Rezension: Aus Führungsfehlern lernen

Jede Art von Führung ist anfällig für Fehler. Eine nicht funktionierende Führung hat meist mehrere Ursachen. In Non-Profit-Organisationen tragen Handelnde eine besondere Verantwortung, denn ihre Fehlentscheidungen können Auswirkungen auf einzelne Personen sowie die ganze Organisation haben. Führungskräfte stellen hier den Rahmen und sorgen für die notwendige Stabilität einer Organisation.

Das neue Handbuch “Aus Führungsfehlern lernen” zeigt Fehlerquellen in den Rahmenbedingungen, das Verhältnis und die Spannung zwischen “Fehler und Lernen” sowie typische individuelle Führungsfehler auf. „Rezension: Aus Führungsfehlern lernen“ weiterlesen

1. Marktübersicht Ziegen in Spendenshops

Das ist soviel Ziege, wie bei den meisten Spendenshops nach dem “Kauf” einer Ziege tatsächlich Bedürftigen zur Verfügung gestellt wird.

Spendenshops liegen im Trend. Doch wonach sollen wirkungsorientiert geneigte Spenderinnen und Spender nun gehen, wenn sie, dem veganen Zeitgeist trotzend, sich zur Spende einer Ziege für eine bedürftige Familie z.B. in Afrika entschieden haben? Welchen der vielen Shop-Anbieter soll ich als potentieller Spender nun auswählen? Die Marktwirtschaft bietet hier, vergleichbare Ziegenqualität vorausgesetzt (die Shops bieten hier keine ergänzenden Informationen) ein zentrales Unterscheidungsmerkmal: den Preis.

Und so findet sich hier die erste deutsche Marktübersicht über Ziegen in deutschsprachigen Spendenshops. „1. Marktübersicht Ziegen in Spendenshops“ weiterlesen

Berliner Compliance Modell für Sponsoren

Auf den Tipp unseres Innenrevisors hin, wurde ich auf das „Berliner Compliance Modell“ für Sponsoren und Förderer aufmerksam.

Vor dem Hintergrund, dass es auf Grund komplexer Compliance-Vorgaben insbesondere im Kultur-Bereich zunehmend schwieriger wird, Sponsoren zu akquirieren und vor allem auch einzuladen, wurde im Rahmen des Rheingau Musikfestivals ein relativ einfaches Modell entworfen. Ziel ist es, durch ein einfaches Beurteilungsschema, sowohl bei dem Sponsor als auch bei der gesponserten Institution, Rechts- und Handlungssicherheit bezüglich der Zulässigkeit von Veranstaltungseinladungen zu schaffen.

Falls Sponsoren und sonstige Förderer Bedenken hinsichtlich der rechtlichen Zulässigkeit von Einladungen geäußert haben und Gefahr besteht, dass sie diese ablehnen, bietet bietet das Modell gute Anhaltspunkte, um offensiv mit solchen Bedenken umzugehen und in Einladungen auf die „Übereinstimmung mit dem Berliner Compliance Modell“ hinzuweisen.

Das Modell und weitere Informationen sind unter https://www.rheingau-musik-festival.de/sponsoren-foerderer/berliner-compliance-modell/ zu finden.

Ich zitiere die Zusammenfassung:

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Pauschalierte Annahme der Unbedenklichkeit einer Einladung bei Vorliegen folgender Voraussetzungen:

  • Kein enger Zusammenhang mit einem Geschäftsabschluss oder einer sonstigen konkreten Geschäftsentscheidung
  • Der Gesamtwert einer Einladung pro Eingeladenem liegt bei ungefähr 100 Euro; mit einer Begleitperson bei ungefähr 200 Euro. Dieser Betrag kann je nach Standort und Wirtschaftskraft regional auch höher liegen.
  • Die Einladung erfolgt transparent (Einbeziehung von Geschäftsführung und Compliance-Beauftragten)
  • Der Eingeladene ist kein Amtsträger, sondern Unternehmensvertreter in gehobener Stellung (Sozialadäquanz)

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Das Berliner_Compliance_Modell habe ich – falls sich der obige Link ändern sollte – als pdf-Datei auf meiner Seite zum Abruf gespiegelt.

Amazon Smile – das Lachen vergeht schnell

Seit kurzer Zeit hat man als Kunde von Amazon die Möglichkeit, über eine spezielle Startseite auf Amazon einzusteigen und dann mit seinem Einkauf eine soziale Organisation seiner Wahl zu unterstützen. Als Kunde muss man zuvor erstmals in seinem Profil eine Organisation auswählen. Dabei werden einem einige von Amazon beworbene Organisationen vorgeschlagen, alternativ kann man aus einer Liste von “tausenden” Organisationen seine gemeinnützige Wunschorganisation auswählen und festlegen. Diese Festlegung bleibt solange gültig, bis sie wieder geändert wird. Wer also im realen Leben an mehrere NGOs spendet, muss sich entscheiden oder immer wieder die Einstellung ändern. Die Unterstützung beträgt übrigens 0,5% des Einkaufswertes, welche der Organisation dann zugeht. Soweit mal aus der Käufersicht.

