Okt 012014
 

brunnenKönnen Perfektionisten zufrieden sein? Ich habe da so meine Zweifel. Zumindest dann, wenn ein Perfektionist mit anderen – nicht perfekten – Menschen zusammenarbeiten muss. Perfektionismus ist eine Welt für sich. Er braucht feste Regeln. Und er braucht vor allem Grenzen. Denn Grenzen schützen vor der unperfekten Welt, vor dem Chaos hinter der Mauer, in der anderen Abteilung, am Nachbarschreibtisch.

Perfektionismus ist auch prima, um nie fertig werden zu müssen. Wie viele unvollendete Flyer, Broschüren, Konzepte, etc. lagern in unseren Ablagen? Manchmal schützt Perfektionismus auch vor dem Anfangen, wenn das letzte Quäntchen Unsicherheit uns vom Projektstart abhält. Wir wissen ja nicht, was wäre, wenn …

Auch Fundraiserinnen und Fundraiser sind manchmal in der Perfektionismus-Falle gefangen. Am stärksten merke ich es dann, wenn wir mit den Umständen an unserem Arbeitsplatz hadern. Wenn wir nicht so in die Struktur eingebunden sind, wenn wir nicht die Kompetenzen haben, wie es uns in all den schönen Handbuchartikeln als Ideal vorgestellt wird.

Perfektionisten arbeiten sich an so etwas ab. Sie wissen, wie die Welt sein müsste, und sie setzen alles daran, dass sie so wird. Das tut meist allen Beteiligten nicht gut. Die Perfektionisten reiben sich auf, das Umfeld reibt sich an den Perfektionisten und das, worum es eigentlich geht, gerät in den Hintergrund. Ergebnis von Perfektionismus ist meist Unzufriedenheit. Aber ist allgemeine Unzufriedenheit das, was wir als spendensammelnde Organisation leben und vermitteln wollen?

Unser Ziel als Fundraiserinnen und Fundraiser ist es, ausreichend und nachhaltig Förderer für die benötigten Mittel unserer Organisation zu finden. Wir müssen begeistern können. Wir müssen eine gewisse Entspanntheit vermitteln. Das muss im Zentrum unserer Aufmerksamkeit stehen. Unsere Projekte sind nicht perfekt, unsere Förderer sind es auch nicht. Warum müssen wir perfekt sein? Wir müssen optimistisch und mit Vertrauen ausgestattet sein. Optimismus und Vertrauen, das sind Leitwährungen im Fundraising.

Wer als Perfektionist sich nur mit den mangelhaften Aspekten seiner Arbeit beschäftigt, verliert den Fokus auf das Wesentliche. Das heißt nicht, dass wir nicht unser Bestes geben dürfen. Aber wir müssen erkennen, dass es immer mehrere Wege gibt und wir das große Ganze im Blick haben müssen.

Und wenn das Umfeld in der eigenen Organisation nicht ideal ist: Es sollte uns nicht daran hindern, das Beste daraus zu machen. Der richtige Augenblick kommt nie, die ideale Welt ist eine Utopie. Wir Menschen sind nicht perfekt. Gut so!

Oder kurz: entspannte Fundraiser sind gute Fundraiser.

Jul 292014
 
3.000-Euro-Spende durch „verrückte“ Tauschaktion

Tauschen ist im Trend, so scheint es mir. Hatte ich vor 14 Tagen noch ein Beispiel zitiert, so lese ich in der Mitarbeiterzeitschrift der Evangelischen Gesellschaft Stuttgart, eva-inteam Juli – September 2014, nachfolgenden Bericht, den ich ungekürzt wiedergebe: —————– 3.000-Euro-Spende durch „verrückte“ Tauschaktion Eine ungewöhnliche Tauschaktion hat an Pfingstsamstag Sach- und Geldspenden im Wert von [weiter lesen]

