.de
  • 25,- / www.schenke-eine-ziege.de
  • 26,64 / 30,- SFr / www.hilfe-schenken.ch (Nachtrag)
  • 28,- / www.childfund.de
  • 28,- / www.oxfam.de
  • 30,- / www.care.de
  • 30,- / www.cbm.de
  • 40,- / www.kolping.net
  • 40,- / www.kindernothilfe.at
  • 40,- / www.notopferhilfe-bonafide.de
  • 45,- / www.logos-global-vision.org
  • 47,- / www.care.at
  • 200,- / www.misereor.de (Nachtrag, 28.7.17)
*Die Preiserhebung fand verdeckt mittels Online-Besuch des jeweiligen Shops statt und wurde per Screenshot am 27.7.2017 zwischen 19:00 und 20:30 Uhr dokumentiert.

Dass Bücher in Österreich oft teurer sind als in Deutschland, hörte ich häufig. Dies scheint zumindest auch für die bei Care .de/.at gelisteten Ziegen analog zuzutreffen. 30,- Euro in Deutschland stehen 47,- Euro in Österreich gegenüber. Preisfüchsen empfiehlt sich da der kleine Grenzverkehr mittels Mausklick. Die Spanne von 24,- bis 47,- 200,- Euro lässt sich anhand der Tierbeschreibungen, vereinzelt wird eine Milchleistung von 1.000 bis 1.200 Liter erwähnt, nur am Rande erklären. Aber dieses Phänomen kennen wir ja bereits aus der Welt der Markenartikler und der Eigenmarken des Handels.

Nun, ich bin gespannt, ob diese erste Preisübersicht bis zum umsatzstarken Weihnachtsgeschäft eine Marktanpassung bewirken wird. Im Interesse wirkungsorientierter Spender*innen wird diese Beobachtung fortgesetzt.

/Ironie.off

Und ob der Shop nun echt (die Artikel werden wirklich gekauft), halbecht (es wird etwas aus einem passenden Arbeitsfeld gefördert) oder völlige verarsche ist (egal was ich auswähle, die Spenden sind zweckfrei) - die Spenderinnen und Spender scheinen diesen Weg des Spendens zu mögen. Und die Organisationen scheinen diesen Weg der Spendenwerbung noch mehr zu mögen, sonst würden sie ihre Förderprojekte nicht so kreativ "versteckt" bewerben. Ein Preisvergleich ist daher, betrachte ich einmal die Spenderseite, gar nicht so abwegig, wie er aus Organisationssicht erscheinen mag. Denn klar ist: Dass eine Ziege tatsächlich gekauft und einer Familie zugute kommt, dürfte die Ausnahme sein, lese ich die AGBs der Spendenshops.
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Berliner Compliance Modell für Sponsoren http://fundraising-knigge.de/berliner-compliance-modell-fuer-sponsoren/ http://fundraising-knigge.de/berliner-compliance-modell-fuer-sponsoren/#respond Mon, 10 Jul 2017 22:15:53 +0000 http://fundraising-knigge.de/?p=2292 Weiterlesen ]]> Auf den Tipp unseres Innenrevisors hin, wurde ich auf das „Berliner Compliance Modell“ für Sponsoren und Förderer aufmerksam.

Vor dem Hintergrund, dass es auf Grund komplexer Compliance-Vorgaben insbesondere im Kultur-Bereich zunehmend schwieriger wird, Sponsoren zu akquirieren und vor allem auch einzuladen, wurde im Rahmen des Rheingau Musikfestivals ein relativ einfaches Modell entworfen. Ziel ist es, durch ein einfaches Beurteilungsschema, sowohl bei dem Sponsor als auch bei der gesponserten Institution, Rechts- und Handlungssicherheit bezüglich der Zulässigkeit von Veranstaltungseinladungen zu schaffen.

Falls Sponsoren und sonstige Förderer Bedenken hinsichtlich der rechtlichen Zulässigkeit von Einladungen geäußert haben und Gefahr besteht, dass sie diese ablehnen, bietet bietet das Modell gute Anhaltspunkte, um offensiv mit solchen Bedenken umzugehen und in Einladungen auf die „Übereinstimmung mit dem Berliner Compliance Modell“ hinzuweisen.

Das Modell und weitere Informationen sind unter https://www.rheingau-musik-festival.de/sponsoren-foerderer/berliner-compliance-modell/ zu finden.

Ich zitiere die Zusammenfassung:

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Pauschalierte Annahme der Unbedenklichkeit einer Einladung bei Vorliegen folgender Voraussetzungen:

  • Kein enger Zusammenhang mit einem Geschäftsabschluss oder einer sonstigen konkreten Geschäftsentscheidung
  • Der Gesamtwert einer Einladung pro Eingeladenem liegt bei ungefähr 100 Euro; mit einer Begleitperson bei ungefähr 200 Euro. Dieser Betrag kann je nach Standort und Wirtschaftskraft regional auch höher liegen.
  • Die Einladung erfolgt transparent (Einbeziehung von Geschäftsführung und Compliance-Beauftragten)
  • Der Eingeladene ist kein Amtsträger, sondern Unternehmensvertreter in gehobener Stellung (Sozialadäquanz)

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Das Berliner_Compliance_Modell habe ich – falls sich der obige Link ändern sollte – als pdf-Datei auf meiner Seite zum Abruf gespiegelt.

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