Berliner Compliance Modell für Sponsoren

Auf den Tipp unseres Innenrevisors hin, wurde ich auf das „Berliner Compliance Modell“ für Sponsoren und Förderer aufmerksam.

Vor dem Hintergrund, dass es auf Grund komplexer Compliance-Vorgaben insbesondere im Kultur-Bereich zunehmend schwieriger wird, Sponsoren zu akquirieren und vor allem auch einzuladen, wurde im Rahmen des Rheingau Musikfestivals ein relativ einfaches Modell entworfen. Ziel ist es, durch ein einfaches Beurteilungsschema, sowohl bei dem Sponsor als auch bei der gesponserten Institution, Rechts- und Handlungssicherheit bezüglich der Zulässigkeit von Veranstaltungseinladungen zu schaffen.

Falls Sponsoren und sonstige Förderer Bedenken hinsichtlich der rechtlichen Zulässigkeit von Einladungen geäußert haben und Gefahr besteht, dass sie diese ablehnen, bietet bietet das Modell gute Anhaltspunkte, um offensiv mit solchen Bedenken umzugehen und in Einladungen auf die „Übereinstimmung mit dem Berliner Compliance Modell“ hinzuweisen.

Das Modell und weitere Informationen sind unter https://www.rheingau-musik-festival.de/sponsoren-foerderer/berliner-compliance-modell/ zu finden.

Ich zitiere die Zusammenfassung:

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Pauschalierte Annahme der Unbedenklichkeit einer Einladung bei Vorliegen folgender Voraussetzungen:

  • Kein enger Zusammenhang mit einem Geschäftsabschluss oder einer sonstigen konkreten Geschäftsentscheidung
  • Der Gesamtwert einer Einladung pro Eingeladenem liegt bei ungefähr 100 Euro; mit einer Begleitperson bei ungefähr 200 Euro. Dieser Betrag kann je nach Standort und Wirtschaftskraft regional auch höher liegen.
  • Die Einladung erfolgt transparent (Einbeziehung von Geschäftsführung und Compliance-Beauftragten)
  • Der Eingeladene ist kein Amtsträger, sondern Unternehmensvertreter in gehobener Stellung (Sozialadäquanz)

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Das Berliner_Compliance_Modell habe ich – falls sich der obige Link ändern sollte – als pdf-Datei auf meiner Seite zum Abruf gespiegelt.

Amazon Smile – das Lachen vergeht schnell

Seit kurzer Zeit hat man als Kunde von Amazon die Möglichkeit, über eine spezielle Startseite auf Amazon einzusteigen und dann mit seinem Einkauf eine soziale Organisation seiner Wahl zu unterstützen. Als Kunde muss man zuvor erstmals in seinem Profil eine Organisation auswählen. Dabei werden einem einige von Amazon beworbene Organisationen vorgeschlagen, alternativ kann man aus einer Liste von “tausenden” Organisationen seine gemeinnützige Wunschorganisation auswählen und festlegen. Diese Festlegung bleibt solange gültig, bis sie wieder geändert wird. Wer also im realen Leben an mehrere NGOs spendet, muss sich entscheiden oder immer wieder die Einstellung ändern. Die Unterstützung beträgt übrigens 0,5% des Einkaufswertes, welche der Organisation dann zugeht. Soweit mal aus der Käufersicht.

Als Organisation kann man sich direkt bei Amazon anmelden. Und viele NGOs werden überrascht feststellen, dass sie bereits in einer Datenbank bei Amazon gelistet sind. „Amazon Smile – das Lachen vergeht schnell“ weiterlesen

Planen – erledigen – reflektieren

In der Theorie sieht es immer ganz einleuchtend aus. Im Fundraising – egal ob im Alltag oder bei Projekten – folgt man dem Dreiklang von Planen, Handeln und Reflektieren. Wir gehen beispielsweise im Herbst in die Jahresplanung für das Folgejahr, setzen dann die geplanten Maßnahmen sorgfältig im Laufe der folgenden Monate in die Realität um, und vor der nächsten Planungsrunde reflektieren wir die gemachten Ergebnisse und Erfahrungen als Grundlage für die erneute Planungsrunde.

Leider ist es in der Praxis häufig nicht so. Ich erlebe in Beratungen oder beim Blick von außen, dass Fundraising-KollegInnen sich entweder im Prozeß der Planung verlieren oder vor lauter operativer Hektik weder zum Planen, noch zum Reflektieren kommen. Und beide Szenarien sind verhängnisvoll für die Weiterentwicklung des Fundraisings in der Organisation. „Planen – erledigen – reflektieren“ weiterlesen

Rezension: Großspenden-Fundraising – Wege zu mehr Philanthropie

80:20 – das klassische Pareto-Prinzip. Nach diesem Verhältnis verteilen sich in vielen gemeinnützigen Organisationen die Zahl der Spendenden zur Höhe der gespendeten Beiträge. 80% der Spender/innen geben 20% der insgesamt eingeworbenen Spenden. Und rund 20% der Spender/innen sind kommen für 80% der Spendeneinnahmen auf. Ob es nun im Einzelfall 80:20, 70:30 oder 90:10 ist, spielt keine Rolle. Entscheidend ist, dass in den meisten spendensammelnden Organisationen eine vergleichbare Relation sichtbar ist. Und damit wird auch schlagartig klar, warum die Arbeit mit Großspender/innen so häufig als die Königsdisziplin im Fundraising bezeichnet wird. „Rezension: Großspenden-Fundraising – Wege zu mehr Philanthropie“ weiterlesen

