Der “trendreport” des betterplace lab

Der Trendreport 2014 des betterplace lab (Foto: betterplace lab)

Der Trendreport 2014 des betterplace lab (Foto: betterplace lab)

“Bringt uns das Internet mehr als Shopping-Exzesse, Schwarmdummheit und süße Katzenbilder”? Mit dieser provokanten und suggestiven Frage enden 117 spannende Seiten des trendreport 2014.  Doch was ist der trendreport eigentlich?

Im trendreport sammelt das Team des “Betterplace Lab“, bekannt durch die Plattform “Betterplace.org” für die Abwicklung von Online-Spendenaktionen, digitale Ideen, Anwendungen und Projekte.

Insgesamt 10 sogenannte Trends identifizieren die AutorInnen und beschreiben sie mit sehr anschaulich ausgewählten Beispielen. Dabei werden nicht nur die Chancen, sondern auch die Risiken der Trends erwähnt, sowie eine Trendprognose abgegeben: Trends am Anfang ihrer Entwicklung, heranwachsende Trends und etablierte Trends.

Trends sind:

  • Hackathons
  • Offline
  • Giving Days
  • Crowdfunding
  • Onlinehelden
  • Unterwachung
  • Silbersurfer
  • Digitale Nothilfe
  • Bauern empowern
  • Facebook fürs Gute

Wie bei einem guten Seminar, werden die AutorInnen nicht müde zu betonen, dass es bei den vielfältigen Beispielen nicht darum geht, eine exakt passende Vorlage für die eigenen Bedürfnisse zu finden. Nein, ohne eigenes Denken werden wir nicht entlassen. Die Schlüssenkompetenz beim Durchschmökern des trendreports ist das Transfer-Denken. Welcher Ansatz ließe sich auf meine Organisation, meinen Verein übertragen? Wo könnten Ideen die eigene Arbeit befruchten oder das fehlende Bindeglied darstellen?

Der trendreport ist – Gott sei Dank – gedruckt erschienen. Es ist ein Buch, welches ich nicht in einem Schwung durchlese, sondern die Häppchen nach und nach genieße. Sofa-Lektüre, wenn das Gehirn in der Stimmung ist, Impulse aufzunehmen, zu verarbeiten, neu zu verknüpfen. Das schafft ein E-Book bei mir noch nicht in diesem Umfang.

Die Beispiele stammen aus der ganzen Welt und wurden ohne großen Layout-Schnickschnack zusammengefasst. Viel Text, aber es lohnt sich.

Mit dabei: Das 60seitige Heft “lab around the World” mit dem Schwerpunkt “Wie Menschen rund um die Welt mit Internet und Handy Gutes tun”. Dazu fuhr das Team vom betterplace lab in Backpacker-Manier in 15 Länder rund um den Globus und recherchierte vor Ort. Das Ergebnis sind authentische Vor-Ort-Berichte, welche es in dieser kompakten Form nirgends gibt.

Die Inhalte des trendreports finden sich auch häppchenweise auf der Website des betterplace lab. Aber die Empfehlung heißt, den Report zu bestellen. Er kostet nichts, aber man darf sich mit einer (steuerlich absetzbaren) Spende an den Erstellungskosten beteiligen.

Wer sich für soziale Innovationen im Umfeld und an der Schnittstelle digitaler Medien interessiert, für den ist der trendreport 2014 – übrigens bereits der dritte solche Report – Pflichtlektüre. Wer soziale Medien, die Digitalisierung der Gesellschaft als Sache “der Jugend” oder spezialisierter “Onliner” abtut, sollte ihn auch lesen – alleine um zu erfahren, wie eine Handy, indische Bauern und Felderbewässerung zusammen passen.