Und bist Du nicht willig …

Und bist Du nicht willig ... Zwei Zahlscheine sind einer zuviel.

Und bist Du nicht willig … Zwei Zahlscheine sind einer zuviel.

Es sieht es bisschen aus wie einer der alten Durchschrift-Zahlscheine, nur dass das Duplikat nicht in weiß ist. Was nebenan zu sehen ist, ist das Zahlschein-Blatt des BUND-Schreibens, welches meine jährliche Zuwendungsbestätiung begleitete. Und, ja, es ist kein Bildfehler, es sind zwei Zahlscheine drauf. Es sind sogar zwei identische Zahlscheine. Nein, nicht einer mit einem Projektvorschlag und einer blanco. Es sind zwei völlig identische Zahlscheine.

Da muss man erst mal draufkommen.

Clever, sagt da der Schwabe. So spare ich mir jeden zweiten Spendenbrief. Denn der liebe Spender hebt sicher den zweiten Zahlschein auf und spendet einige Wochen später nochmals. Ganz clever wäre es natürlich, wenn ich gleich 4 oder 6 Zahlscheine mitschicken würde – quasi als Halbjahresration, auszufüllen jeden ersten im Monat oder nach Bedarf.

Aber leider bin ich kein Schwabe. Ich bin – im konkreten Fall – nur langjähriger Unterstützer des BUND. Genauer gesagt, bin ich beim BUND (bzw. beim bayerischen Landesverband, dem BN) seit 1988 Mitglied und lange Jahre sehr aktiv gewesen. Und als solcher kommt diese Zahlschein-“Orgie” bei mir überhaupt nicht gut an. Mein erster Gedanke war

Gierig!

Ich empfinde die Zusendung von zwei Zahlscheinen als gierig. Mein zweiter Gedanke war: “Und bist Du nicht willig, so brauch’ ich Gewalt.”

Es ist ja nicht so, dass man über’s Jahr nicht ausreichend mit Mailings und Zahlscheinen versorgt würde. Nein, hier ist der BUND seit mehr als 25 Jahren sehr aktiv (… was wir als BUNDjugend-Bundesjugendleitung damals auch eher kritisch sahen … aber das war vor meiner Fundraiser-Zeit…). Nein, Gelegenheiten und Material bekommt man im Laufe eines Jahres ausreichend via Bundes-, Landes- und Regionalverband. Nur von meiner Orts- und Kreisgruppe erhalte ich keine Aufrufe, aber das liegt nur darin, dass es an meinem Wohnort keine gibt.

Doch Ironie beiseite: Mir ist klar, es wird ausreichend Mitglieder geben, welche diesen zweiten Zahlschein nutzen. Und so hat die beratende Agentur die Zahlen vermutlich auf ihrer Seite. Aber was die Zahlen nicht zeigen, ist der Ärger bei Mitgliedern wie mir. Und seien wir doch realistisch. Gibt es viele Spenderinnen und Spender, welchen die jährliche Ration an Zahlscheinen nicht genügt?

Hätte es nicht eine schöne und nutzenbringende Idee gegeben, um den Platz unter dem ersten Zahlschein mit etwas zu füllen, was mir (und anderen) Freude bereitet? Aber dafür wäre mehr Fantasie notwendig gewesen als die üblichen knapp bemessenen Marketing-Budgets den Agenturen zugestehen.

Mir gefällt dieser Ansatz nicht. Und ich gebe zu: Wir verschicken unsere Jahres-Zuwendungsbestätigung nach wie vor ohne beiliegenden Zahlschein. Dafür mit einer Klapp-Dankkarte als Aufsteller für das Jahr. Und bisher hat sich kein Spender beschwert.

Eine Aussendung rechnet sich nicht nur in Form direkter Spenden. Der wahre Wert eines Briefes liegt in der Bindung, die er erzeugt. Diese Bindung drückt sich in Unterstützung aus – das kann auch später sein.

PS: Ein kleiner Rant. Aber den habe ich mir nach 26 Jahren Mitgliedschaft redlich verdient.