Den Himmel verdienen …

 Ökonomisch war die Entscheidung der Reformation gegen den Ablasshandel schwierig. Theologisch natürlich richtig.

(Bischof July beim Empfang der Landeskirchlichen Stiftung, 23.1.12)

Warum geben kirchlich gebundene Menschen?

Im Seminar frage ich die Teilnehmer immer wieder nach den besten Gründen, warum Menschen spenden. Und oft kommt als Grund “den Platz im Himmel verdienen”. Nun sind wir 500 Jahre nach der Reformation, der Ablasshandel ist – zumindest kirchlicherseits, nicht im Umweltbereich – abgeschafft und das Thema “Himmel verdienen” sollte keine Rolle mehr spielen.

Aber unbewusst spielt dieser Gedanke bei kirchlich sehr gebundenen Menschen doch wohl häufig eine Rolle. Vielleicht nicht im Sinne einer klaren und messbaren Kausalität (5.000 Euro für die Stiftung und die Seele springt 4 Stufen aus dem Fegefeuer raus…), aber möglicherweise doch in einem Sinne, “es werde schon nicht schaden…!”.

Nun wäre es ja fein, wenn man als Fundraiser einfach mit mehr oder weniger subtilen Hinweisen und gezielt ausgesuchten Bibelzitaten diese Vorstellung  befördern würde – oder?

Angst ist ein schlechter (Spender-)Ratgeber

Sie merken es, ich halte davon nichts. Ich finde, mit Ängsten ist schlecht Fundraising zu treiben. Und etwas anderes wäre es ja nicht. Ich halte es für unmoralisch und – ganz praktisch – es lenkt vom guten Zweck der Spende ab. Ich finde es viel schöner, in Spendern eine Begeisterung für unsere Projekte und die diakonische Arbeit zu wecken. Eine Begeisterung, welche im gemeinsamen Ziel mündet, diese Arbeit zu erhalten, zu befördern.

Angst ist ein schlechter Ratgeber, so heißt es gerne. Und so ist es auch im Fundraising. Wer aus Angst die Menschen zur Spende bringt, baut keine tragfähige Beziehung auf und diskreditiert den Zweck. Es gibt so viele schöne Gefühle zu wecken, darauf sollte unser Fokus liegen.