Beilagen, die keiner braucht. Oder: Mailing-Müll

In den letzten Jahren habe ich viele Beilagen in Mailings erhalten, direkt von den Organisationen zugeschickt oder – zuletzt vermehrt – von Kollegen und Bekannten überreicht, welche meine diesbezügliche Sammelleidenschaft kennen. Und ich hatte auch schon über besonders eklige Beilagen gebloggt.

Diese Woche war wieder ein besonderes Schmuckstück dabei. Und zur Abwechslung einmal nicht von einer halbseidenen bis völlig dubiosen im Ausland situierten pseudochristlichen Organisation, sondern von einem bundesdeutschen Urgestein.

Hier ist es: „Beilagen, die keiner braucht. Oder: Mailing-Müll“ weiterlesen

Freundeskreis oder Förderverein – Pro und Contra

Der §58 der Abgabenordnung, in welchem die Zulässigkeit reiner Fördervereine geregelt ist.

Die Begriffe Freundes- bzw. Förderkreis und Förderverein werden häufig gleichwertig verwendet. Darunter wird eine Gruppe von Personen verstanden, welche durch ihre Aktivitäten Spendenwerbung oder Fundraising für eine gemeinnützige Organisation betreibt.

Rechtlich, in ihrer Wirkung und ihren Möglichkeiten sind aber beide Organisationsformen sehr unterschiedlich zu betrachten und zu bewerten. „Freundeskreis oder Förderverein – Pro und Contra“ weiterlesen

Mailings sammeln – aber sinnvoll

In meinen Vorträgen sage ich gerne, dass wir Fundraiser*innen voneinander lernen müssen. Und dazu zählt, dass wir – Jäger und Sammler die wir sind – uns die Mailings und Spendenbitten anderer Organisationen ansehen. Viele Kolleg*innen machen dies auch und es haben sich in der Praxis zwei Sammelformen herauskristallisiert: „Mailings sammeln – aber sinnvoll“ weiterlesen

Prominente Fürsprecher – Segen oder Fluch?

Prominente als Leuchtturm für die Arbeit der Organisation. Nicht immer geht die Rechnung auf.
Prominente als Leuchtturm für die Arbeit der Organisation. Nicht immer geht die Rechnung auf.

“Und dann suchen wir noch einen Promi als Schirmherrn.” Wer kennt diesen Satz nicht, der bei vielen Kampagnenplanungen fällt. Dahinter steckt die unausgesprochene Hoffnung, dass prominente Fürsprecherinnen und Fürsprecher die Werbung für das Projekt, das Mailing oder die Patenschaft so richtig befeuern. In der Tat gibt es einige Beispiele, wo eine Organisation offensichtlich und zum Teil längerfristig durch eine bekannte Persönlichkeit profitiert. Denken wir nur an “Menschen für Menschen” (Karlheinz Böhm), “Pan y Arte” (Dietmar Schönherr) oder das Kinderhilfswerk Plan International (Ulrich Wickert).

Auf der anderen Seite blicken uns von Flyern und Broschüren Professoren, Landräte, Politiker a.D. etc. an, deren Namen nur Eingeweihten etwas sagen, geschweige denn, dass man mit ihnen etwas Positives verbinden würde. Ihre Hauptqualifikation scheint zu sein, dass sie den Verantwortlichen spontan in den Sinn kamen, sie greifbar schienen und schlussendlich “Ja” sagten.

Grundsätzlich gibt es zwei gute Gründe, warum es sich lohnen kann, über einen Prominenten als Fürsprecher (oder wie man häufig liest: Testimonial) nachzudenken: „Prominente Fürsprecher – Segen oder Fluch?“ weiterlesen

Anlass-Spenden

Anlass-Spenden sind im Fundraising-Alltag ein beliebtes, weil sehr unkompliziertes Fundraising-Instrument. Dabei bittet jemand, wir nennen sie die Anlass-Geberin, Menschen aus ihrem Umfeld, aufgrund eines privaten Anlasses, für eine von ihr ausgewählte Organisation zu spenden.

Drei Typen von Anlass-Spenden

a) Geburtstagsspenden

Meist werden diese aufgrund eines besonderen Geburtstages (z.B. 50, 65, 99, …) initiiert mit dem Hinweis, man habe schon alles Nützliche und Unnütze im Haushalt. Die Gäste erhalten mit der Einladung den Hinweis, dass man anstelle von Geschenken um eine Spende an die Organisation XY bittet. Diese soll dann entweder direkt an die Organisation überwiesen werden oder wird bei der Feier in einem Kästchen etc. gesammelt. „Anlass-Spenden“ weiterlesen