Als Organisation kann man sich direkt bei Amazon anmelden. Und viele NGOs werden überrascht feststellen, dass sie bereits in einer Datenbank bei Amazon gelistet sind. „Amazon Smile – das Lachen vergeht schnell“ weiterlesen

Planen – erledigen – reflektieren

In der Theorie sieht es immer ganz einleuchtend aus. Im Fundraising – egal ob im Alltag oder bei Projekten – folgt man dem Dreiklang von Planen, Handeln und Reflektieren. Wir gehen beispielsweise im Herbst in die Jahresplanung für das Folgejahr, setzen dann die geplanten Maßnahmen sorgfältig im Laufe der folgenden Monate in die Realität um, und vor der nächsten Planungsrunde reflektieren wir die gemachten Ergebnisse und Erfahrungen als Grundlage für die erneute Planungsrunde.

Leider ist es in der Praxis häufig nicht so. Ich erlebe in Beratungen oder beim Blick von außen, dass Fundraising-KollegInnen sich entweder im Prozeß der Planung verlieren oder vor lauter operativer Hektik weder zum Planen, noch zum Reflektieren kommen. Und beide Szenarien sind verhängnisvoll für die Weiterentwicklung des Fundraisings in der Organisation. „Planen – erledigen – reflektieren“ weiterlesen

Rezension: Großspenden-Fundraising – Wege zu mehr Philanthropie

80:20 – das klassische Pareto-Prinzip. Nach diesem Verhältnis verteilen sich in vielen gemeinnützigen Organisationen die Zahl der Spendenden zur Höhe der gespendeten Beiträge. 80% der Spender/innen geben 20% der insgesamt eingeworbenen Spenden. Und rund 20% der Spender/innen sind kommen für 80% der Spendeneinnahmen auf. Ob es nun im Einzelfall 80:20, 70:30 oder 90:10 ist, spielt keine Rolle. Entscheidend ist, dass in den meisten spendensammelnden Organisationen eine vergleichbare Relation sichtbar ist. Und damit wird auch schlagartig klar, warum die Arbeit mit Großspender/innen so häufig als die Königsdisziplin im Fundraising bezeichnet wird. „Rezension: Großspenden-Fundraising – Wege zu mehr Philanthropie“ weiterlesen

Beilagen, die keiner braucht. Oder: Mailing-Müll

In den letzten Jahren habe ich viele Beilagen in Mailings erhalten, direkt von den Organisationen zugeschickt oder – zuletzt vermehrt – von Kollegen und Bekannten überreicht, welche meine diesbezügliche Sammelleidenschaft kennen. Und ich hatte auch schon über besonders eklige Beilagen gebloggt.

Diese Woche war wieder ein besonderes Schmuckstück dabei. Und zur Abwechslung einmal nicht von einer halbseidenen bis völlig dubiosen im Ausland situierten pseudochristlichen Organisation, sondern von einem bundesdeutschen Urgestein.

Hier ist es: „Beilagen, die keiner braucht. Oder: Mailing-Müll“ weiterlesen

Freundeskreis oder Förderverein – Pro und Contra

Der §58 der Abgabenordnung, in welchem die Zulässigkeit reiner Fördervereine geregelt ist.

Die Begriffe Freundes- bzw. Förderkreis und Förderverein werden häufig gleichwertig verwendet. Darunter wird eine Gruppe von Personen verstanden, welche durch ihre Aktivitäten Spendenwerbung oder Fundraising für eine gemeinnützige Organisation betreibt.

Rechtlich, in ihrer Wirkung und ihren Möglichkeiten sind aber beide Organisationsformen sehr unterschiedlich zu betrachten und zu bewerten. „Freundeskreis oder Förderverein – Pro und Contra“ weiterlesen

Mailings sammeln – aber sinnvoll

In meinen Vorträgen sage ich gerne, dass wir Fundraiser*innen voneinander lernen müssen. Und dazu zählt, dass wir – Jäger und Sammler die wir sind – uns die Mailings und Spendenbitten anderer Organisationen ansehen. Viele Kolleg*innen machen dies auch und es haben sich in der Praxis zwei Sammelformen herauskristallisiert: „Mailings sammeln – aber sinnvoll“ weiterlesen