Jul 222014
 
Stiftung gründen oder: ich kauf' mir meinen Verein

Stiftungen gibt es jetzt schon zum Dumpingpreis. Wer bei einigen Trägern, welche ihre Stiftung über das Stiftungszentrum München verwalten lassen, als Stifter aktiv werden will, kann dies mit 5.000 Euro und einer Treuhandstiftung bereits verwirklichen. Aber auch über dieser Minimalgrenze werden sehr viele Stiftungen mit einer verhältnismäßig geringen Kapitalausstattung errichtet. Bei den rechtsfähigen Stiftungen bürgerlichen Rechts [weiter lesen]

Jul 182014
 
Praxisbeispiel: Tauschaktion und Eincremen

Manchmal stößt man bei der Urlaubsplanung unvermutet auf Perlen. In diesem Fall auf eine Fundraising-Perle: Auf der Seite http://www.langeoognews.de/ entdeckte ich ein schönes Beispiel von einem Menschen, Jörg Runnebom, der mit viel Engagement, Spieltrieb, Begeisterung und Ehrgeiz es schafft, Spenden für wichtige Zwecke zu sammeln. Mit freundlicher Genehmigung der Redaktion von “Langeoognews” übernehme ich folgenden [weiter lesen]

Jul 082014
 
Seid entbehrlich!

Wir werden gerne gebraucht Ach, wie schön und befriedigend kann es sein, wenn man gebraucht wird. Wir Menschen sind einfach soziale Wesen und ziehen in den meisten Fällen Bestätigung und Selbstbewusstsein auch aus dem Miteinander mit Anderen. Klar, so völlig ohne Dritte kann praktisch niemand existieren. Dazu zählt auch, wenn man im Berufsleben einer sinnstiftenden, [weiter lesen]

Mai 292014
 
Selber denken!

Da ist sie wieder: Die Verheißung, dass es garantierte Rezepte im Fundraising gibt und die großen Spendenorganisationen mit ihren Ansätzen schon richtig liegen. Heute kam sie wieder in Form des Newsletters vom Rob Woods, der mit http://brightspotfundraising.co.uk/ primär den britischen Markt bedient. “UNICEF UK, Oxford University and NSPCC can’t all be wrong”, so heißt es etwas [weiter lesen]

Mai 222014
 
Vernetzt Euch!

Die meisten Fundraiserinnen und Fundraiser müssen ihren Job alleine erledigen. Oft noch neben einer Fülle anderer Tätigkeiten. Und ich bekomme häufig mit, dass dieses Einzelkämpfertum zur beruflichem Frust, Resignation und Stagnation führen kann. Ein Mittel dagegen kann die Installation einer internen Austauschgruppe (z.B. einer “Marketing-AG”) sein. Darüber bloggte ich bereits einmal. Heute möchte ich Sie [weiter lesen]

Mai 082014
 
Geht raus!

Fundraiser müssen auch mal raus. Nein, ich spreche nicht von zu hohem Kaffeekonsum und schwacher Blase. Und ich denke heute auch nicht an Besuche bei Spenderinnen und Spendern. Mein Thema heute ist: Fundraiser müssen raus zu den eigenen Einrichtungen, Diensten, Angeboten. Wer Geschichten erzählen will, muss dies authentisch tun können. Und eine Erzählung aus dem [weiter lesen]

Apr 292014
 
Großspenden-Fundraising - der Königsweg?

Nach einigen Jahren, in welchen alle Online-Fundraising-Instrumente rauf und runter beworben wurden, war es in 2013 das Großspenden-Fundraising. Befördert wurde diese Diskussion sicherlich durch einige spezialisierte Lehrgänge, am fundiertesten sicherlich durch den neuen Ausbildungsgang am frisch gegründeten Major Giving Institute – an dem ich selber auch teilnahm. Nun lese ich diese Tage im Blog Adlerauge [weiter lesen]

Apr 102014
 
Wie wäre es mit ... einer Frage?

Der klassische Weg, um innerhalb des Vereins für seine Projektidee zu werben, ist eine Präsentation im Vorstand oder Leitungsgremium. Doch das kann schnell schief gehen, denn Gremien neigen zur Polarisierung. Wenn die Idee hingegen in Frageform präsentiert wird, kann sie zur Gruppenidee werden. Nur wenige Fundraiserinnen und Fundraiser können immer frei entscheiden, welche ihrer vielen [weiter lesen]