Aufzug-Rede – praktischer Nutzen

In manchen Fundraising-Fortbildungen wir sie gelehrt, die Aufzug-Rede (Elevator Speech). Wie geht’s?

  • Im Aufzug treffen Sie auf einen bekannten Menschen, der als Spender einen guten Ruf hat. Er grüßt Sie freundlich und Sie fahren gemeinsam vom EG in den 6. Stock.
  • Sie beschließen, ihm von Ihrem Projekt zu erzählen und ihn hierfür zu interessieren.
  • Die Fahrt dauert ca. 30 Sekunden (mit Zwischenhalten vielleicht auch 60).

Können Sie Ihre Lieblingsprojekte in 30 oder 60 Sekunden auf den Punkt bringen? Oder erklären Sie nach einer Minute noch immer das Organigramm Ihrer Organisation oder den Aufbau Ihrer Visitenkarte?

Seminarteilnehmer wenden an dieser Stelle gerne ein, dass es in ihrer Stadt keine Aufzüge gäbe, in welchen man reiche Männer träfe. Die Übung wäre also rein akademisch.

Praxisbezug

Überlegen Sie sich aus Ihrem Alltag realistische Situationen, bei welchen Sie in kurzen Kontakt mit potentiell interessanten Adressaten für Ihr Anliegen kommen. Dies sind gar nicht so wenige. Beispielsweise…

  • Neujahrsempfang der Stadt
  • Gemeinde-Abende
  • “Ständerling” nach dem Gottesdienst
  • Bazar
  • Straßenfeste
  • Pause im Theater
  • Warteschlange am Buffet
  • Frühstückstisch im Hotel
  • Telefon, wenn jemand von Ihnen drei Vorschläge für eine Anlass-Spende haben möchte.

Gemeinsam haben diese Veranstaltungen, dass eine lockere Kontaktaufnahme problemlos möglich ist, in der Regel aber kein intensiveres Gespräch. Und für solche Gelegenheiten heißt es gewappnet sein, damit locker, fröhlich und informativ das Interesse des Gegenübers geweckt wird und eine Vereinbarung für den nächsten Schritt geschlossen werden kann.

Welche Ziele wären erreichbar?

  • Austausch der Karten
  • Erlaubnis, am nächsten Tag anzurufen oder Unterlagen zu senden
  • Terminvereinbarung
Kurzum: Sie wollen beim Gegenüber Aufmerksamkeit erregen und den Wunsch, mehr darüber zu erfahren.

Nutzen der Übung / Fähigkeit

Diese Aufzug-Rede ist sehr hilfreich. Sie hilft Ihnen, schnell auf den Punkt zu kommen.

  • Sie erhalten die Sicherheit, sich im Fall der Fälle auch zu trauen. Sonst grübeln Sie im 6. Stock noch mit Blick auf Ihre Schuhe darüber nach, ob Sie sich mit Vor- und Nachname vorstellen sollen…
  • Wenn Sie die Übung im Team absolvieren, lernen Sie die Sichtweisen Ihrer Kolleginnen und Kollegen.
  • Sie wissen nun, warum Sie auf Empfänge gehen – nicht nur wegen des Buffets!

Auch Fundraiser mit Erfahrung sollten sich dieser Übung hin und wieder einmal unterziehen. Denn sooooo einfach ist sie gar nicht. Und Erfahrung verführt oftmals zum Plaudern, denn man weiß ja soooooo viel, was man erzählen könnte.